Apr09

Schwarzer Turmalin - Schörl. in der Aufsicht ist das trigonale System gut zu erkennen. Kristalldurchmesser ca. 10cm.Sie werden sich vielleicht fragen, was Fussball mit Turmalinen zu tun hat. Sehr viel! Gewisse Männer sind nämlich ganz scharf auf die Klunker. Vor allem wenn es sich um die 21 Turmaline in Deutschlands begehrtester Salatschüssel handelt, wie die Meisterschale in der Fussball-Bundesliga auch genannt wird.

Dieses Jahr darf sich auch ein Schweizer mitfreuen. Xherdan Shaqiri wird in seiner ersten Saison beim FC Bayern München Deutscher Fussballmeister 2013.

DEN Turmalin als solches gibt es nicht. Es handelt sich bei den Mineralen um eine Mischreihe; Rosa Turmaline. das Gesteinsstück ist etwa 5cm gross.mehrere Elemente im trigonalen Kristallsystem lassen sich fast beliebig austauschen und ergeben eine grosse Anzahl ähnlicher Minerale. Der schwarze Eisen-Turmalin Schörl ist am häufigsten. Dekorativer ist der Wassermelonenturmalin, wo das rote Innere mit einer grünen Hülle umwachsen ist. Einige Turmaline zeigen Pleochroismus; je nach Blickwinkel auf die Längsachse erstrahlt der Kristall in einem anderen Farbton. Die Farbe kann sich aber auch effektiv entlang der Längsachse ändern, ohne optischen Effekt.

Turmaline werden als Schmucksteine genutzt, in der Elektronik und dünne Scheiben als Polarisatoren in der Mikroskopie.

Die Deutsche Bundesliga ist dieses Jahr früh entschieden, wer glauben Sie wird Meister in der Schweizer Super League?

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Mrz12

Aargau - Steinreich. Flyer der aktuellen Vitrine Frühjahr 2013 im NaturamaBraun-grau-grünlich. Nein, das sind nicht die neuen Modefarben für den Frühling. Das sind die Farben dreier fossilreicher Gesteinsschichten im Kanton Aargau, die in der „aktuellen Vitrine“ im naturama präsentiert werden.

Die Vitrine wurde in Zusammenarbeit mit den Mineralien- und Fossilien-Freunden Aargau gestaltet, die 2013 ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern. Sie enthält Fossilien aus dem jurazeitlichen Meer; hauptsächlich Ammoniten aus dem braunen Herznach-Member, dem grauen Birmenstorf-Member und dem gelblich-grünen Baden-Member.

Die braune Farbe der Herznacher Schicht geht auf den hohen Eisengehalt zurück. Die Eisenoolithe direkt unterhalb der Fossilschicht wurden zwischen 1200 und 1750 sowie 1932 und 1967 in Herznach abgebaut. Unmittelbar darüber folgen die Birmenstorfer Schichten zu Beginn der Malmzeit (jüngster Zeitabschnitt im Jura). Diese Kalkmergel sind mancherorts in Steinbrüchen der Zementindustrie aufgeschlossen und enthalten Ammoniten, Brachiopoden, seltener Seeigel und Haifischzähne.

Die grünliche Farbe der Badener Schicht (später Malm) ist durch das Mineral Glaukonit bedingt. Glaukonit entsteht bei der Umwandlung von detritischem Biotit im flachen Meer unter reduzierenden (d.h. ohne freien Sauerstoff) Bedingungen.

In der Jura-Zeit, als die Schichten abgelagert wurden, war die Schweiz von einem flachen Meer bedeckt.

Die aktuelle Vitrine zeigt die Aargauer Schätze aus dem Jurameer noch bis zum 31. August 2013.

Welche fossilen Schätze besitzen Sie?

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Jan01

Rolle mit Lötzinn für die Verbindung von bspw. elektronischen TeilchenHaben Sie gestern an der Silvesterfeier Zinn gegossen? Ich hoffe, die Zukunft hält für Sie Erfreuliches bereit – Job, Geld, Liebe… Vielleicht haben Sie aber auch noch ältere Lametta an Ihrem Christbaum hängen, die aus Stanniol sind. Stanniol ist nämlich dünn gewalztes Zinn, lateinisch stannum.

Zinn ist ein Element mit sehr tiefem Schmelzpunkt. Das weiche Schwermetall wird in primären Lagerstätten abgebaut oder auch sekundären Seifenlagerstätten, wo sich das stabile Zinnerzmineral Kassiterit angereichert hat. Heute ist China der grösste Zinnproduzent, aber auch –verbraucher. In Europa wird noch in Portugal Zinnerz abgebaut. Im Deutschen Erzgebirge gäbe es zwar ordentliche Vorräte, wegen der geringen Konzentration ist der Abbau aber fragwürdig. Der weltweite Jahresverbrauch liegt bei rund 300000 Tonnen Zinn.

