Feb19

Sicht auf die Viktoria-Fälle inkl. Regenbogen.Auf 1,6 km Breite stürzt der Sambesi an den Victoriafällen 90 m in die 30 m breite Batokaschlucht. Der relativ gleichmässig fallende Wasserfall gehört zu den spektakulärsten Wasserfällen der Welt. Der erzeugte Wassernebel ist weitherum sichtbar, zeigt oft einen Regenbogen und führt zum einheimischen Namen. Mosi-oa-Tunya bedeutet nämlich „Rauch, der donnert“. Der Sambesi bildet um die Wasserfälle die Grenze zwischen Sambia und Simbabwe. Beide Staaten haben das Gebiet um die Wasserfälle zu Nationalpärken gemacht, welches auch auf der UNESCO-Liste der Weltnaturerbe steht.

Vor ca. 2 Millionen Jahren hob sich die Region und der Fluss schnitt sich entlang fast rechtwinkligen mit Sandstein verfüllten Brüchen in das Plateau aus Flutbasalten ein. Die Basalte entstanden vor rund 180 Millionen Jahren Victoriafälle in Afrika. Sicht auf die Batoka-Schlucht.und sind bis 300 m mächtig. Bei der Abkühlung entstanden Klüfte. Diese vergrösserten sich mit dem Auseinanderbrechen von Gondwanaland vor etwa 110 Millionen Jahren und füllten sich mit feinkörnigen Sanden. Die Gegend um den Fluss ist noch von flachen Sandsteinhügeln geprägt, vieles ist aber bereits erodiert. Wie alle Wasserfälle (vgl. Artikel zu Niagara- und Rheinfall) weichen auch die Victoriafälle stetig zurück. Reste von sieben früheren Wasserfällen sind flussabwärts auszumachen und wo sich eine neue Kante bilden wird, lässt sich im Oberlauf auch bereits erkennen. Die Basalte reichen noch 3 km flussaufwärts. Ist die Erosion so weit zurückgeschritten, wird es keine Wasserfälle mehr geben, da der Untergrund nicht mehr dazu geeignet ist.

Waren Sie schon mal hier? Hat es Sie beeindruckt? Ich täte das gerne mal selber sehen…

Kommentar schreiben/lesen

Sep11

Niagara-Falls. Horseshoe-Fall auf der Kanadischen Seite. Das Wasser fällt hier in einem breiten Vorhang 51 Meter in die Tiefe.Wasser hat enorme Kraft und formt die Landschaft massgebend. Seit dem Ende der letzten Eiszeit gab es wortwörtlich einschneidende Ereignisse, so auch in Nordamerika.

Die spektakulären Niagara-Fälle sind geologisch gesehen noch sehr jung, die Gesteine heute an der Oberfläche allerdings sehr alt. Erst vor rund 12’000 Jahren suchte sich das Schmelzwasser von den Eisschilden einen Abfluss und schuf auf seinem Weg in den Atlantik die Niagara-Fälle, welche an der US-Amerikanisch-Kanadischen Grenze den Eriesee mit dem Ontariosee verbinden. Die beiden Seebecken existierten schon vor der letzten Eiszeit, die Fluss-Verbindung entstand erst danach.

Niagara-Falls. Steht man an der Fallkante, ist das Spektakel am Horseshoe-Fall noch imposanter.Den geologischen Untergrund bildet ein 3 Milliarden Jahre altes Fundament aus dem Präkambrium, auf dem im Silur vor 440 bis 400 Millionen Jahren Meeressedimente abgelagert wurden.

An den Fällen bildet heute eine harte Kalkschicht die Fliessunterlage und die Fallkante. Darunter liegen Sandsteine und feine Tonsteine, die leichter erodieren, so dass es immer wieder zu Abbrüchen der überhängenden Kalkschicht kommt. Die Wassermassen sorgen somit für eine rückschreitende Erosion. Anfänglich „wanderten“ die Fälle einen bis eineinhalb Meter pro Jahr Fluss-aufwärts; wegen Wassernutzung im Flussoberlauf hat sich die Erosion auf ca. einen halben Meter pro Jahr reduziert. Bei dieser Erosionsrate werden die Fälle, die dann keine mehr sein werden, in etwa 50’000 Jahren beim Eriesee anlangen.

