Aug22

95 % der weltweit vorkommenden Vulkane sind an aktive Plattenränder wie Subduktions-Rift- und ozeanische Spreizungszonen gebunden, die restlichen 5 % an Mantel-Plumes oder Manteldiapire bzw. Hotspots.

Ein Manteldiapir ist ein Gebiet im tieferen Erdmantel, von wo aus Wärme und Material in die Erdkruste aufsteigt und der Hotspot ist die Entsprechung an der Oberfläche.

 

Schema eines Manteldiapirs © Ingo Wölbern, eigenes Werk, gemeinfrei

Schema eines Manteldiapirs © Ingo Wölbern, eigenes Werk, gemeinfrei

Die Vorstellung eines Mantelplumes entstand in den 1960er Jahren und zielte darauf ab den Intraplattenvulkanismus, der unabhängig von Plattengrenzen auftritt, zu erklären.

Die meisten aktiven Intraplattenvulkane sind in ozeanischen Gebieten zu beobachten mit dem Hawaii-Archipel als bekanntestes Beispiel. Übrigens sind es basaltische Schildvulkane, siehe Beitrag Schicht- oder Schildvulkan?

Mit zunehmender Entfernung vom heute aktiven Vulkan werden die Inseln älter.

Karte der Hawaii-Emperor-Kette: Die älteren Abschnitte sind vollständig unterseeische. Diese Kette führte zur Diapir/Hotspot These© I. Wölbern - eigenes Werk, gemeinfrei

Karte der Hawaii-Emperor-Kette: Die älteren Abschnitte sind vollständig unterseeische. Diese Kette führte zur Diapir/Hotspot These© I. Wölbern – eigenes Werk, gemeinfrei

Aus dieser Beobachtung leitete man 1963 einen Zusammenhang zwischen Vulkanismus und Plattendrift ab. Der aktive Vulkan, der mit der Lithosphärenplatte wegdriftet, gerät so aus dem Umfeld der ortsfesten Magmaquelle und ein neuer Vulkan entsteht.

Hotspot © CC BY-SA 3.0

Hotspot © CC BY-SA 3.0

Das Modell wurde weiter verfeinert und die Hotspots brachte man in Zusammenhang mit aufsteigenden Plumes. Sie sind das Resultat von Konvektionsvorgängen im unteren Mantel. Mit dieser Annahme konnte auch erklärt werden, dass Hotspot Basalte eine etwas andere chemische Zusammensetzung zeigen als jene Mittelozeanischer Rücken.

Den Ablauf kann man sich folgendermassen vorstellen: Ein Plume durchquert den plastischen Erdmantel und trifft auf die festere Lithosphäre, die wie eine Trennschicht für das aufsteigende Material wirkt. So breitet sich darunter das Material pilzförmig in alle Richtungen aus und gibt Wärme ab, so dass Teile des Mantelgesteins zu schmelzen beginnen. Und je weiter der Plume aufsteigt, desto mehr Material geht infolge des abnehmenden Drucks in Schmelze. Die Druckentlastung bewirkt, dass sich das Magma durch bestehende Klüfte und Gesteinsporen bis in die Erdkruste bewegt, wo es sich in einer Magmakammer sammelt. Der Druck in der Magmakammer wird so aufgebaut bis  die Schmelze schliesslich die Erdoberfläche erreicht. Dies wird als basaltischer Vulkanismus wahrgenommen.

Geht man davon aus, dass Hotspots über lange geologische Zeiträume ortsfest sind, können Bewegungen rekonstruiert werden, die weiter in der Vergangenheit liegen.

Weitere bekannte Beispiele für Hotspot-Vulkanismus sind z. B. die Eifel in Deutschland, die Galápagos-Inseln, der Yellowstone-Nationalpark in Wyoming, der Dekkan Trapp in Indien, der Sibirische Trapp in Russland, Die Insel der Glückseligen und weitere.

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Nov17

Die “Inseln der Glückseligen” (griechisch Elysion) sind in der griechischen Mythologie Orte im äussersten Westen des damaligen Erdkreises, an die ausgewählte Helden entrückt wurden, um als Unsterbliche ein glückliches Leben zu führen.

Makaronesien©CreativeCommons  Makaronesien umfasst fünf Inselgruppen als Unterregionen, v.N.n.S.:

  • Azoren (Portugal)
  • Madeira (Portugal)
  • Ilhas Selvagens (Portugal)
  • Kanarische Inseln (Spanien)
  • Kapverdische Inseln (seit 1975 unabhängig von Portugal)

 

Diese im östlichen Zentralatlantik liegenden Inselgruppen sind vulkanischen Ursprungs. Obwohl riesige Entfernungen zwischen den Inselgruppen herrschen, sind sie hinsichtlich der geologischen Entstehung aber auch der Tier- und Pflanzenwelt verwandt.

Hotspot-Vulkanismus

Die Inselgruppen sind über sogenannten Hotspots (heissen Zonen) entstanden, auf vulkanisch aktiven Zentren, die nicht durch plattentektonische Aktivitäten, wie zum Beispiel dem ozeanischen Rücken im Atlantik, verursacht werden.

Ein Hotspot ist eine Zone, in der heisses Mantelmaterial aus tieferen Schichten (wahrscheinlich aus der Kern-Mantel-Grenze) emporsteigt. Diese Zonen werden auch Manteldiapire genannt. Der erhöhte Temperaturfluss erzeugt Aufschmelzung des Gesteins in der Asthenosphäre. Weil diese Schmelzen geringere Dichte aufweisen, können sie an die Oberfläche gelangen. Dieser Hotspot-Vulkanismus kann man vom Vulkanismus der ozeanischen Rücken gut unterscheiden; beide fördern Basalte jedoch von unterschiedlichem Chemismus.

Aus der scheinbaren Wanderung eines Hotspots und dem Alter der Basalte aus solchermassen entstandenen Vulkanen, lassen sich Richtung und Geschwindigkeit der Bewegung der Lithosphärenplatte rekonstruieren. Diese relative Bewegung bedingt das unterschiedliche Alter der Vulkane einer Inselgruppe.

Entstehung von Hotspots, © CreativeCommons

Ein Lithosphärenpaket bewegt sich über die Asthenosphäre, wobei im Verlauf der Zeit über dem Hotspot Vulkane an der Oberfläche ausbrechen, © CreativeCommons.

Bekannte Beispiele für Hotspot-Vulkanismus sind die Hawaii-Inseln, die Eifel in Deutschland, die Galápagos-Inseln und der Yellowstone-Nationalpark in Wyoming.

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Die Lösung

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