Okt08

Stein-Meteorit aus Lybien mit ausgeprägter Schmelzkruste und Kontraktionsrissen, Grösse ca. 6cmMeteoriten faszinieren Gross und Klein; diese ausserirdischen Gesteinskörper, die manchmal ohne Ankündigung und vielfach unbemerkt auf die Erde niedergehen. Meteoriten fallen eigentlich ständig auf die Erde, wodurch die Erde jährlich mehrere 10’000 Tonnen an Gewicht zulegt, bloss merken wir davon kaum etwas, da der grosse Teil als Meteoritenstaub herunter rieselt. Die meisten Meteoriten zerfallen und verglühen beim Eintritt in die Atmosphäre oder zerfallen in mehrere kleine Stücke, die in einem elliptischen Streufeld zu liegen kommen, ohne Schaden anzurichten. Nur grössere Himmelsgeschosse dringen als Körper ein und verursachen beim Einschlag einen Krater. Einige Meteoriten verursachen regional Schaden, wie das im Nördlinger Ries oder dem Meteor Crater der Fall war, oder auch dem jüngsten Ereignis im März 2013 in Russland. Der Einschlag eines riesigen Meteoriten vor 65 Millionen Jahren auf der Halbinsel Yucatan hatte weltweite Auswirkungen und trug wesentlich bei zum Aussterben der Dinosaurier – und vieler anderer Tier- und Pflanzenarten.

Festziges Stück des Nickel-Eisen Meteorites Canyon Diablo aus Arizona (USA, Meteor Crater). Grösse ca. 7cmJeder Meteorit erzählt eine Geschichte. Viele Meteoriten sind schon 4,6 Milliarden Jahre alt und gleichzeitig entstanden wie unsere Erde. Sie enthalten noch Informationen über die Entstehung des Sonnensystems. Andere entstanden sehr viel später bei Kollisionen von Himmelskörpern und können so vom Mond oder auch vom Mars stammen. Meteoriten werden aufgrund ihrer Zusammensetzung unterteilt in Steinmeteoriten, Eisenmeteoriten und Stein-Eisen-Meteoriten.

Eine Einladung zum Meteoritensuchen in der Wüste – warum würden Sie diese annehmen bzw. ablehnen?

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Jul09

Barringer-Krater (Meteor Crater) in Arizona, entstanden vor rund 50000 JahrenEs geschah vor 50000 Jahren. Ein etwa 50 m grosser Eisen-Nickel-Meteorit nähert sich der Erde und schlägt in Nordamerika ein; weite Landstriche werden verwüstet, in der Nähe des Einschlagpunktes alles Leben ausradiert. Der Einschlag hat aber keine globalen Auswirkungen. Ein 170 m tiefer Krater mit einem Durchmesser von über einem Kilometer entsteht in der einst grünen Graslandschaft. Heute ist die Gegend um den Meteor Crater eher trocken, was wegen der geringen Erosion für die gute Erhaltung der Kraterstrukturen sorgt. Der Kraterwall ist 36 bis 60 m hoch und besteht aus Auswurfmaterial, das im Osten eine umgekehrte Schichtung aufweist, verglichen mit der Kraterwand. Im Krater wurde das Gestein beim Einschlag aufgeschmolzen und verdampft. Dabei entstanden neue Mineralien, darunter auch Diamanten.

Meteor Crater in Arizona (USA)Der Meteor Crater (Barringer Meteorite Crater) im US-Bundesstaat Arizona ist der best erhaltene und auch erforschte Meteoritenkrater auf der Erde. Entdeckt wurde die Struktur 1871; es sollte aber fast 100 Jahre dauern, bis die Entstehung durch einen Meteoriten als Ursache eindeutig akzeptiert wurde. Die frühen Forscher glaubten, wenn der Krater durch einen Meteoriten entstanden sei, dann müsste das riesige Geschoss noch im Kraterboden zu finden sein. Im Kraterinnern wurden aber keine Meteoritenreste gefunden, dafür in der Umgebung. 30 Tonnen Meteoritenreste wurden gesammelt, die unter dem Namen Canyon-Diablo-Meteorit bekannt sind.

Meteor Crater, Nördlingen, … kennen Sie weitere Meteoritenkrater auf der Erde, die relativ gut zugänglich sind?

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Nov06

Suevit-Würfel aus dem Nördlinger Ries, in dem die verschiedenen Komponenten gut sichtbar sind.Das Nördlinger Ries ist weltweit einer der noch sehr gut erhaltenen Einschlagkrater. Das Ries-Ereignis fand vor etwa 14,4 Millionen Jahren statt. Ein Meteorit mit 1,5 Kilometern Durchmesser raste mit 15-50 km/s auf die Erde, formte einen 500 m tiefen Krater mit rund 25 Kilometern Durchmesser. Bis in eine Tiefe von 6 Kilometern wurde das kristalline Grundgebirge zertrümmert. Der oberste Teil des Grundgebirges wurde aufgeworfen, obwohl es unter einer mehrere Hundert Meter mächtigen Schicht mesozoischer Sedimente lag. Die Gesteinstrümmer flogen bis in einen Umkreis von 70 Kilometern; die kleinen glasigen Tektite wurden sogar noch in einer Entfernung von 450 Kilometern gefunden.

Erst seit 1960 ist erwiesen, dass es sich bei der kreisförmigen Struktur tatsächlich um einen Impaktkrater handelt und nicht um eine vulkanische Struktur, wie einst angenommen, aufgrund der gefundenen tuffartigen Gesteine. Bei genauerer Betrachtung entdeckte man die Minerale Stishovit und Coesit, zwei Hochdruckmodifikationen von Quarz, die nur durch einen Impakt entstehen können.

Der tuffähnliche Suevit ist ein Impaktgestein aus thermisch veränderten Sedimenten, erstarrter Schmelze und Hochdruckmineralen. Das poröse Gestein hat gute Dämmeigenschaften und wurde verschiedentlich als Baustein verwendet.

Heute liegt die Ries-Ebene nur noch etwa 120 Meter tiefer als der bewaldete Rand der umgebenden Hochfläche; fällt aber deutlich auf in der hügeligen Landschaft der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Krater füllte sich nach dem Meteoriteneinschlag mit Wasser und enthielt lange Jahre einen hochsalinen See.

Stellen Sie sich vor, so ein Ereignis würde sich heute ereignen… was würde das für uns heissen?

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