Jul16

Geologische Situation am Ben Nevis in Schottland (Karte und Profil)Das Landschaftsbild im Schottischen Hochland ist durch die imposante Erhebung des Ben Nevis geprägt. Mit 1344 Meter ist der Ben Nevis der höchste Berg auf den Britischen Inseln.

Seine geologische Geschichte ist äusserst ereignisreich. Präkambrische Gneise und Glimmerschiefer wurden gegen Ende des Silur (vor ca. 420 Millionen Jahren) aufgefaltet. Neue Granitmassen drangen in vier Pulsen ein bevor die Gegend wieder eingeebnet wurde. Während des Tertiärs kam es zu massiven Krustenbewegungen, Hebungen und damit einhergehend zur Bildung von markanten Verwerfungen und Schollen. An diesen Schwächezonen drang Lava an die Oberfläche, die heute weite Teile der Highlands bedeckt. Die heutige Oberfläche ist geprägt durch die letzten Vergletscherungen während der vergangenen Eiszeiten.

unterwegs auf den Ben Nevis - die höchste Erhebung auf den Britischen InselnDer Gipfel des Ben Nevis besteht aus grau-violetten andesitischen Laven. Diese sind härter als die umliegenden Gesteine, deshalb ist der Ben Nevis die höchste Erhebung geblieben.

Im kurzen schottischen Sommer ist der Berg an schönen Wochenenden ziemlich überlaufen; man sollte aber nicht vergessen, dass man hier auf alpine Bedingungen stösst und selbst bei schönem Wetter am Ausgangspunkt oben häufig dichter Nebel wartet.

Es gibt Leute, die haben zum Ziel, auf jedem Kontinent oder sogar in jedem Land den höchsten Gipfel zu erklimmen – halten Sie das für erstrebenswert?

Kurz vor dem Gipfel des Ben Nevis in Schottland. der Weg hier gilt mehr als Autobahn denn als Wanderpfad - kein Wunder bei der Anzahl Berggänger

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Jul02

Der Baikalsee liegt in einem Grabenbruch und ist deshalb meist von relativ steilen Bergen begrenzt.Der Baikalsee in Südsibirien ist der tiefste, grösste und wohl auch älteste Süsswassersee der Welt. Er verläuft längs einem kontinentalen Grabenbruch und erstreckt sich über rund 650 km Länge, bei einer maximalen Breite von 80 km. Der eigentliche Grabengrund liegt in mehr als 8 km Tiefe und ist von 6,5 km Sedimenten überdeckt. Tiefbohrungen in den Seesedimenten erlauben eine Rekonstruktion der letzten 5 Millionen Jahre in Bezug auf Klima und Umwelt. Der See ist schon 25 Millionen Jahre alt. Am Grabenbruch werden die Eurasische und Amurische Mikroplatte durch die weitere Norddrift der Indischen Platte auseinandergedrückt. Der Graben ist aktiv und öffnet sich 2cm pro Jahr, was sich immer wieder durch Erdbeben bemerkbar macht. Thermalquellen sind zudem ein Hinweis auf heisses Gestein dicht unter der Oberfläche.

"Schamanenfelsen" im BaikalseeDer Baikalsee enthält 20% der flüssigen Süsswasserreserven der Welt. Er wird von über 300 Zuflüssen gespeist, besitzt aber mit der Angara nur einen einzigen Abfluss im Süden. Der See ist äusserst artenreich, wobei 60% endemische Arten sind, d.h. Arten, die es nur im Baikalsee gibt.

Seit 1996 steht der Baikalsee auf der Liste des Unesco Welterbes.

Es gibt vielerlei faszinierende Reiseziele. Wohin würden Sie gerne mal verreisen?

Anlässlich der für viele bevorstehenden Sommerferien stelle ich in den nächsten Wochen einige bekannte – oder auch weniger bekannte – Reiseziele von ihrer geologischen Seite vor.

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Mai21

Logo SAC CASOlten ist nicht nur der Null- bzw. Anfangspunkt des Schweizer Bahnnetzes, sondern auch Gründungsort des Schweizerischen Alpen-Clubs. Am 19. April 1863 trafen sich 35 bergbegeisterte Männer im Bahnhofsbuffet in Olten, um den SAC zu gründen. Man wollte nicht länger zusehen müssen, wie die weit hergereisten Engländer einen Alpen-Gipfel nach dem andern „eroberten“ sondern selber bei der Erschliessung und Erforschung aktiv werden.

