Mrz18

Der versteinerte Wald in Chemnitz auf einer Briefmarke aus DeutschlandVersteinertes Holz ist an und für sich schon faszinierend; man erkennt die Holzstrukturen, teils fast Jahrringe. Wenn aber die Baumstämme auch noch Zeugen einer grossen Katastrophe sind wird’s noch interessanter.

In Chemnitz im Osten von Deutschland wurden/werden immer wieder versteinerte, durch Kieselsäure (SiO2) ersetzte, Baumstämme gefunden.

Das Faszinierende daran ist nun, dass die Stämme in Chemnitz eine gemeinsame Ausrichtung haben. Wir haben also nicht einfach nur einen Ur-Wald aus Baumfarnen und riesigen Schachtelhalmen, dessen Stämme über Jahrzehnte gefallen sind und erhalten blieben, sondern die Bäume hier sind alle gleichzeitig gefallen. Welches Ereignis löst ein solches Baumsterben aus?

Ursache war ein Vulkanausbruch. Als der Zeisigwaldvulkan – im Nordosten des heutigen Chemnitz gelegen – vor rund 290 Millionen Jahren ausbrach, schickte er eine heftige Druckwelle vor, welche die Pflanzen wie Strohhalme knickte – ähnlich wie wir es 1980 am Mount St Helens beobachten konnten. Auf die Druckwelle folgte das Auswurfmaterial. Die Stämme wurden mit einer dicken Ascheschicht zugedeckt. Das Silikat, das darin enthalten war, drang über die Jahrmillionen in die Stämme ein und führte zur Versteinerung. Dank der Vulkankatastrophe erhalten wir an dieser Stelle nun Einblick in die Flora der Perm-Zeit.

Wie lange dauert es wohl, bis die Bäume am Mount St Helens verkieseln?

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Dez10

Der Stoff aus dem Märchen geschrieben werden: ein kleiner verschupfter Dinosaurier mausert sich nach unzähligen Schikanen zum respektierten Anführer in einer schwierigen Zeit. Im neuen Dino-Film „Dinosaurier 3D – im Reich der Giganten“ kämpft für einmal nicht Triceratops gegen T-Rex sondern Pachyrhinosaurus gegen Gorgosaurus.

Ausschnitt mit Pachyrhinosaurier aus dem Filmplakat zu "Dinosaurier 3D - im Reich der Giganten"Was also ist ein Pachyrhinosaurus? Pachyrhinosaurier lebten in der späten Kreidezeit vor 70 Millionen Jahren in Nordamerika. Fundorte liegen in Kanada und Alaska. Der 5,5 bis 7 m grosse Saurier war ein Verwandter des Triceratops. Seinen Namen, der übersetzt Dicknasenechse bedeutet, verdankt das Tier einem dicken, knöchernen Wulst auf dem Nasenbein. Auffällig ist sein Nackenschild, der vermutlich nicht zum Kämpfen eingesetzt wurde, da er dazu zu schwach gewesen sein dürfte; der knöcherne Nackenschild besitzt Fenster, was ihn leichter macht aber auch weniger stark. Am hinteren Rand wuchsen eins bis drei grössere Stacheln. Vermutlich dienten die Schilde zur Identifikation oder allenfalls sogar als Statussymbol. Weil man an Fossilfundstellen meist Knochen vieler Tiere unterschiedlichen Alters findet, nimmt man an, dass Pachyrhinosaurier in Herden umherzogen.

Dinosaurier faszinieren viele Kinder, aber nicht nur, was macht die Urzeitechsen so speziell?

PS: Besuchen Sie am 15. Dezember das Sauriermuseum Frick und gewinnen Sie 3 mal 2 Kinokarten oder Dino-Figuren aus dem Film.