Bekannt ist Zinn schon seit 3500 v. Chr. aufgrund von Bronzefunden aus dem Südkaukasus. Durch die Legierung von Kupfer und Zinn erhielt letzteres grössere Bedeutung.

Selbst heute noch kommt Zinn vielerorts Einsatz. So wird reines Zinnblech für die Herstellung von sichtbaren Orgelpfeifen verwendet und in der Legierung der goldfarbenen Euromünzen ist 1% Zinn erhalten. In Form von Weissblech ist Zinn in jedem Haushalt als Konservendose vertreten. Unter Heimelektronikern bekannt sein dürfte zudem Lötzinn.

Sie fragen sich jetzt vielleicht noch, was Jupiter im Titel verloren und mit dieser Geschichte zu tun hat. Ganz einfach, das Element Zinn wird in der Alchemie Jupiter zugeordnet.

Zinn- (oder Blei-)giessen – was hält das neue Jahr für Sie bereit?

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Okt23

Gips in verschiedenen Varietäten; es fehlen zum Beispiel noch die Gipsrose und der Selenit.Am Wochenende beginnt in Sölden die neue Skisaison für die Profis. Hobbysportler dürften nach den vergangenen warmen Herbsttagen noch weniger Lust aufs Skifahren haben. Leider mehr oder weniger mit dem Wintersport verbunden – aber nicht nur – ist das Thema «Gips».

Gips ist ein wasserhaltiges Calciumsulfat mit der Formel CaSO4.2H2O. Das sehr weiche Mineral kann durch Verdampfung von Wasser entstehen und undurchsichtige Schichten bilden – vorausgesetzt die nötigen Elemente sind genügend angereichert im Wasser. Gips kann aber auch klare monokline Kristalle bilden; in Wüsten auf dem Boden oder in Spalten. Gipskristalle können auch verzwillingt sein und dann sogenannte Schwalbenschwanzkristalle bilden. Der Name kommt nicht vom Schmetterling sondern von der Anordnung der Schwanzfedern der Vögel.

Schwalbenschwanzzwillinge - GipskristalleBekanntere Formen von Gips dürften die Gipsrosen (Sandrosen) sein oder auch Alabaster, der unter Künstlern beliebt ist. Selenit ist eine fast durchscheinende Gipsvarietät.

Beim Erhitzen gibt der Gips sein Kristallwasser wieder ab. Wird der «getrocknete» Gips wieder mit Wasser vermischt, bindet dieser ab und wird fest. Dies nutzt man für gebrochene Arme und Beine; dabei wird der Gips zusätzlich mit Stoffbändern fixiert, da er sonst bei einem Schlag sehr schnell zerbrechen würde. Aber nicht nur lebendige Arme und Beine werden bei Bedarf gegipst, auch fossile Knochen werden mit Gips eingepackt für den sicheren Transport ins Labor.

Welche Gips-Varietät ist Ihnen am liebsten? Gipslage, -rose, -kristall, -zwilling, -arm, -bein, etc.

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Okt08

Blick in die Kaolingrube in Hirschau (D). Kaolin ist ein Verwitterungsprodukt von Feldspat und wichtiger Rohstoff in der Keramik- und Papierindustrie.Kaolin ist ein wichtiger Rohstoff für die Porzellanherstellung. Schon im 6. Jahrhundert wurde das weisse Gold in China abgebaut. Vom chinesischen Ort Gaoling (weisser Hügel) stammt der Name für das weisse Mineralgemenge aus Kaolin und Quarzsand. Kaolinit ist ein Tonmineral, das durch chemische Umwandlung aus Feldspat entsteht. Die Verwitterung im sauren Milieu führt auch zur Bleichung der ursprünglich rötlichen Feldspäte.

Die geologischen Voraussetzungen für die hier gezeigten Kaolingruben im bayrischen Hirschau waren vor rund 250 Millionen Jahren (Zeit des Buntsandsteins zu Beginn der Trias-Zeit) gegeben. Die Verwitterungsprodukte der kristallinen Gesteine im Hinterland wurden ins Germanische Der Monte Kaolino besteht vorwiegend aus Quarzsand, der als Abfallprodukt bei der Gewinnung von Kaolin anfällt.Becken getragen. Am Beckenrand lagerten sich feldspatreiche Sandsteine an, während weiter draussen fast nur noch Quarzsand abgelagert wurde. Bei der Gewinnung von Kaolin fällt viel Quarzsand an, der zu grossen Halden aufgeschüttet wird. In Hirschau wurde daraus der Monte Kaolino – ein «riesiger Haufen Sand», der als Freizeitgelände genutzt im Sommer sogar zum Skifahren lädt.