Schnell entstanden verschiedene Sektionen. Den Mitgliedern gelangen Erstbesteigungen, sie bauten Wege und Hütten, beschrieben Routen und Landschaften und waren damit eine grosse Hilfe bei der Erstellung der Landeskarten.

Neben der Erschliessung des Alpenraumes ist dessen Schutz dem SAC genauso ein Anliegen. Es soll sie auch weiterhin geben, die abgelegenen Täler, wo Flora und Fauna kaum gestört werden.

Die Geologie profitierte viel vom SAC. Mit der Erschliessung der Berge war auch deren Erforschung einfacher möglich, Übernachtungen bequemer etc. Und die Tatsache, dass die Schweiz mit einer interessanten und komplexen Alpengeologie gesegnet ist, macht unsere Bergwelt nicht nur für Forschende interessant, sondern auch für Naturfreunde, die sich an den Falten, Störungen, Farben und Stimmungen erfreuen.

Was wünschen Sie dem SAC zum Jubiläum?

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Mai14

Bock auf Steine - Werbeflyer für das Festival "erlebnis geologie" mit einem jungen SteinbockDer Slogan auf der Werbepostkarte für das Festival „erlebnis geologie“ vom 7.–9. Juni hat mich aufs heutige Thema gebracht. Auf der Postkarte sieht man einen Steinbock und die Frage „Bock auf Steine?“. Ich finde das Wortspiel total passend. Zudem, Berge sind Geologie und der Steinbock gehört heute selbstverständlich zu einer Bergwanderung. Das war nicht immer so. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Steinbock im Alpenraum ausgerottet, seinen imposanten Hörnern wurden allerhand Kräfte zugedacht. Der italienische König hielt sich noch ein Rudel für die Jagd, doch er wollte keine seiner Tiere auf Anfrage zur Wiederansiedlung abgeben. 1911 war es dann trotzdem so weit. Die ersten Tiere aus der Zucht von illegal beschafften Jungtieren konnten in die Alpen entlassen werden. Heutzutage sind die Steinböcke über den gesamten Alpenkamm wieder heimisch. Steinböcke sind gute Kletterer. Ihre Hufe haben aussen eine harte Schale und innen haftende, weiche Ballen. Damit können sie problemlos sehr Steile Wände durchklettern.

Übrigens, das Alter eines Steinbockes lässt sich nicht anhand der Knoten am Gehörn ablesen sondern an den Jahrringen, die auf der inneren Krümmung des Horns besser erkennbar sind; meist bilden sich pro Jahr nämlich gar zwei Knoten.

Keine Angst, ich werde jetzt nicht in die Biologie abrutschen und nacheinander über Steinadler, -marder, – kauz, -huhn, -beisser (ein Fisch) etc. berichten.

Erzählen Sie mir dann von Ihrem Besuch bei erlebnis geologie – welchen Event haben Sie besucht?

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Apr02

Die Torres del Paine - eine markante Berggruppe im gleichnamigen Nationalpark im Süden Chiles (Patagonien)Die Torres del Paine in Patagonien sind geologisch einmalig. Die Torres (Türme) bestehen aus hellen, kristallinen Tiefengesteinen mit einer Haube aus dunklen Sedimenten. Auch Trekking-Freunde finden in diesem Nationalpark im Süden Chiles viele Möglichkeiten. Am Südende der Anden liegen die bis zu 3000 m hohen Torres del Paine über einer Subduktionszone. Hier taucht die Nazca-Platte unter die Südamerikanische Kontinentalplatte.

Bei der Subduktion in der Tiefe frei gesetztes Wasser aus den abtauchenden Meeressedimenten schmilzt überlagerndes Gestein partiell auf. Im Falle der Torres del Paine blieb das Magma während seines Aufstiegs in der Erdkruste stecken und erstarrte. Andernorts entlang der Andenkette bildeten sich zahlreiche Vulkane in denen das Magma in Form von Lava austritt.

