Jun24

In Brasilien findet gerade die Fussball-WM statt. Das Land bietet aber auch geologisch viel Abwechslung.Aus offensichtlich aktuellem Anlass will auch erdwissen einen Blick nach Brasilien werfen. Brasilien ist das bevölkerungsreichste Land Südamerikas und nimmt 47% der Fläche auf dem Kontinent ein. Geologisch bietet es aufgrund der Grösse eine gewisse Vielfalt. Das Land hat als Basis einen alten Präkambrischen Kontinentalschild. Neben diesen alten metamorphen und magmatischen Komplexen gibt es auch weite Bereiche, die von Sedimenten bedeckt sind, Karsterscheinungen, Wasserfälle und reiche Mineralvorkommen. So werden im Bundesstaat Minas Gerais Gold, Diamant und zahlreiche Minerale abgebaut. Die intensiv violetten Amethyste, die es in Mineralienshops zu kaufen gibt, stammen meist aus dem Brasilianischen Bergland nördlich von Rio de Janeiro.

Die höchsten Berge Brasiliens erreichen knapp 3000 m. Bekannt sind aber vor allem der Corcovado mit der 30m grossen Christus-Statue und der 395 m auf einer Halbinsel aus dem Meer ragende Zuckerhut in Rio de Janeiro. Beide bestehen aus einem ca. 560 Millionen Jahre alten Pluton, also einer in der Tiefe zu Granit erstarrten, domförmigen Magmakammer. Diese Form wird heute an der Erdoberfläche durch die schalenartige Verwitterung weiter verstärkt. Die ursprünglichen Granite wurden leicht metamorph überprägt und zeigen ein gneisartiges Gefüge.

Wenn Sie die Wahl hätten zwischen Stadion-hopping inkl. Fussballspiele oder geologische Exkursion in Brasilien – was würden Sie wählen?

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Jun10

Granatperidotit - ein Gestein aus der tiefsten Erdkruste, heute im Tessin nördlich von Bellinzona auf der Alpe Arami aufgeschlossen.Am nächsten Samstag startet die Tour de Suisse 2014 in Bellinzona. Nur unweit nördlich liegt mit der Alpe Arami ein Ort mit einzigartiger Geologie – hier treten in einer Linse Gesteine an die Oberfläche, die einst extrem tief in der Erdkruste versenkt waren. Die Rede ist von Granat-Peridotit. Das ultrabasische Gestein besteht vor allem aus Olivinen mit wenig Pyroxen, Amphibol, Plagioklas, Spinell, Glimmer und gut sichtbaren, blutroten, magnesiumreichen Granaten (Pyrop). Vor rund 40 Millionen Jahren befand sich das Gestein als Folge der Alpenfaltung in einer Tiefe von etwa 100 km im Übergangsbereich von der untersten Erdkruste zum obersten Erdmantel.

Wie kam es dahin? Bei der Kollision des europäischen mit dem adriatisch-afrikanischen Kontinent wurde anfänglich die Europäische Platte subduziert, d.h. unter Afrika geschoben. Am Rande von Europa war ein Saum von schwerer ozeanischer Kruste; diese sank unter Afrika. Erst als die leichteren kontinentalen Gesteine aufeinander trafen, kam es zur eigentlichen Kollision und zur Hauptphase der Alpenfaltung. Die Gesteine auf der Nordseite der Kollisionszone (Insubrischen Linie) wurden tief versenkt und dabei stark metamorph verändert. Welche Werte Temperatur und Druck in der Tiefe von 100 km annehmen, darüber streiten sich die Wissenschafter immer wieder. Je nach Analyse reichen die Werte für den Granat-Peridotit der Alpe Arami von 800 bis über 1000 °C und 2-5 GPa.

Nach dem Rundkurs in Bellinzona geht’s am Sonntag 15.6. über Gotthard und Grimsel bis nach Sarnen.

Geben Sie vor Tourstart einen Tipp ab – wer gewinnt 2014 die Tour de Suisse?

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Feb04

Curlingsteine aus feinkörnigem Granit, Bild auf KaffeerahmdeckeliWenn ab nächsten Montag in Sochi die Steine übers Eis gleiten, dann sind die Schweizer Teams wieder vorne mit dabei. Die Schweiz gilt als das Land mit den drittmeisten Curlingspielern der Welt und unsere Teams erreichen regelmässig Spitzenplätze an internationalen Wettbewerben.

Die Hauptrolle beim Curling spielen aber die Steine. An den Olympischen Winterspielen in Sochi werden die Wettkampfsteine aus schottischem Granit sein – wie eh gegen 70 % aller Curlingsteine; der Ailsa Craig Granit gilt weltweit als am besten geeignet. Aisla Craig ist eine kleine Insel 16 km vor der schottischen Westküste im Firth of Clyde mit verschiedenen feinkörnigen Granitvarietäten und heute ein Vogelschutzgebiet. Der Aisla Craig Blue Hone Granit ist extrem dicht und gibt ideale Laufflächen für die Curlingsteine. Der Aisla Craig Common Green wird für den Steinkörper benutzt, da er sehr robust ist und die zahlreichen Kollisionen mit anderen Steinen problemlos mitmacht. Die Dichte ist sehr wichtig. Da die Steine die ganze Zeit auf dem kalten Eis stehen, könnte Feuchtigkeit in Risse eindringen und zu Frostsprengung führen, was die Steine unspielbar machen würde.

Für den Steinkörper gibt es eine walisische Alternative. Der Trefor Granit eignet sich ebenfalls für Curlingsteine; bei der Gleitfläche ist der schottische Blue Hone aber ungeschlagen.

Welche Platzierung „erwischen“ unsere Curler wohl an Olympia?

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Die Lösung

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