Nov18

Bändererz mit leichten Versätzen. Ausschnitt ca. 40 cm.Dunkelrot-schwarz gebändert, passend zur bevorstehenden Adventszeit, präsentieren sich die uralten Bändererze, die englisch als Banded Iron Formations, kurz BIFs, bezeichnet werden. Die Bändererze entstanden vor allem im Präkambrium in der Zeit von 3,8 bis 1,8 Milliarden Jahren. Es sind eisenhalte, marine Ablagerungen mit höchstwahrscheinlich biochemischem Ursprung. Das Eisen dürfte mehrheitlich aus untermeerischen Vulkanen stammen; es war als zweiwertige Ionen vorhanden, da im Meer zu wenig freier Sauerstoff vorhanden war, um das Eisen zu oxidieren. In Zyklen tauchten Mikroorganismen auf, welche Sauerstoff produzierten, welcher wiederum das zweiwertige Eisen zu dreiwertigem Eisen oxidierte. Die Eisenoxide kamen in Form von Magnetit und Hämatit zur Ablagerung und sind heute als metallisch-glänzende Schichten erhalten. War der Sauerstoff wieder aufgebraucht, lagerte sich in der Zwischenzeit eine rote Schicht aus Ton oder Chert (Quarz) ab. BIFs können Mächtigkeiten von 50 bis 600 m erreichen und sind wichtige Erzlagerstätten. Sie kommen weltweit auf allen alten Kontinentalschilden vor.

In der Zeit vor 750 Millionen Jahren bildeten sich nochmals Bändererze; deren Entstehung lässt sich aber bis heute nicht klar erklären, da zu dieser Zeit der Sauerstoffgehalt im Meer bereits deutlich höher war.

Welches Gestein bringen Sie mit der Adventszeit in Verbindung?

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Okt28

gebrannte Backsteine an einem Strassenrand in Indien (Uttar Pradesh).Vor kurzem wurden hier Lehmbauten vorgestellt. Damit der Lehm stabiler wird, kann er gebrannt werden; Backsteine und Dachziegel sind uns bestens vertraut. Gebrannte Ziegel gibt es schon seit über 7000 Jahren.

Der Name Backstein ist ein Sammelbegriff für verschiedene Bausteine aus gebranntem Ton. Die Brenntemperatur entscheidet über die Stabilität und den Einsatzort der Steine. Dachziegel werden bei höheren Temperaturen gebrannt, damit sich die Poren bei der Sinterung schliessen und sie wasserdicht werden. Backsteine enthalten zahlreiche Poren, die sie Luft durchlässig machen. Deshalb müssen sie im Bau verputzt werden. Für die Verkleidung von Mauerwerk mit sichtbaren Ziegeln werden sogenannte Blendziegel verwendet mit meist glatter Oberfläche.

Ein Denkmal für Dachziegel, Zürcher Ziegeleien.Bei der traditionellen Herstellung wird der Lehm zuerst in grossen flachen Wannen gewässert, wobei vorhandene Gase entweichen können. Die Lehmmasse wird von organischen und festen Bestandteilen gereinigt bevor kontrolliert Zusatzstoffe wie Sand zugegeben werden. Der Lehm wird in Formrahmen gepresst und längere Zeit an der Luft getrocknet. Die Luft getrockneten Ziegel werden dann zusammen mit Kohle zu einem Meiler aufgeschichtet, mit minderwertigen Ziegeln bedeckt und angezündet. Da in so einem Meiler die Temperaturen nicht einheitlich sind, besitzt nur etwa ein Drittel der fertigen Ziegel optimale Eigenschaften. Der Brennvorgang dauert rund zwei Wochen, wobei die Ziegel nur an drei Tagen der Brenntemperatur von 600-900 Grad Celsius ausgesetzt sind. Die übrigen Tage werden fürs Aufheizen und Abkühlen gebraucht.

In der industriellen Fertigung sind viele Schritte mechanisiert worden. Der gereinigte Lehm wird gepresst und geschnitten. Tunnelöfen ermöglichen einen kontinuierlichen Brennprozess unter einheitlichen Bedingungen. Die Ziegel durchlaufen den Ofen, werden langsam aufgewärmt, gebrannt und können langsam abkühlen, ohne dass das ganze Ofensystem jedesmal aufgeheizt und abgekühlt werden muss.

Die Farbe der Backsteine hängt vom Eisengehalt im Lehm ab. Ein hoher Eisengehalt führt zu rot-braunen Farbtönen, wenig Eisen und dafür ein höherer Kalkgehalt ergibt gelbliche Steine.

Ziegel sind praktisch und dekorativ – wo setzen Sie Backsteine zweckentfremdet ein?

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Okt21

Ammonit im Posidonienschiefer, Durchmesser ca. 7cmSchwäbischer Ölschiefer ist ein grau-schwarzer, bituminöser Tonstein aus der frühen Jurazeit vor rund 180 Millionen Jahren. Der Posidonienschiefer erstreckt sich über weite Gebiete Mittel- und Nordwesteuropas, liegt u.a. im Pariser Becken und ist im Süddeutschen Becken am besten aufgeschlossen, weil er hier durch die Alpenfaltung gehoben wurde.