Torres del Paine, Chile. Granitintrusion in SchwarzschieferErosion hat die in der Tiefe erstarrten magmatischen Gesteine im Laufe der Jahrmillionen an die Oberfläche gebracht; rundherum noch von Schwarzschiefer-Resten umgeben, ursprünglich ein marines, feinkörniges Sedimentgestein, in welches das Magma intrudierte, d.h. eindrang. Mit genügend Vorstellungskraft lässt sich die dreidimensionale Form erahnen. Die Intrusionsgesteine sind mit 13 Millionen Jahren relativ jung und heben sich farblich sehr gut vom dunklen Umgebungsgestein ab. Wissenschaftler konnten fünf Generationen von Magmen ausmachen, die sich chemisch unterscheiden und die über einen Zeitraum von lediglich 150’000 Jahren eindrangen.

Waren Sie schon mal im Torres del Paine Nationalpark – ich würde diese Berge gerne mal selber sehen…

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Mrz19

Europäische Wasserscheide im Schwarzwald. Von hier fliessen Niederschläge entweder in die Nordsee oder ins Schwarze Meer.Am 22. März ist Weltwassertag. Sauberes Trinkwasser und genügend Wasser für die Felder sind essenziell.

Die Verteilung der Niederschläge ist das eine, wo diese hinfliessen ein anderes Thema. Wasserscheiden gibt es in jedem Massstab; von der lokalen Wasserscheide an einer einzelnen Bergspitze bis zur kontinentalen Wasserscheide, wo sich entscheidet, in welches Weltmeer die Wasser am Ende gelangen – falls sie vorher nicht irgendwo in einer trockenen Region versickern und verdunsten.

Im Schwarzwald befindet sich eine Europäische Wasserscheide, an der sich die Abflüsse Richtung Nordsee und Schwarzes Meer teilen. Und wer auf einer USA-Reise die Rocky Mountains quert, der übertritt auch die Continental Divide. Östlich davon münden die Flüsse letztendlich in den Atlantik, westlich in den Pazifik.

Schild an der I40 im Bundesstaat New Mexico. Östlich fliessen Niederschläge letztendlich in den Atlantik, westlich in den Pazifik.Wasser formt die Erdoberfläche. So spielt Wasser eine wesentliche Rolle als Transport- und Erosionsmedium. Wasser vergrössert Spalten, schliesst diese aber auch, wenn sich gelöste Stoffe wieder abscheiden; Wasser transportiert vom Stein zum Tonpartikel alle Gesteinspartikel und bietet in ruhigen Gewässern Gelegenheit zur Ablagerung.

Was ist Ihr Beitrag zum nachhaltigeren Umgang mit Wasser?

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Dez11

Blick auf das Jungfraujoch aus dem FlugzeugHeute ist der Unesco Welttag der Berge. Gute Gelegenheit mal anzuschauen, wie Gebirge überhaupt entstehen.

Es gibt verschiedene gebirgsbildende Prozesse. Ein offensichtlicher ist Vulkanismus. Vulkane wachsen durch Auswurf und –fluss von Lava. Sie können eine einzelne Erhebung bilden oder ganze Massive und Vulkanketten. Dies ist beispielsweise bei den Anden der Fall. Die Anden liegen über einer Subduktionszone, wo schwere ozeanische Kruste unter leichtere kontinentale Kruste gleitet. Aus der ozeanischen Kruste tritt in der Tiefe Wasser aus, dieses erniedrigt die Schmelztemperatur der Gesteine der kontinentalen Kruste; Magma entsteht und sucht sich einen Weg nach oben. Dadurch ergibt sich die Vulkankette parallel zum Westrand der südamerikanischen Kontinentalplatte.

Schwarze Hörner am PizolDie Alpen (und auch der Himalaya) sind ein Kollisionsgebirge. Hier treffen zwei Kontinentalplatten aufeinander. Es kommt zur Verkeilung, Hebung und Versenkung, Deckenüberschiebungen… und dabei wird die Erdkruste verdickt und wächst in die Höhe.

Kleinräumigere tektonische Bewegungen können ebenfalls zu Erhebungen führen, so liegen die Vogesen und der Schwarzwald auf den Schultern des Rheingrabens.

Berge faszinieren – Erstbesteigungen, neue, schwierigere Routen, mit und ohne Sauerstoff, durch immer jüngere oder immer ältere Bergsteiger… Berge sorgen regelmässig für Schlagzeilen und werden das auch weiterhin.

Was fasziniert Sie an den Bergen?

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