Apr23

Surrende Bewohner von Lav-a und Izzy in TwistoxiaEin riesiger Feuerplanet aus brodelnder Lava und einzelnen Inseln aus erstarrtem vulkanischen Gestein – das soll Lav-a sein, der grösste Planet in Twistoxia – bewohnt von kurrligen drei-äugigen Kreiseln. Weil es so heiss ist auf dem Planeten, können die Kreisel wechseln zwischen Bauchlage und Kopfstand. Auch unsere Erde war vor etwa vier Milliarden Jahren eine unwirtliche, heisse Kugel aus riesigen Magmaseen. Eine äussere Schicht kühlte ab, feste Erdkruste entstand.

In Twistoxia gibt es noch einen weiteren Planeten, der geologisch interessant und äusserst wertvoll ist; der kleine Dimantplanet Izzy. Auf seiner glitzernden und spiegelglatten Oberfläche tanzen hübsche lila-farbene Ladies. Und weil die Diamantoberfläche so glatt ist, finden sie kaum Widerstand und drehen und drehen mit viel Ausdauer. Selbst über Diamant-Monde verfügt Izzy. Sowohl der Hauptdiamant als auch seine Trabanten verfügen über eine Eigendynamik, die so heute in unserem Universum nicht beobachtbar ist; kein Planet kann plötzlich aus eigenem Antrieb seine Umlaufbahn ändern. Da bräuchte es äussere Einflüsse, wie beispielsweise einen grossen Kometen, der durch seine Masse den Planeten anzieht und somit aus dessen Bahn werfen könnte, oder gar mit ihm kollidiert.

Was halten Sie von den kleinen Ausserirdischen?

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Jan22

Landes- und Wanderkarten aus der Schweiz - weltbekannt für ihre QualitätWer schon einmal im Ausland kartieren musste oder für ein Trekking genaue Karten gesucht hat, kennt das Problem. Wir in der Schweiz sind verwöhnt, was Landeskarten anbelangt. Ihre Genauigkeit und der Detailierungsgrad sind enorm – und weltbekannt. Dieses Jahr feiert die swisstopo (Bundesamt für Landestopografie) ihr 175-jähriges Bestehen.

Karten sind und erzählen Geschichte; was auf einer frühen Karte eine kleine Siedlung war, entwickelt sich zu einem Dorf und weiter zu einer Stadt; Gletscher schrumpfen, Wälder wachsen. Karten ermöglichen einen Überblick und einen Tiefblick – je nach Massstab und Schwerpunkt. Aber die genaue Topografie ist für alle grundlegend, egal, ob Wanderkarte, geologische Karte, Gefahrenkarte, Velokarte etc.

Kartografie war früher ein abenteuerliches Unternehmen, sowohl wenn wir an die grossen Seefahrer und Weltentdecker denken als auch an die Pioniere, welche die schwierig zugänglichen Berge und Täler vermessen haben. Heute gibt es genaue Luftaufnahmen von den entlegendsten Gebieten, die es erlauben, eine detaillierte Karte zu erstellen, die einem Geologen als Arbeitsgrundlage gute Dienste leistet. Wir geben uns auch nicht mehr nur mit 2 Dimensionen zufrieden, sondern wollen virtuell dreidimensional durch die Welt reisen.

Weniger genau sind Schatzkarten – eine weitere, sehr spezielle Kartensorte. Eine Schatzkarte sollte nämlich so genau sein, dass die richtige Person den Schatz findet, dass die falsche Person ihn aber nicht findet. Kartenzeichnen ist also eine Kunst – das dürfte spätestens seit dem Scheitern der Apple-map jedem klar sein.

Welche Beziehung haben Sie zu Landeskarten?

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Jan01

Rolle mit Lötzinn für die Verbindung von bspw. elektronischen TeilchenHaben Sie gestern an der Silvesterfeier Zinn gegossen? Ich hoffe, die Zukunft hält für Sie Erfreuliches bereit – Job, Geld, Liebe… Vielleicht haben Sie aber auch noch ältere Lametta an Ihrem Christbaum hängen, die aus Stanniol sind. Stanniol ist nämlich dünn gewalztes Zinn, lateinisch stannum.