Der Name geht ursprünglich auf eine Muschel zurück, die unterdessen aber umbenannt wurde. Posidonienschiefer ist kein Schiefer im engeren Sinn sondern lediglich ein fein geschichtetes Ton-Sediment. Die Tone wurden in einem flachen Nebenmeer der Tethys abgelagert. Das Milieu muss sauerstoffarm bis anoxisch gewesen sein, was die Konservierung des organischen Materials, der damaligen Lebewesen, begünstigte. Der Posidonienschiefer ist äusserst Fossil reich. Neben Muscheln, Ammoniten und Seelilien gibt es auch Fischsaurier, Posidonienschiefer-Platte mit zahlreichen Ammoniten.Krokodile und Fische. Ein sehr bekannter Fundort ist Holzmaden in der Schwäbischen Alb.

Posidonienschiefer wird für Tischplatten, Wand- und Kaminverkleidungen verwendet. Stellenweise enthält Posidonienschiefer nennenswerte Mengen Erdöl. In Süddeutschland wird der Ölschiefer als Energiequelle und Zuschlag in der Zementindustrie genutzt.

Wer selber einen Ammoniten aus dem Posidonienschiefer spalten will, kann das am Samstagnachmittag 25.10. im Naturmuseum Winterthur – vorausgesetzt man besitzt ein Fossilienjäger-Diplom – oder an der Winti Mäss Ende November am Stand der Nagra.

Viel Vergnügen!

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Okt07

Ca. 150 Millionen Jahre alter Koprolith - versteinerter Kot - eines Pflanzen fressenden Dinosauriers aus der Jurazeit. ca. 50 cm. Fundort Wyoming, USA. Jetzt im Senkenberg Museum in Frankfurt am Main ausgestellt.Jetzt fallen dann an der OLMA in St. Gallen wieder zahlreiche Häufchen von all den präsentierten Tieren, Kühe, Schweine, Schafe, etc. Wussten Sie, dass man auch versteinerten Kot finden kann und dieser – mittlerweile absolut geruchlos – interessante Informationen liefern kann? Meist lässt sich in den Spurenfossilien erkennen, ob der „Produzent“ Pflanzen- oder Fleischfresser war und womöglich lassen sich bei letzterem noch unverdaute Knochen- oder Schalenreste finden, die sogar ermöglichen, das Beutetier zu identifizieren. Einblick gewähren manuelle Präparation oder Dünnschliffe, wobei dabei der Koprolith zerstört wird. Mittels zerstörungsfreiem CT-Scan lassen sich dreidimensionale Röntgenbilder erstellen, die Knochenreste im Innern abbilden. Identifizierte Knochenreste lassen Rückschlüsse auf den Erzeuger zu, es ist aber äusserst selten, dass man versteinerten Kot eindeutig einem Tier zuordnen kann.

Grössenmässig reichen Koprolithe vom Millimeterbereich bis zu einem halben Meter. Die riesigen pflanzenfressenden Dinosaurier in der Jurazeit erzeugten ordentliche Kothaufen, die ihrerseits wichtige Nahrungsquelle für kleine Käfer, Insekten und Bakterien waren. Zudem düngten die Exkremente den Boden genauso wie heute und sorgten für ein gutes Pflanzenwachstum.

Die ältesten fossilen Ausscheidungen kennt man aus dem Kambrium vor rund 500 Millionen Jahren. Aufgrund ihres hohen Phosphatgehaltes wurden Koprolithe in England einst sogar als Rohstoffe gesucht und zur Düngerproduktion verwendet.

Wer es lieber etwas weniger indiskret mag, der unternimmt seine Reise in die Vergangenheit an der Olma mit dem Time-Ride – ganz ohne Koprolithe.

Von einem Vogeldreck getroffen zu werden, soll ja angeblich Glück bringen. Kennen Sie ähnliche Aussagen passend zum Thema?

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Sep30

Lehmhaus in den Merian Gärten in Basel.Lehmbauten kennt man traditionell in bäuerlichen Gesellschaften in trockenen Gebieten, wo die Bauten sehr dauerhaft sind. Lehmbauten werden aber auch in unseren Gefilden wieder vermehrt gebaut.

Als Lehm wird eine Mischung aus Ton, Schluff und Sand bezeichnet; er besteht also aus verschieden grossen Gesteinskornfraktionen.

Ein Lehmhaus wird entweder aus ungebrannten Lehmziegeln gebaut, oder ein Holzgerüst wird mit Lehm verfüllt. Für Lehmziegel wird Lehm mit Füllstoffen (Sand, Pflanzenfasern, Stroh, etc.) in Holzrahmen gepresst und dann an der Luft trocknen gelassen. Die Füllstoffe sorgen für Stabilität und eine geringere Dichte. Ziegel aus reinem Ton würden beim Trocknen schnell Risse erhalten, wären sehr schwer und langfristig nicht sehr stabil. Werden Tonziegel gebrannt, erhält man Backsteine – das wäre ein anderes Kapitel.

