Feb18

Geröll aus Taveyannaz-Sandstein. Stein ist angefeuchtet, damit die grün-schwarze Musterung besser zur Geltung kommt.Seine Herkunft liegt im Glarnerland; seit Tausenden Jahren liegt er nun aber schon im Küsnachter Tobel bei Zürich – der Alexanderstein, benannt nach dem Küsnachter Geologen Alexander Wettstein. Ein hausgrosser Findling, der einst mit dem Linthgletscher während der Eiszeit bis vor die Tore Zürichs transportiert wurde. Der Findling besteht aus Taveyannaz-Sandstein. Dieser ist aufgrund seiner typischen grün-schwarzen Musterung auch als Geröll relativ einfach an Flüssen und Ufern erkennbar. Das harte Gestein besteht vor allem aus Quarzkörnern und kleinen, von Auge meist nicht sichtbaren, vulkanischen Gesteinsresten, welche darauf hindeuten, dass während der Entstehung und während der Deckenüberschiebungen auch vulkanische Aktivität vorhanden war. Die Sandsteine sind 50 bis 35 Millionen Jahre alt, kommen ursprünglich aus den Helvetischen Decken und sind häufig als Geröll in der Unteren Meeresmolasse anzutreffen.

Geröll aus Taveyannaz-Sandstein im KiesbettIm Küsnachter Tobel lassen sich viele geologische Prozesse rund um Erosion und Ablagerung beobachten. Auswaschungen an steilen Prallhängen, Ablagerung an den flachen Gleithängen, Bildung von Kalktuff an Quellaustritten und sogar eine dünne Lage vulkanischer Asche, sogenannter Bentonit ist aufgeschlossen. Falls Sie also an einem Wochenende mal nicht wissen wohin zum Spazieren…

Grün, grau, schwarz, weiss, … welches ist Ihr Lieblingsstein?

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Nov26

Übersicht der Grube Messel in der Nähe von Darmstadt (D). Die Grube Messel ist eine weltbekannte Fossilienfundstelle aus dem Tertiär.Die Grube Messel südlich von Frankfurt am Main ist eine einmalige Fundstelle für Fossilien aus dem frühen Tertiär. Vor 47 Millionen Jahren bildete sich in einem Maarsee (Vulkankratersee) Ölschiefer. Ein hoher Algengehalt führte dazu, dass am Seeboden zu wenig Sauerstoff vorhanden war, um alles organische Material zu zersetzen. Es bildete sich Faulschlamm und daraus wurde mit den Jahrmillionen Ölschiefer. Nicht nur die Algen wurden nicht zersetzt, auch die Tiere, welche in den See fielen, blieben relativ gut erhalten. Zu den bekanntesten dürften die etwa 50 cm grossen Urpferdchen zählen. Neben weiteren Säugetieren finden sich auch zahlreiche Fische, Krokodile, Vögel und Käfer mit noch schillernden Körperteilen. Oftmals sind noch die Körperumrisse deutlich erkennbar und sogar Haare und Federn zeichnen sich deutlich ab. Diese Genauigkeit in den Abdrucken ermöglicht eine sehr genaue Rekonstruktion der früheren Lebewesen.

Abdruck eines ca. 47 Millionen Jahre alten, fossilen Fisches im Ölschiefer von Messel.Die Grube selber erscheint heute sehr unspektakulär; eine Vertiefung im Gelände, grossteils über- oder zugewachsen, vereinzelt kahle Stellen, wo der Ölschiefer direkt ansteht und sichtbar ist. Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, welchen Naturschatz man vor sich hat. Seit 1995 ist die Grube Unesco Weltnaturerbe und zählt wegen ihrer Artenvielfalt zu den weltweit bedeutendsten Fossilien-Fundstätten.

Kennen Sie das – Sie haben eine bestimmte Vorstellung von einem Ort und sind dann enttäuscht, wenn Sie den Ort mit eigenen Augen sehen? Mir ging es mit der Grube ein bisschen so.

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Sep24

Blick in die Sonderausstellung "Die Erde im Visier" bei focusTerra an der ETH in Zürich. im Vordergrund ein Modell des Satelliten CHAMP.Für geologische Erkundungsarbeiten ist es heute zum Teil nicht mehr zwingend nötig, in aufwändig geplanten Kampagnen an ein Ende der Welt zu reisen. Aufwändige Planung braucht es zwar heute auch noch, aber die Reise übernehmen Satelliten und den Rest der Arbeit kann man vor dem Computer erledigen.