Zinn ist ein Element mit sehr tiefem Schmelzpunkt. Das weiche Schwermetall wird in primären Lagerstätten abgebaut oder auch sekundären Seifenlagerstätten, wo sich das stabile Zinnerzmineral Kassiterit angereichert hat. Heute ist China der grösste Zinnproduzent, aber auch –verbraucher. In Europa wird noch in Portugal Zinnerz abgebaut. Im Deutschen Erzgebirge gäbe es zwar ordentliche Vorräte, wegen der geringen Konzentration ist der Abbau aber fragwürdig. Der weltweite Jahresverbrauch liegt bei rund 300000 Tonnen Zinn.

Bekannt ist Zinn schon seit 3500 v. Chr. aufgrund von Bronzefunden aus dem Südkaukasus. Durch die Legierung von Kupfer und Zinn erhielt letzteres grössere Bedeutung.

Selbst heute noch kommt Zinn vielerorts Einsatz. So wird reines Zinnblech für die Herstellung von sichtbaren Orgelpfeifen verwendet und in der Legierung der goldfarbenen Euromünzen ist 1% Zinn erhalten. In Form von Weissblech ist Zinn in jedem Haushalt als Konservendose vertreten. Unter Heimelektronikern bekannt sein dürfte zudem Lötzinn.

Sie fragen sich jetzt vielleicht noch, was Jupiter im Titel verloren und mit dieser Geschichte zu tun hat. Ganz einfach, das Element Zinn wird in der Alchemie Jupiter zugeordnet.

Zinn- (oder Blei-)giessen – was hält das neue Jahr für Sie bereit?

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Nov27

Ein Stück Weinstein, das über 50 Jahre in einem Holzfass gewachsen ist.Jetzt sind sie wieder wie Pilze aus dem Boden geschossen – all die Weihnachtsmärkte. Was dabei auf keinen Fall fehlen darf ist der Glühwein. Und für Glühwein braucht es Wein. Im Wein kann sich sogenannter Weinstein bilden. Was das genau für ein «Stein» ist, erfahren Sie heute auf erdwissen.ch.

Weinstein bezeichnet ein Calcium- oder Kaliumsalz der Weinsäure, das bei der Lagerung im Fass oder in der Flasche sichtbar wird, wenn der Wein nicht ganz «stabil» ist. Das Salz fällt aus und bildet Kristalle, die entweder am Zapfen hängen oder am Flaschenboden liegen. Bei Holzfässern setzt sich Weinstein an den Wänden an, bei den modernen Tanks sammeln sich die Kristalle am Boden, weil sie an den glatten Wänden keinen Halt finden.

Weinsteinkristalle auf einem KorkzapfenDas sogenannte Kaliumhydrogentartrat (KC4H5O6) und Calciumtartrat (CaC4H4O6) sind beides in Wasser schwerlösliche Salze. Schädlich sind die Salze für uns Menschen nicht, der Wein wird dadurch auch nicht schlechter oder besser; das sandige Gefühl auf der Zunge beim Weintrinken ist allerdings nicht besonders angenehm und auch optisch machen sich diese Kristalle in einem Glas nicht besonders gut. Da hilft es, den Wein zu dekantieren. Damit gelangt kein Weinstein ins Trinkglas.

Wie empfindlich sind Sie? Akzeptieren Sie auch einen Wein mit Weinstein in der Flasche?

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Okt23

Gips in verschiedenen Varietäten; es fehlen zum Beispiel noch die Gipsrose und der Selenit.Am Wochenende beginnt in Sölden die neue Skisaison für die Profis. Hobbysportler dürften nach den vergangenen warmen Herbsttagen noch weniger Lust aufs Skifahren haben. Leider mehr oder weniger mit dem Wintersport verbunden – aber nicht nur – ist das Thema «Gips».

Gips ist ein wasserhaltiges Calciumsulfat mit der Formel CaSO4.2H2O. Das sehr weiche Mineral kann durch Verdampfung von Wasser entstehen und undurchsichtige Schichten bilden – vorausgesetzt die nötigen Elemente sind genügend angereichert im Wasser. Gips kann aber auch klare monokline Kristalle bilden; in Wüsten auf dem Boden oder in Spalten. Gipskristalle können auch verzwillingt sein und dann sogenannte Schwalbenschwanzkristalle bilden. Der Name kommt nicht vom Schmetterling sondern von der Anordnung der Schwanzfedern der Vögel.