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Nov26

Übersicht der Grube Messel in der Nähe von Darmstadt (D). Die Grube Messel ist eine weltbekannte Fossilienfundstelle aus dem Tertiär.Die Grube Messel südlich von Frankfurt am Main ist eine einmalige Fundstelle für Fossilien aus dem frühen Tertiär. Vor 47 Millionen Jahren bildete sich in einem Maarsee (Vulkankratersee) Ölschiefer. Ein hoher Algengehalt führte dazu, dass am Seeboden zu wenig Sauerstoff vorhanden war, um alles organische Material zu zersetzen. Es bildete sich Faulschlamm und daraus wurde mit den Jahrmillionen Ölschiefer. Nicht nur die Algen wurden nicht zersetzt, auch die Tiere, welche in den See fielen, blieben relativ gut erhalten. Zu den bekanntesten dürften die etwa 50 cm grossen Urpferdchen zählen. Neben weiteren Säugetieren finden sich auch zahlreiche Fische, Krokodile, Vögel und Käfer mit noch schillernden Körperteilen. Oftmals sind noch die Körperumrisse deutlich erkennbar und sogar Haare und Federn zeichnen sich deutlich ab. Diese Genauigkeit in den Abdrucken ermöglicht eine sehr genaue Rekonstruktion der früheren Lebewesen.

Abdruck eines ca. 47 Millionen Jahre alten, fossilen Fisches im Ölschiefer von Messel.Die Grube selber erscheint heute sehr unspektakulär; eine Vertiefung im Gelände, grossteils über- oder zugewachsen, vereinzelt kahle Stellen, wo der Ölschiefer direkt ansteht und sichtbar ist. Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, welchen Naturschatz man vor sich hat. Seit 1995 ist die Grube Unesco Weltnaturerbe und zählt wegen ihrer Artenvielfalt zu den weltweit bedeutendsten Fossilien-Fundstätten.

Kennen Sie das – Sie haben eine bestimmte Vorstellung von einem Ort und sind dann enttäuscht, wenn Sie den Ort mit eigenen Augen sehen? Mir ging es mit der Grube ein bisschen so.

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Okt22

Kreidefels an der Küste von Rügen. In der Kreide eingebettet liegen Horizonte mit meist schwarzen Feuersteinen.Wir können uns alle noch an das Quietschen an der Wandtafel erinnern, das Schreibkreide erzeugen kann. Vielleicht ist das ein verzweifelter Hilfeschrei der zigmillionen kleinen Tier- und Algenreste, die die Kreide aufbauen. Schreibkreide ist ein sehr reiner biogener Kalkstein und besteht aus den Schalen kleinster Meereslebewesen; im Wesentlichen aus den Kalkskeletten sogenannter Coccolithen. Kreideablagerungen bildeten sich hauptsächlich zum Ende der Kreide-Zeit in flachen Meeren in Kontinentalnähe. In den kalkigen Kreideablagerungen finden sich häufig Horizonte mit Quarzkonkretionen (Knollen aus Feuerstein und Hornstein).

Kreidelandschaften zeigen meist eine wellige Oberfläche und sind oft mit Gras bewachsen; Bäume finden schwieriger Halt. Besonders eindrücklich sind die leuchtend weissen Kreideklippen, wie es sie in Südengland, im Deutsche Briefmarke mit den Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund auf RügenNorden Deutschlands auf Rügen und auf den dänischen Inseln gibt. Die Klippen sind nicht ungefährlich, da vor allem nach starken Niederschlägen immer wieder ein Stück abbrechen kann, womit sich der Kreislauf schliesst und die Kreidegesteine wieder an ihren Entstehungsort gelangen.

Was löst das Quietschen einer Kreide bei Ihnen aus?

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Sep17

Giganten im Jura-Jura

gepostet von drea in Allgemein, Fossilien

152 Millionen Jahre alte Dinosaurier-Spuren. Öffentlich zugänglich in der Nähe von Courtedoux (JU)Woran denken Sie beim Stichwort Bahamas? An kleine Inseln, weisse Sandstrände, flaches, warmes Tropenmeer – und dem Strand entlang trottet eine Horde Dinosaurier auf der Suche nach Futterpflanzen, verfolgt von ein paar hungrigen Fleischfressern?

