Aug06

Uluru - Ayers Rock in Australien aus der Vogelperspektive. Screenshot von Google MapsWer längere Zeit durch Australien reist, macht in der Regel auch einen Abstecher ins Outback zum Uluru, wie der Ayers Rock bei den Aborigines heisst.

Die markante Gesteinserhebung im Northern Territory ist 3 km lang und bis zu 2 km breit und stellt aber nur einen kleinen Teil eines wesentlich grösseren unterirdischen Gesteinspaketes in der zentralaustralischen Wüste dar.

Die geologische Geschichte der Region beginnt schon vor 900 Millionen Jahren. Am südlichen Rand eines grossen Ablagerungsbeckens (Amadeus-Becken) bildeten sich riesige Deltafächer. Durch Hebung und Erosion wurden diese „ersten“ Sedimente umgelagert. Vor rund 550 Millionen Jahren dann wurden diejenigen Auf dem grösseren Ausschnitt ist gut erkennbar, dass der Uluru sich klar vom Umland abhebt. Screenshot von Google MapsSchichten abgelagert, die heute am Uluru aufgeschlossen sind. Die spätpräkambrischen Sandstein- und Konglomeratschichten sind relativ Feldspat-reich. Die Arkose-Sandsteine bestehen zu 50% aus Feldspat, 25–35% Quarz und 25% sonstiger Gesteinstrümmer.

Vor 500 Millionen Jahren wurden die „Uluru“-Schichten von neuen Seesedimenten überlagert und verpresst. Der See zog sich vor 400–300 Millionen Jahren zurück, die Schichten falteten sich auf, wobei die Schichten bis zu 90 Grad kippten, wie es an der heiligen Stätte der Fall ist. Der Uluru ist seit 1987 Unesco-Weltnatur- und Weltkulturerbe.

Im Sonnenuntergang rot-leuchtend … – waren Sie schon mal in Australien?

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Apr16

200 Millionen Jahre alte Garnellen-Gänge in Sandstein aus der Toskana.Haben Sie sich schon mal gefragt, wie das herzige rosa Tierchen in Ihrem Cocktail in der Urzeit gelebt hat? Shrimps, bzw. Garnelen leben entweder frei schwebend im Wasser oder in Bodennähe, wo sie sich im Schlamm am Meeresboden eingraben. Solche Grabgänge sind auch fossil erhalten. Die Gangsysteme sind viele Millionen Jahre alt und zeigen ein eindrückliches Wirrwarr.

Wenn die Gänge im schlammigen Boden mit Kalksand gefüllt wurden, im Laufe der Jahrmillionen zu Stein wurden und dann durch Erosion wieder freigelegt werden, bleiben die Gangfüllungen zurück. Dies, weil der versteinerte Kalksand härter ist als der versteinerte Schlamm. Was wir hier abgebildet sehen, ist also die versteinerte Gangfüllung.

200 Millionen Jahre alte Garnelen-Gänge aus der Toskana. Erhalten geblieben sind die Gangfüllungen, die aus Kalksandstein bestehen.Spurenfossilien können wichtige Hinweise geben auf die Lebensweise oder Fortbewegungsart früherer Lebewesen. Lebensspuren (Fressspuren, Wohngänge) am Meeresboden zeigen, dass genügend Sauerstoff vorhanden war. Spurenfossilien können aber auch einfach schön und ästhetisch sein.

Die internationale Wanderausstellung Fossil Art zeigt Spurenfossilien, die durch ihre Schönheit bestechen. Die Ausstellung kann noch bis Mitte Mai an der ETH bei focusterra besichtigt werden. Hier können die fossilen Spuren erstmals auch „begriffen“ werden; man sieht bekanntlich nicht nur mit den Augen, sondern manchmal auch mit den Händen. Wie fühlen sich die Gesteine, die Strukturen an? Erfühlen Sie es selber!

Haben Sie die Ausstellung schon gesehen und „begriffen“ – was hat Ihnen am besten gefallen?