Schwalbenschwanzzwillinge - GipskristalleBekanntere Formen von Gips dürften die Gipsrosen (Sandrosen) sein oder auch Alabaster, der unter Künstlern beliebt ist. Selenit ist eine fast durchscheinende Gipsvarietät.

Beim Erhitzen gibt der Gips sein Kristallwasser wieder ab. Wird der «getrocknete» Gips wieder mit Wasser vermischt, bindet dieser ab und wird fest. Dies nutzt man für gebrochene Arme und Beine; dabei wird der Gips zusätzlich mit Stoffbändern fixiert, da er sonst bei einem Schlag sehr schnell zerbrechen würde. Aber nicht nur lebendige Arme und Beine werden bei Bedarf gegipst, auch fossile Knochen werden mit Gips eingepackt für den sicheren Transport ins Labor.

Welche Gips-Varietät ist Ihnen am liebsten? Gipslage, -rose, -kristall, -zwilling, -arm, -bein, etc.

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Jul31

Etikett des Porphyr Rotweins aus dem SüdtirolDas elementare Bier «Kupfer» habe ich schon vor längerer Zeit als Anlass für einen Artikel genommen; diesmal war eine Weinflasche mit Name «Porphyr» Ideenlieferant.

Als «porphyrisch» wird ein Gesteinsgefüge bezeichnet, das bei magmatischen Gesteinen des öfteren anzutreffen ist. Dabei sind einzelne grössere Kristalle in einer sonst sehr feinkörnigen bis glasigen Grundmasse (Matrix) eingeschlossen. Die grossen, meist in ihrer Form gut ausgebildeten Kristalle sind tief in der Erdkruste auskristallisiert und wurden bei einem plötzlichen und schnellen Aufstieg des Magmas mitgerissen. Je nach dem wie weit das Magma fliessen kann, bevor es stecken bleibt, kristallisiert die Restschmelze feinkörnig aus oder erstarrt an der Erdoberfläche zu Vulkanglas.

Granit, Feldspat, Quarz, GlimmerVor allem Granite zeigen häufig ein porphyrisches Gefüge. In einer feinkörnigen Matrix sind grosse Feldspatkristalle eingeschlossen. Feldspat kristallisiert früher aus dem Magma aus als Quarz. Deshalb wird man in einem Granit nie grosse Quarz-Einsprenglinge finden.

Es gibt auch Ammonitenwein – kennen Sie noch weitere solche Wein-Beispiele?

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Jun19

Auf Spiess aufgewickelte gebratene GrillschneckeJedesmal wenn ich im Supermarkt oder auf einer Grillparty eine Grillschnecke sehe, muss ich an unseren Paläontologie-Professor an der Uni denken. Praktisch bei jeder Institutsparty auf der Dachterrasse wo auch Grillschnecken gegessen wurden, holte er aus seinem Fundus ein vergleichbares Exemplar eines Ammoniten – egal ob weit gewunden oder eng geschlungen – in der Ammonitenwelt existierte jede „Wurst“-Form bereits in der Vergangenheit.

Ammoniten gehören zur Klasse der Kopffüsser (Cephalopoden) und entwickelten sich über viele Jahrmillionen, bis sie am Ende der Kreidezeit zeitgleich mit den Dinosauriern ausstarben. Grillschnecken haben eine deutlich kürzere Lebenszeit und sterben jedes Wochenende den Massentod.

Ammonit mit stark verschnörkelten Lobenlinien, die die Kammertrennwände abbildenAmmoniten waren weltweit in den Meeren verbreitet. Dadurch eignen sie sich als wichtige Leitfossilien für stratigraphische Bestimmungen. Je weiter die Entwicklung fortschritt, desto dichter die Rippen auf der Aussenseite und desto verschnörkelter die Lobenlinien. Lobenlinien zeichnen den Verlauf der Kammerscheidewände an der Aussenschale eines Ammoniten nach (Bild unten). Ein so schön verziertes Stück muss deshalb aus der Kreidezeit stammen und kann nicht zu den frühen Ammonitenformen gehören. Die weltweite Verbreitung ermöglicht es zudem, Schichten auf Grund ihres Ammoniten-Inhaltes über weite Distanzen zu korrelieren.

Grillschnecke oder Steak – was haben Sie lieber vom Grill?

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