Nach 50 Jahren Untertagebau wurde der Kaolin-Abbau in Hirschau 1883 auf Tagebaubetrieb umgestellt. Neben der Porzellanindustrie nutzt heute vor allem die Papierindustrie das Aluminiumsilikat als Füllstoff bei der Papierherstellung.

Hätten Sie gedacht, dass es zwischen Ihrem Kaffeeservice, Druckerpapier und Skifahren eine so grosse Verbindung gibt?

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Okt02

Zirkonkristall auf feinkörnigem Calcit. Quelle: Wikipedia; Rob Lavinsky, iRocks.comDer älteste bekannte Kristall ist ein Zirkon (4,4 Milliarden Jahre) aus Australien. Obwohl die Mineralformel auf ZrSiO4 lautet, werden hier auch andere Elemente eingebaut; vor allem Uran und Thorium, welche die Bestimmung des Kristallisationsalters aufgrund ihrer relativen Häufigkeit innerhalb eines einzelnen Kristalles ermöglichen. Gesteine und Minerale befinden sich in einem steten Kreislauf und werden dabei erodiert, abgelagert, umgewandelt etc. Besonders resistente Mineralien wie eben Zirkone werden auf ihrer Reise unzählige Male umgelagert aber nicht aufgelöst – wie beispielsweise Feldspat. Und mit riesigem Glück finden wir heute noch ganz alte Mineralkörner in jüngeren Sedimenten. Der Zirkon aus Australien dürfte in einem der ersten granitischen Gesteine entstanden sein und hat seither überlebt.

Zirkon besitzt die Härte 6,5 bis 7,5 und hat mit rund 4,6 g/cm3 eine sehr hohe spezifische Dichte, weshalb er zu den Schwermineralen gezählt wird.

Im Gesteinsdünnschliff ist Zirkon meist relativ leicht zu erkennen dank seiner Kristallform und dem hohen Relief. Wenn ein Zirkon zudem in Biotit eingebettet liegt, entsteht rundherum ein sogenannter pleochroitischer Hof. Durch die radioaktive Strahlung aus dem Zirkon wird das Kristallgitter des Biotits gestört, was unter dem Mikroskop im Dünnschliff als braun-schwarze Verfärbung sichtbar wird.

Wenn Sie jetzt denken, Sie hätten doch Zirkon am Ring, schauen Sie genau, Zirkon und Zirkonia – ein synthetischer Diamantersatz – sind nämlich nicht dasselbe!

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Jun12

Der weiche Gipsstein lässt sich leicht mit der Messerklinge ritzen. Der Quarz hingegen ritzt die Klinge.Die Härte bezeichnet den Widerstand, den ein Mineral oder Kristall mechanischer Beanspruchung entgegensetzt. Der Mineraloge Friedrich Mohs erstellte 1822 eine relative Skala über 10 Grade und besetzte jeden Grad mit einem häufig vorkommenden Mineral. Jedes Mineral ritzt die Minerale mit geringerem Härtegrad. Der Ritztest sollte auf einer ebenen Kristallfläche durchgeführt werden.

Die folgende Liste gibt das Standardmineral zu jedem Härtegrad

1 Talk            – mit Fingernagel ritzbar

2 Gips           – mit Fingernagel ritzbar

3 Calcit         – mit Münze ritzbar

4 Fluorit       – mit Stahlnagel ritzbar

5 Apatit        – mit Stahlnagel ritzbar

6 Feldspat (Orthoklas)

7 Quarz         – ritzt Glas und Stahl

8 Topas        – ritzt Glas und Stahl

9 Korund      – ritzt Glas und Stahl

10 Diamant  – ritzt Glas und Stahl

Minerale der Härte 1-2 lassen sich mit dem Fingernagel ritzen. Calcit lässt sich mit einer Münze zerkratzen, Fluorit und Apatit mit einem weichen Stahlnagel. Quarz und alle härteren Minerale ihrerseits hinterlassen Kratzspuren auf Glasflächen und Messerklingen. Diamant ist allerdings nicht einfach zehnmal härter als Talk, sondern lediglich härter als alle anderen Minerale.

Die relative Härte kann im Feld zur Bestimmung eines Minerals mithelfen. Aus diesem Grund gehört das Taschenmesser nach wie vor zur Feldausrüstung eines Geo- oder Mineralogen und hat meist zerkratzte Klingen.

 

 

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