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Okt30

Schloss Heidelberg am Neckar im Abendlicht.Hoch über dem Neckar am Nordhang des Königsstuhls thront das Schloss in Heidelberg bzw. was noch davon übrig geblieben ist. Der rötliche Neckartäler Sandstein verleiht nicht nur dem Schloss seine charakteristische Farbe, sondern zahlreichen weiteren Bauwerken; in Heidelberg gehören dazu unter anderen die Heiliggeistkirche an der angeblich längsten Fussgängerzone Europas und die Alte Brücke. Aber auch viele Wohnhäuser in Heidelberg selber und in der Umgebung zeigen ihre typische rote Fassade.

Die Steine wurden im östlich benachbarten Eberbach in mehreren Steinbrüchen gebrochen, aber auch direkt am Stadtrand von Heidelberg. Letztere Steinbrüche sind allerdings längst aufgegeben.

Kreuzschichtung in Neckartäler Sandstein.Entstanden sind die grossen Sandsteinvorkommen vor rund 250 Millionen Jahren zu Beginn der Triaszeit (Buntsandstein) als Ablagerungen in Flachmeeren. Die offensichtlich eher kurzen Transportdistanzen aus dem Herkunftsgebiet des Gesteinsmaterials führten dazu, dass neben viel Quarz noch fast ein Viertel Alkalifeldspatkörner den Sandstein aufbauen (vgl. Artikel zu Kaolin). Feldspat verwittert relativ schnell und geht bei langen Erosionswegen verloren. Typisch für den Neckartäler Sandstein sind zudem kleine Limonitnester. Das Eisenoxid kommt auch als dünner Film auf den Sandkörnern vor und ist verantwortlich für die rötliche Farbe.

An den Blöcken lässt sich die Lagerung der Sandkörner gut erkennen; meist sind die Sandschichten parallel abgelagert worden, es gibt aber auch immer wieder Kreuzschichtungen, wo die Fliessrichtung während der Ablagerung geschwankt hat.

Schlossruine in Heidelberg aus rotem Sandstein.Das Heidelberger Schloss war einst eine wehrhafte Burg, wurde aber im 17. Jahrhundert zweimal zerstört und fiel 1764 einem Brand zum Opfer. Daraufhin diente die Burg als Steinbruch für Baumaterial in der Stadt.

Waren Sie schon einmal in Heidelberg? Wie hat Ihnen die Stadt gefallen?

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Okt08

Blick in die Kaolingrube in Hirschau (D). Kaolin ist ein Verwitterungsprodukt von Feldspat und wichtiger Rohstoff in der Keramik- und Papierindustrie.Kaolin ist ein wichtiger Rohstoff für die Porzellanherstellung. Schon im 6. Jahrhundert wurde das weisse Gold in China abgebaut. Vom chinesischen Ort Gaoling (weisser Hügel) stammt der Name für das weisse Mineralgemenge aus Kaolin und Quarzsand. Kaolinit ist ein Tonmineral, das durch chemische Umwandlung aus Feldspat entsteht. Die Verwitterung im sauren Milieu führt auch zur Bleichung der ursprünglich rötlichen Feldspäte.

Die geologischen Voraussetzungen für die hier gezeigten Kaolingruben im bayrischen Hirschau waren vor rund 250 Millionen Jahren (Zeit des Buntsandsteins zu Beginn der Trias-Zeit) gegeben. Die Verwitterungsprodukte der kristallinen Gesteine im Hinterland wurden ins Germanische Der Monte Kaolino besteht vorwiegend aus Quarzsand, der als Abfallprodukt bei der Gewinnung von Kaolin anfällt.Becken getragen. Am Beckenrand lagerten sich feldspatreiche Sandsteine an, während weiter draussen fast nur noch Quarzsand abgelagert wurde. Bei der Gewinnung von Kaolin fällt viel Quarzsand an, der zu grossen Halden aufgeschüttet wird. In Hirschau wurde daraus der Monte Kaolino – ein «riesiger Haufen Sand», der als Freizeitgelände genutzt im Sommer sogar zum Skifahren lädt.