Aus dem All lassen sich eher kurzfristige Ereignisse überwachen; dazu gehören Vulkanausbrüche, Waldbrände, Ölteppiche und deren Ausbreitung, aber auch ganz langsame Bewegungen wie die Kontinentalverschiebung. Mittels ausgeklügelter Bildanalysen lassen sich sogar Rohstoffvorkommen auffinden und selbst der Ozeanboden bleibt nicht mehr verborgen.

Je nach Aufgabe fliegen Satelliten auf unterschiedlichen Bahnen. Forschungssatelliten fliegen meist relativ tief in 250 bis 2000 km Höhe. Für Wetterbeobachtung und Rundfunk werden geostationäre Satelliten eingesetzt, welche in rund 36000 km Höhe immer über dem selben Punkt über dem Äquator „stehen“. Umweltveränderungen wiederum erkennt man aus aufeinanderfolgenden Bildern, wenn ein Satellit täglich zur selben Ortszeit denselben Ort überfliegt.

Bis 23. Februar 2014 zeigt die Sonderausstellung „Die Erde im Visier“ bei focusTerra an der ETH Zürich solche Satellitenbilder und die zugehörigen Erklärungen. Eine Vortragsreihe ergänzt das Ausstellungsangebot.

Welche Ecke würden Sie sich aussuchen, wenn Sie einmal „von Aussen“ auf die Erde blicken könnten – warum?

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Sep03

Schematische Darstellung von Kontinentalplattengrenzen. Am Mittelozeanischen Rücken bewegen sich Platten auseinander und es entsteht neuer Ozeanboden.Am Freitag spielt die Schweizer Fussballnati ein WM-Qualifikationsspiel gegen Island in Bern. Ein Grund, Island auch von der geologischen Seite her zu betrachten. Der Inselstaat im Nordatlantik ist etwa 2,5 mal so gross wie die Schweiz und ist die grösste Vulkaninsel der Erde.

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken, der Nahtstelle, wo sich die Nordamerikanische und die Eurasische Kontinentalplatte jährlich rund 2 Zentimeter auseinander bewegen. Die Mittelozeanischen Rücken sind in der Regel von Meer bedeckt und verlaufen wie ihr Name sagt, in mitten der Ozeane. An ihnen driften Kontinentalplatten auseinander und es entsteht laufend neuer Meeresboden; diesen Vorgang nennt man auch „Spreading“. Island ist eine der wenigen Stellen, wo sich der Mittelatlantische Rücken über den Meeresspiegel erhebt und von Südwesten nach Nordosten quer über die Insel verläuft, erkennbar an Grabenbrüchen und Störungen sowie den Vulkanen.

Durch Island verläuft ein ozeanischer Rücken, wo sich die Kontinentalplatten trennen. Im Bild Thingvellir. Foto:www.iceland.deDa die Erdkruste an dieser Stelle nicht besonders dick ist und es im Untergrund schnell ziemlich warm wird, verfügt Island über viel Wärme aus dem Boden. Die Geothermie wird u.a. auch genutzt für die Beheizung von Gewächshäusern und wo Leitungen im Boden verlaufen, gefrieren im Winter die Strassen nicht. Die Nähe des heissen Untergrunds zeigt sich aber auch in Form der vielen Vulkane, die manchmal für die Einwohner lebensbedrohlich werden können und immer wieder auch weltweit für Schlagzeilen sorgen.

Haben Sie auf Island schon mal die Grabenbrüche gesehen – mit einem Bein in Europa mit dem anderen in Nordamerika?

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Jul16

Geologische Situation am Ben Nevis in Schottland (Karte und Profil)Das Landschaftsbild im Schottischen Hochland ist durch die imposante Erhebung des Ben Nevis geprägt. Mit 1344 Meter ist der Ben Nevis der höchste Berg auf den Britischen Inseln.

Seine geologische Geschichte ist äusserst ereignisreich. Präkambrische Gneise und Glimmerschiefer wurden gegen Ende des Silur (vor ca. 420 Millionen Jahren) aufgefaltet. Neue Granitmassen drangen in vier Pulsen ein bevor die Gegend wieder eingeebnet wurde. Während des Tertiärs kam es zu massiven Krustenbewegungen, Hebungen und damit einhergehend zur Bildung von markanten Verwerfungen und Schollen. An diesen Schwächezonen drang Lava an die Oberfläche, die heute weite Teile der Highlands bedeckt. Die heutige Oberfläche ist geprägt durch die letzten Vergletscherungen während der vergangenen Eiszeiten.

unterwegs auf den Ben Nevis - die höchste Erhebung auf den Britischen InselnDer Gipfel des Ben Nevis besteht aus grau-violetten andesitischen Laven. Diese sind härter als die umliegenden Gesteine, deshalb ist der Ben Nevis die höchste Erhebung geblieben.