Detailaufnahme einer Lehmwand. Der Lehm wird mit Füllstoffen wie Sand und Kies gestreckt und stabilisiert.In der Region Basel gibt es gleich zwei Lehmhäuser zu bewundern. 2012 eröffnete das Lehmhaus im Merian Park, das aus gestampftem Lehm besteht und von einer Holzkonstruktion getragen wird. Anfang Mai 2014 nahm Ricola das neue Kräuterzentrum in Betrieb, welches als grösster Lehmbau Europas gilt. Der Lehm stammt aus nächster Umgebung, was zahlreiche Materialtransporte einsparte.

Lehmbauten bieten zudem ein ausgeglichenes Raumklima. Lehm speichert Wärme und gleicht die Luftfeuchtigkeit aus.

Wo gibt es noch weitere Lehmbauten in der Schweiz?

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Sep09

Geologie und Essen hat mehr mit einander zu tun, als man auf den ersten Blick erwarten würde.Das Thema der diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals am 13. Und 14. September lautet „Zu Tisch“. Auf den ersten Blick mag das wenig mit Geologie zu tun haben, auf den zweiten Blick zeigen sich aber unzählige Verbindungen.

Schon in der Steinzeit dürften ein paar Steine die zentrale Feuerstelle umgeben und zusätzlich Wärme gespeichert haben.

Vom gepflästerten Marktplatz wo man einkauft, über das schlichte Refektorium im aus Steinen erbauten Kloster bis zum geschmückten Esszimmer mit dem feinen Porzellan; überall begleiten „steinige“ Rohstoffe unser Essen. Vielleicht diente ein Kohleofen zum Kochen oder Heizen…

Programmheft Denkmaltage 2014 zum Thema "Zu Tisch". hereinspaziert.chTöpfe wurden aus Speckstein geschliffen, aus Kupfer und anderen Metallen geschaffen, mit Email überzogen, welches ebenfalls aus natürlichen, mineralischen Pigmenten hergestellt wird.

Für die Produktion von Keramik braucht man Kaolin, ein Verwitterungsprodukt von Feldspat. Im Glas steckt Silizium und am Boden findet sich vielleicht Weinstein. Ganz vornehme Personen tranken aus geschliffenem Bergkristall mit Goldeinfassung; Schalen wurden mit (Halb-)Edelsteinen besetzt.

Die Tischplatte ist aus Marmor, die Küche aus indischem Granit und das Fleischplättli ist hübsch angerichtet auf einer dünnen Schieferplatte.

Sie sehen, wenn man mal anfängt zu überlegen, dann findet sich viel Geologie rund um unser Essen.

Auch bei der Herstellung von Speisen spielt Geologie mit. Früher wurde das Mehl in einer Steinmühle, erst von Hand, dann unterstützt von Esel, Wasser oder Wind, gemahlen und vielleicht besitzen Sie heute noch einen Mörser aus Stein? Und zu guter Letzt: was wäre eine Suppe ohne Salz?

Suchen Sie sich eine Veranstaltung aus dem reichhaltigen Menu aus und suchen Sie die nach der Verbindung zur Geologie! Wo haben Sie sie gefunden?

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Sep02

Schachtelhalme mögens gerne feucht. Sie gibt es schon seit über 300 Millionen Jahren.Als lebende Fossilien werden Lebewesen bezeichnet, deren Bauplan vor sehr langer Zeit angelegt wurde und der sich nur geringfügig verändert und an neue Umweltbedingungen angepasst hat. Ein uns allen vertrautes lebendes Fossil aus der Pflanzenwelt ist der Ginkgo-Baum, der an dieser Stelle schon vorgestellt wurde.

Genauso bekannt dürften Schachtelhalme sein, die zu den Farnen gehören. Heute gibt es nur noch wenige dieser einst artenreichen Gruppe. Klassische Schachtelhalme kennt man fossil bereits aus dem Devon vor 375 Millionen Jahren. Kalamiten waren baumartige Schachtelhalme, welche im Karbon- und Permzeitalter riesige Wälder bildeten, welche eine wichtige Grundlage für die Steinkohlevorkommen bildeten. Kalamiten konnten bis 30 m hoch wachsen mit Stammdurchmessern von gegen einem Meter; die Stämme waren verholzt.

Schachtelhalme verbreiten sich über Rhizome und Sporen und bevorzugen feuchte Standorte. Eine weitere Bezeichnung lautet Zinnkraut. Schachtelhalme wurden früher im Haushalt als Scheuermittel verwendet, da sie in den Zellwänden Silicium einbauen.

Was für weitere natürliche Hausmittelchen kennen Sie noch?

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