Nach 50 Jahren Untertagebau wurde der Kaolin-Abbau in Hirschau 1883 auf Tagebaubetrieb umgestellt. Neben der Porzellanindustrie nutzt heute vor allem die Papierindustrie das Aluminiumsilikat als Füllstoff bei der Papierherstellung.

Hätten Sie gedacht, dass es zwischen Ihrem Kaffeeservice, Druckerpapier und Skifahren eine so grosse Verbindung gibt?

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Jun26

Lachen macht nicht nur Freude sondern ist auch gesund. Smiley-Herz in der Stadt Baden.Witze zu geologischen Themen, auch das gibt es. In einem Buch bin ich über Geo-Witze zum Thema Erdöl, Erdbeben und Sand gestolpert, die ich Ihnen nicht vorenthalten will. Vielleicht lockern die Witze eine lange Ferienfahrt etwas auf?!

Ein amerikanischer Ölmilliardär kommt nach zehn Jahren wieder durch Paris und sieht den Eiffelturm. „Jetzt bohren die Boys immer noch“, sagt er, „und Öl haben sie trotzdem noch keines gefunden!“

 

„Was war heute in der Tagesschau?“

„In der Stadt Enikjahuziradaheiro hat es ein Erdbeben gegeben.“

„Und wie hiess die Stadt vor dem Erdbeben?“

 

„Was gibt dreimal sieben?“

„Ganz feinen Sand!“

 

Kennen Sie noch weitere Geo-Witze?

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Apr24

Entstehung von Kohle aus abgestorbenen Pflanzenresten, die zuerst zu Torf werden.Im August 2011 haben wir die Entstehung von Erdöl angeschaut, heute wollen wir die Entstehung von Kohle genauer betrachten. Kohle ist ein biologisches Abfallprodukt und heute immer noch ein wichtiger Energieträger.

 

 

 

 

Durch Überlagerung mit Sedimenten wird aus dem Torf Braunkohle.Entstehung von Steinkohle

1) Vor rund 300 Millionen Jahren gab es auf dem Festland grosse «Kohlesümpfe». Abgestorbene Pflanzenreste versanken im sumpfigen Boden und wurden in Torf umgewandelt.

 

2) Sand und Ton deckten die Torfschicht mit der Zeit zu. Unter erhöhtem Druck und hoher Temperatur wurde aus dem Torf Braunkohle.

 

Unter anhaltend hohem Druck und Temperatur wird aus Braunkohle mit der Zeit Steinkohle.3) Nach weiteren Millionen Jahren wurde aus der Braunkohle unter dem anhaltend hohen Druck und erhöhten Temperaturen Steinkohle.

 

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Nov01

Rot-gelbe Felsen aus Ockersand bei Roussillon in FrankreichEs wird kühler, Blätter verfärben sich und fallen von den Bäumen – der Herbst ist da und mit ihm viele warme Rot- und Brauntöne.

Mit Ocker bezeichnen wir gelb-rot-braune Erdfarben. Und Ocker ist ein natürlicher Farbstoff. Ockersande enthalten etwa 10 Prozent Ocker (der Rest sind einfach Sandkörner). Der Ocker wiederum besteht zu rund 80 Prozent aus Tonmineralen, 18 Prozent sehr feinem Quarz und 2 Prozent Eisenoxidhydrat. Letzteres ist der eigentliche Farbstoff und sorgt für all die gelb-roten Nuancen in den Ockersanden.

In Europa sind die Steinbrüche in Roussillon (Frankreich, Provence) der wohl bekannteste Abbauort. Heute führt ein touristisch vermarkteter Spazierweg (sentier des ocres) durch die früheren Steinbrüche und Ranger passen auf, dass niemand Sandproben abfüllen und klauen kann. Ich habe bei einem Besuch letztes Jahr lediglich das bisschen Sand mitlaufen lassen, das sich zwischen Fusssohle und Sandale eingenistet hat auf dem Rundweg ☺

Mögen Sie die schönen Herbstfarben auch so sehr?

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