Jul28

Der Schwarze Stern von Queensland

Ein 733 karätiger (146.6 g), schwarzer Saphir ist der grösste geschliffene Stern-Saphir überhaupt. Entdeckt wurde er 1935 in Queensland in den Klondyke Ridges von einem Jungen. Als Harry Spencer, der Vater des Jungen und Saphir Mineur, diesen Stein zum ersten Mal sah, sagte er “ein grosser, schwarzer Kristall” und warf ihn zur Hintertür ins Freie, benutzte ihn dann aber als Türstopper bis 1947 ein armenisch stämmiger Juwelier aus L.A., Harry Kazanjian bei ihm auftauchte und diesen rohen, 1156 Karat Kristall kaufte. 18’000 Dollar soll er dafür bezahlt haben! Was Spencer nicht wusste war, dass dieser Edelstein bis 1949 eine 50-fache Wertsteigerung erreichen sollte und 2002 auf über 100 Millionen Dollar geschätzt wurde.

Von vielen begehrt, zierte er nur kurze Zeit den Hals der berühmten Sängerin Cher und wurde nur zweimal öffentlich ausgestellt. 1969 in der Smithsonian Institution zusammen mit dem berühmten Hope Diamanten und 2002 im Royal Ontario Museum. Bis 2002 blieb der “Schwarze Stern” im Besitz der Juwelierfamilie Kazanjian und wurde danach an Jack Armstrong, ein ehemaliges Model verkauft, der ihn schon seit frühster Kindheit begehrte. Danach geriet dieser wunderbare Stein ins Zentrum eines Rechtsstreits. Betrug, nicht gehaltene Versprechen und unerfüllte Liebesversprechungen standen auf der Anklage und zu guter Letzt liegt er wieder im Verborgenen in der Schweiz! Seine Geschichte ist noch nicht zu Ende, es ist sozusagen eine endlose Geschichte!

Black_Star von Queensland, Australien  Sternsaphir: Star of India © Daniel Torres, Jr.  Die vier Amerikanischen Präsidenten aus schwarzem Saphir

“Black Star of Queensland”: ©greyloch; “Star of India”: © Daniel Torres, Jr.; Büsten Amerikanischer Präsidenten aus schwarzen Sternsaphiren: © http://www.australiansapphire.com

Der Star of India

Eine andere Berühmtheit ist der 563.4 Karat (112.68 g) schwere, vollkommen reine, blaue Stern-Saphir, der heute im  American Museum of Natural History in New York zu bewundern ist. Ganz speziell an ihm ist sein doppelseitiger Asterismus. Entdeckt wurde er vor etwa 300 Jahren in Sri Lanka. Auch dieser Stein hat Gemüter tief bewegt und so wurde er 1964 aus dem Museum zusammen mit anderen wertvollen Stücken gestohlen. Obwohl der Dieb rasch überführt werden konnte, tauchte der Stein erst Monate später wieder auf.

Die vier Präsidentenköpfe

Sie wurden aus schwarzen Sternsaphiren angefertigt, die in den “Edelsteinfeldern von Zentral-Queensland ” in Australien, gefunden wurden. So verewigt sind die Präsidenten Lincoln (1318 kt), Washington (1056 kt), Eisenhower (1444 kt) und Jefferson (1381ct). Auch der Kopf von Martin Luther King Jr. wurde aus einem australischen Saphir hergestellt (3284 kt).

Aber das ist noch nicht alles!

Die Gesetzestafeln aus Saphir

Einer Tradition nach sollen auch die Gesetzestafeln, die Gott Moses anvertraute, aus Saphir bestanden haben. Im zweiten Buch Moses, Kapitel 28 steht: … wie die Arbeit des Ephods sollst Du sie anfertigen: aus Gold, violettem und rotem Purpur, Karmesinstoff und gezwirntem Byssus sollst Du sie machen. Viereckig sollen sie sein, doppelt gelegt, eine Spanne ihre Länge und eine Spanne ihre Breite. Und besetze sie mit eingesetzten Steinen, vier Reihen von Steinen: eine Reihe Karneol, Topas und Smaragd, die erste Reihe; die zweite Reihe: Rubin, Saphir und Jaspis; und die dritte Reihe: Hyazinth, Achat und Amethyst; und die vierte Reihe: Türkis und Onyx und Nephrit! …

In den Veden

Auch in den heiligen Schriften der Inder – den Puranas, den Veden, dem Ayurveda und dem Tantra – finden sich immer wieder Abhandlungen über die Wirkungen der Edelsteine auf die Menschen.

