Mai19

Die Verschiebung und Formung von Kontinenten ist eine der wichtigsten Vorgänge für die biologische Evolution. Solche geologische Ereignisse liessen geographische Barrieren entstehen, die zu Artbildung führten. Das Vorkommen der Beuteltiere, Marsupialia, in Australien und Südamerika z.B. weisen auf solche Verschiebungen und Verbreitungen von Organismen hin. Oder als Indien vor ca. 50-40 Mio Jahren aus dem früheren Gondwanaland nordwärts driftete und Eurasien rammte, führte dies zur Auffaltung des Himalaya und zu einer geographischen Barriere für die Lebewesen. Als Konsequenz wurde der weitere Verlauf der biologischen Evolution in diesem Teil der Welt wesentlich verändert.

“Wanderrouten” verschiedener Tiergattungen führten quer über den ganzen Planeten, wie wir ihn heute kennen und so wurde auf dieser Basis der fiktive Superkontinent Pangäa (griechisch “All-Erde”) zusammengesteckt. Die Landmassen waren vereint als sich die Arten entwickelten, denn die Wanderrouten können nur zu Land statt gefunden haben. Man spricht deshalb von Superkontinent-Zyklen, von denen fünf oder sechs im Laufe der Erdgeschichte postuliert werden. Allerdings ist nur der letzte mit dem Namen Pangäa (vor ca. 250 Millionen Jahre) bezeichnet.

Verbreitungsgebiete von Cynognathus, Mesosaurus, Glossopteris und Lystrosaurus

In der Grafik sind die paläobiogeographischen Verbreitungsgebiete von CynognathusMesosaurusGlossopteris und Lystrosaurus vereinfacht dargestellt. Bild: Snider-Pellegrini Wegener, Quelle: Internet.

Wie steht es nun mit den Erklärungsversuchen bzw. Theorien? Heute wird mit Hilfe der Kontinentalverschiebung bzw. Plattentektonik geologisch aktive Zonen auf der Erde wie Vulkanismus, Erdbeben, Plattenverschiebung oder Gebirgsbildung erklärt. Es gibt aber noch andere Theorien. Diese Thematik führt uns ins Gebiet der Geotektonik, welcher ich im nächsten Beitrag nachgehen werde. Wir sind also immer noch auf unserer Reise durch weltumspannende Prozesse, Phänomene und Erklärungsmodelle. Ahoi und bis nächste Woche!

>> Youtube Film zur Kontinentaldrift

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Mai05

Die dramatischen Ereignisse in Nepal veranlassen mich, liebe Leserinnen und Leser, einige Beiträge über die grossen geotektonischen Zusammenhänge im Himalaya zu schreiben. Der Himalaya, ein Hochgebirgssystem der Superlative erstreckt sich von den westlichen Grenzen Afghanistans und Pakistans bis Burma bzw. Myanmar. Es umfasst ca. 3000 Kilometer und erreicht eine maximale Breite von rund 350 Kilometern.

Himalaya   Mt. Everest Nordseite © Luca_Galuzzi

Links: Der Himalaya Gebirgsbogen mit seinen höchsten Gebirgsketten am Südsaum des tibetischen Hochlandes. Rechts: Mount Everest, Nepal/Tibet ist mit seinen 8848 m der höchste Berg im Himalaya und der Welt. Er wächst, wie das gesamte Gebirge, jährlich im Millimeterschritt weiter.

Das Aufbrechen eines Superkontinents und die Kollision zweier Kontinentalplatten

Vor etwa 200 Millionen Jahren zerbrach der Superkontinent Pangaea in die Kontinente Gondwana und Laurasien. Dazwischen lag ein riesiges Meer, die Tethys. Gondwana zerbrach weiter in kleinere Schollen, wovon der indische Subkontinent im Laufe der Jahrmillionen sich nach Norden, in Richtung Eurasien, bewegte. Das Vorrücken der indischen Platte nach Norden ist in der folgenden Grafik und Animation sehr anschaulich dokumentiert.

Indischer Subkontinent driftet auf die Eurasische Platte zu    Plattentektonische Reise des Planeten Erde

Links: © USGS & Kotagiri Shekar;  Rechts: ©SpaceRip

Der Motor der Plattenverschiebungen

Nach heutiger Vorstellung werden Plattenverschiebungen durch Konvektionsströme im Erdinnern in Gang gehalten. Die Lithosphäre, die aus der Erdkruste und der oberen Schicht des Erdmantels besteht, ist in Plattenstücke zerbrochen. Einige Platten tragen Kontinente (kontinentale Platten), andere bilden ausschliesslich den Meeresboden (ozeanische Platten). Die Prozesse im Innern der Erde bewegen die Kontinente und den Meeresboden. Die Platten erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu mehreren Zentimetern im Jahr, wie das Wachstum unserer Fingernägel! Weil sich die Konvektionsströme meist chaotisch verhalten, kann es zu plötzlichen Veränderungen in den Bewegungen der Platten kommen. Prallen nun zwei kontinentale Platten (untere rechte Grafik) aufeinander, kommt es zur Kollision wie bei einem Autounfall. Die Kontinente deformieren sich und falten sich zu einem Gebirge auf.

Konvektionsströme und Plattentypen   Gebirgsbildung: Die beiden Kontinentalplatten mit ähnlicher Dichte prallen aufeinander, es kommt zur Aufwölben der Gesteinsmassen zu einem Gebirge.

Links: Darstellung der Konvektionsströme und die verschiedenen Plattentypen. Bildquelle: Internet. 
Rechts: Aufprall zweier Kontinentalplatten. Da beide Platten ähnliche Dichte haben, kommt es zur Aufwölben der Gesteinsmassen zu einem Gebirge. Bildquelle: Internet

Das Zusammenstossen der indischen auf die eurasische Platte erzeugt gewaltige Spannungen in der Erdkruste, die nicht nur zur Auffaltung des Himalayas, der Hebung des Tibetischen Plateaus und dem Ausweichen von Krustenmaterial nach Osten führen, sondern auch immer wieder zu zahlreichen, starken Erdbeben, wie wir sie jetzt erleben.

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Die Lösung

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