Von den insgesamt drei Wasserfällen ist der Horseshoe-Fall auf der kanadischen Seite mit ca 670 Metern der breiteste – ein gewaltiger Wasservorhang stürzt rund 51 Meter in den Abgrund. Durch die enorme Kraft dieser Wassermassen ist das Gestein am Fusse der Wasserfälle nochmals so tief ausgewaschen – würden die Fälle also plötzlich trocken fallen, wären sie doppelt so hoch. Die grüne Farbe des Wassers entsteht durch gelöste Minerale und ganz viel Gesteinsmehl.

Konnten Sie dieses Schauspiel schon mal selber bewundern? Oder kennen Sie andere Wasserfälle, die Sie beeindruckt haben?

Kommentar schreiben/lesen

Aug28


Umgeben von den dunklen Wäldern, die den Schwarzwald ausmachen, liegt Triberg. Das Städtchen im Mittelschwarzwald darf sich mit Deutschlands höchstem Wasserfall brüsten. Wer allerdings an einen tosenden Wasserfall im Stile der Niagara-Fälle denkt (dazu mehr in zwei Wochen), wird enttäuscht. Die Gutach stürzt hier nicht in einem breiten Vorhang ins Tal sondern stürzt über sieben Granitstufen über 160 Meter in die Tiefe – und das gut versteckt im Wald am Stadtende. Man kann aber auf schönen Spazierwegen den ganzen Wasserfall erwandern – von der untersten Stufe bis zuoberst.

Grauer Schwarzwaldgranit, aufgeschlossen am Ufer des Schluchsees im Südschwarzwald.Im westlichen Teil des Schwarzwalds bilden kristalline Gesteine den Untergrund. Hier liegen die ältesten Gesteine Deutschlands, über 1 Milliarde Jahre alte Gneise, aber auch Granite, die vor rund 320 Millionen Jahren in die Gneise intrudiert, d.h. eingedrungen sind. Das Deckgebirge besteht aus Buntsandstein, der vor 250 bis 240 Millionen Jahren abgelagert worden war, und im östlichen Teil noch auf den Gneisen liegt. Der Schwarzwald hob sich im Pleistozän, als der Rheingraben entstand. Weil sich der westliche Teil stärker gehoben hat, ist hier das Deckgebirge bereits abgetragen.

Kennen Sie noch andere tolle Ecken im Schwarzwald oder haben Sie einen Geheimtipp?

1 Kommentar »

Apr12

Rheinfall Schweiz Schaffhausen WasserEin weltbekanntes Touristenziel, das wir unterschiedlichen geologischen Prozessen zu verdanken haben, ist der Rheinfall (Video). Am wasserreichsten Wasserfall auf dem europäischen Festland stürzen je nach Jahreszeit zwischen 100 und 1000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über eine 21 Meter hohe, harte Kalkstufe. Im Frühsommer, während der Schneeschmelze in den Alpen, präsentiert sich der Rheinfall am eindrücklichsten.

Rheinfall Felsen Wassermassen Erosion Schaffhausen SchweizGeologisch gesehen ist der Rheinfall noch sehr jung. Er entstand erst am Ende der letzten Eiszeit vor zirka 15’000 Jahren. Während der Eiszeit wurde der Rhein aus seinem früheren Bett heraus in einem grossen Bogen nach Süden abgedrängt (>> vgl. Karte). Dort wo der Fluss wieder auf sein altes, weiches Schotterbett traf, entstand der Rheinfall. Die Kante aus jurassischen Malmkalken ist heute 150 Meter breit. Die beiden umtosten Felsen zeigen an, wie weit einst die Kalke reichten. Das Wasser nagt ständig am kalkigen Untergrund, wodurch der Felsabbruch Steinchen für Steinchen zurück versetzt wird. Aber nicht nur an der grossen Stufe nagt der erosive Zahn der Zeit, auch an den beiden fotogenen Felsen. Damit diese den Touristen länger erhalten bleiben, wurde der Erosion mit Beton ein Schnippchen geschlagen und die Felsbasis verstärkt.

Darf man aus touristischen Gründen der Erosion entgegen wirken?

3 Kommentare »



Die Lösung

Archiv