Im kurzen schottischen Sommer ist der Berg an schönen Wochenenden ziemlich überlaufen; man sollte aber nicht vergessen, dass man hier auf alpine Bedingungen stösst und selbst bei schönem Wetter am Ausgangspunkt oben häufig dichter Nebel wartet.

Es gibt Leute, die haben zum Ziel, auf jedem Kontinent oder sogar in jedem Land den höchsten Gipfel zu erklimmen – halten Sie das für erstrebenswert?

Kurz vor dem Gipfel des Ben Nevis in Schottland. der Weg hier gilt mehr als Autobahn denn als Wanderpfad - kein Wunder bei der Anzahl Berggänger

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Apr23

Surrende Bewohner von Lav-a und Izzy in TwistoxiaEin riesiger Feuerplanet aus brodelnder Lava und einzelnen Inseln aus erstarrtem vulkanischen Gestein – das soll Lav-a sein, der grösste Planet in Twistoxia – bewohnt von kurrligen drei-äugigen Kreiseln. Weil es so heiss ist auf dem Planeten, können die Kreisel wechseln zwischen Bauchlage und Kopfstand. Auch unsere Erde war vor etwa vier Milliarden Jahren eine unwirtliche, heisse Kugel aus riesigen Magmaseen. Eine äussere Schicht kühlte ab, feste Erdkruste entstand.

In Twistoxia gibt es noch einen weiteren Planeten, der geologisch interessant und äusserst wertvoll ist; der kleine Dimantplanet Izzy. Auf seiner glitzernden und spiegelglatten Oberfläche tanzen hübsche lila-farbene Ladies. Und weil die Diamantoberfläche so glatt ist, finden sie kaum Widerstand und drehen und drehen mit viel Ausdauer. Selbst über Diamant-Monde verfügt Izzy. Sowohl der Hauptdiamant als auch seine Trabanten verfügen über eine Eigendynamik, die so heute in unserem Universum nicht beobachtbar ist; kein Planet kann plötzlich aus eigenem Antrieb seine Umlaufbahn ändern. Da bräuchte es äussere Einflüsse, wie beispielsweise einen grossen Kometen, der durch seine Masse den Planeten anzieht und somit aus dessen Bahn werfen könnte, oder gar mit ihm kollidiert.

Was halten Sie von den kleinen Ausserirdischen?

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Apr02

Die Torres del Paine - eine markante Berggruppe im gleichnamigen Nationalpark im Süden Chiles (Patagonien)Die Torres del Paine in Patagonien sind geologisch einmalig. Die Torres (Türme) bestehen aus hellen, kristallinen Tiefengesteinen mit einer Haube aus dunklen Sedimenten. Auch Trekking-Freunde finden in diesem Nationalpark im Süden Chiles viele Möglichkeiten. Am Südende der Anden liegen die bis zu 3000 m hohen Torres del Paine über einer Subduktionszone. Hier taucht die Nazca-Platte unter die Südamerikanische Kontinentalplatte.

Bei der Subduktion in der Tiefe frei gesetztes Wasser aus den abtauchenden Meeressedimenten schmilzt überlagerndes Gestein partiell auf. Im Falle der Torres del Paine blieb das Magma während seines Aufstiegs in der Erdkruste stecken und erstarrte. Andernorts entlang der Andenkette bildeten sich zahlreiche Vulkane in denen das Magma in Form von Lava austritt.

Torres del Paine, Chile. Granitintrusion in SchwarzschieferErosion hat die in der Tiefe erstarrten magmatischen Gesteine im Laufe der Jahrmillionen an die Oberfläche gebracht; rundherum noch von Schwarzschiefer-Resten umgeben, ursprünglich ein marines, feinkörniges Sedimentgestein, in welches das Magma intrudierte, d.h. eindrang. Mit genügend Vorstellungskraft lässt sich die dreidimensionale Form erahnen. Die Intrusionsgesteine sind mit 13 Millionen Jahren relativ jung und heben sich farblich sehr gut vom dunklen Umgebungsgestein ab. Wissenschaftler konnten fünf Generationen von Magmen ausmachen, die sich chemisch unterscheiden und die über einen Zeitraum von lediglich 150’000 Jahren eindrangen.

Waren Sie schon mal im Torres del Paine Nationalpark – ich würde diese Berge gerne mal selber sehen…

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