Man darf festhalten, dass Edelsteine eine gewaltige Rolle in der Menschheitsgeschichte spielten und spielen. Es sind die kulturellen Objekte des Menschen, so zum Beispiel Schmuck, Ringe, Edelsteine, die den Menschen tief bewegen.

–> How To Facet Sapphires, How To Cut Precious Gemstones

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Jul21

Korund_Saphir_Sri Lanka©Rob LavinskyKorund_Saphir_Rob Lavinsky_iRocks Korund_Rubin_Pyrit_Calcit_Vietnam©Géry-Parent

Links: blauer Saphir ©Rob Lavinsky, iRocks.com; Mitte: rot-blauer Saphir ©Rob Lavinsky, iRocks.com; Rechts: Rubin @Géry-Parent

Dass der Himmel ein riesiger blauer Saphir sei, in dem die Erde eingebettet ist, war früher eine weit verbreitete Meinung. Auch heute glaubt man, ein Saphir müsse blau sein. Ausser der Farbe rot, die durch das Chrom verursacht wird und als Rubin bezeichnet wird, kann Saphir jede Farbe haben.

Saphir und Rubin gehören zur Familie der Korunde. Korund, das sich aus dem Tamilischen kurundam herleitet, ist ein relativ häufig vorkommendes Mineral der Zusammensetzung Al2Oaus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. Sie kristallisieren im trigonalen Kristallsystem und entwickeln deshalb meist lange, prismatische oder säulenförmige Kristalle. Die grössten Korundkristalle erreichen eine Länge von etwa einem Meter und ein Gewicht bis zu 150 kg – nicht schlecht, aber deutlich weniger als der Topas, wie wir aus dem letzten Beitrag wissen!

Korund ist das am häufigsten eingesetzte Schleifmittel (Schleifpapier, Trennscheiben), denn seine wichtigen Eigenschaften, Härte und Zähigkeit, hängen von seiner Reinheit ab. Während Härte und auch die Sprödigkeit mit dem Reinheitsgrad steigen, steigt die Zähigkeit durch Zusatz von Metalloxiden.

Als Abtastnadel in Tonabnehmern von Plattenspielern wurde Korund anstelle von Diamant verwendet. Unter Beimischung von Titan als Laserion sind synthetische Saphire wichtig für Laser Anwendungen. Bei Weltraumflugkörpern werden die Fenster aus synthetisch hergestellten Saphiren eingesetzt, bei hochwertigen Armbanduhren ebenso die Gläser.

Saphir und Rubin

Die Korund-Varietäten Saphir und Rubin entstehen hauptsächlich in natriumreichen, magmatischen Gesteinen wie Pegmatit und Granit aber auch Basalt oder in metamorphen Gesteinen wie Gneis und Marmor. Saphire und Rubine  werden jedoch überwiegend in Alluvionen geschürft, den sogenannten sekundären Lagerstätten. In einfachen Brunnen dringt man in tiefere Schichten, wo von Hand geschürft wird. → Ein Video zur Veranschaulichung.

Der Saphir bildet sich dort, wo der Gehalt an Titan und Oxid reicher als der Gehalt an Chrom ist, deshalb ist der Saphir verbreiteter als der Rubin. Voraussetzung für die Entstehung eines Rubins ist nebst hohen Temperaturen, Druck und ausreichender Kristallisationszeit ein siliziumarmes Umfeld und das Vorkommen von Chrom, das als Chromoxid an Stelle des Aluminiumoxids ins Kristallgitter eingebaut wird. Chrom verursacht allerdings Risse und Spalten, so dass nur wenige Kristalle ungestört zu einer ansehnlichen Grösse heranwachsen. Daher sind Rubine von über 3 Karat (1 kt = 0.2 gr) sehr selten. Wenn sie zudem frei von Einschlüssen sind und eine top Farbe haben, erzielen sie einen Preis, der über dem eines Diamanten liegt.

Mittlerweile sind viele Saphire aus künstlicher Herstellung oder als nachbehandelte Steine auf dem Markt. Saphire kann man mittlerweile in fast jeder Grösse herstellen. Die Qualität ist so gross, dass sie von natürlichen Steinen fast nicht zu unterscheiden sind. Nachbehandelte Steine sind Saphire, die einer Hitzebehandlung von 1’550 °C unterzogen wurden. Man erreicht dadurch, dass weisse undurchsichtige Saphire die begehrten Blautöne und Klarheit erhalten. Ob ein Stein nachbehandelt wurde, kann ein Laie kaum erkennen. Da muss auf ein Zertifizierungsinstitut, wie z.B. das Schweizerische Gemmologische Institut (SSEF), Gübelin oder GIA zurückgegriffen werden!

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Die Lösung

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