So könnte es vor rund 152 Millionen Jahren ausgesehen haben, als sich die Gesteine des heutigen Juras in der Jura-Zeit bildeten. In der Ajoie wurden bei Aushubarbeiten für die Autobahn A16 um Courtedoux zahlreiche Saurierspuren entdeckt und freigelegt. Die riesigen runden Fussabdrücke der Pflanzen fressenden Sauropoden messen teils über einen Meter im Durchmesser. Wie diese Giganten ausgesehen haben könnten, sehen Besucher im Kreisel östlich von Courtedoux, wo ein Dinosaurier im Kreisel wacht.

Dinosaurier-Kreisel in Courtedoux im Kanton Jura.Von den mehreren Tausend Trittsiegeln sind aktuell nur wenige öffentlich zugänglich. Ausgehend von der zukünftigen Autobahnauffahrt westlich von Courtedoux führt ein Lehrpfad zu einem Platz mit Saurierspuren. Unterwegs informieren Tafeln über die Zeit vor 150 Millionen Jahren – in Französisch und Deutsch.

Neben den imposanten Dinospuren wurden auch zahlreiche Meeresfossilien gefunden, die Einsicht geben in das Leben im Jura-Meer. Darin tummelten sich demnach Krokodile, Ammoniten, Haifische, Schildkröten und weiteres Getier.

Bahamas mit oder ohne Dinos – was ist Ihre Wahl?

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Sep10

Sternberger Gestein mit herauspräparierten FossilienVor 28 Millionen Jahren waren Teile Norddeutschlands von einer Ur-Nordsee bedeckt. Das flache, untiefe Meer muss äusserst artenreich gewesen sein in Küstennähe. Davon zeugt das Sternberger Gestein, ein Sediment, das fast nur aus Fossilien zu bestehen scheint und auch als Sternberger Kuchen bezeichnet wird. Dicht gedrängt liegen Reste von Schnecken, Muscheln und Seeigeln neben- und übereinander, zusammen mit Haifischzähnen, Fischresten und sehr selten sogar Bernsteinstücken, die von eisenhaltigem Kalksandstein zusammen gehalten werden.

An wenigen Stellen in Mecklenburg (Deutschland) ist das Gestein heute anstehend und auch durch Bohrungen im Untergrund nachgewiesen. Gletscher verteilten Sternberger Gestein als Geschiebe in Schalenreiche Fläche im Sternberger Gesteinder letzten Eiszeit. Die Transportdistanzen waren allerdings gering. Die heute 5 – 12 cm grossen Gerölle findet man in einem kleinen Bereich östlich von Schwerin. Grössere Transporte hätte das Gestein auch gar nicht überlebt; es wäre vorher zerfallen.

Kuchen einmal anders… kennen Sie ähnliche Fossilienkuchen?

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Aug27

Hühnergötter sind Feuersteine mit einem durchgehenden Loch. Diese Feuersteine am Strand von Rügen sind keine richtigen Hühnergötter, die Löcher sind leider nicht durchgehend.Einen Hühnergott zu finden braucht etwas Glück – mindestens soviel, wie für ein vierblättriges Kleeblatt. Was also ist ein Hühnergott?

Als Hühnergott bezeichnet man (Feuer)steine mit einem natürlich entstandenen Loch. Feuerstein ist sehr hart; enthält er aber Einschlüsse von Kreidegestein oder Fossilien (Muschelschalen, Seesternstacheln etc.), verwittern diese schneller und es entsteht ein Krater oder gar ein durchgehendes Loch im Stein – ein Hühnergott.

Früher hängte man grössere Lochsteine als „Viehgötter“ in die Türen von Viehställen. Dort sollten sie jegliche Gefahren aufhalten. Der Name Hühnergott geht möglicherweise auf eine gleichnamige Novelle zurück, in der von Krimtataren die Rede ist, die solche löchrigen Meeressteinchen an die Hühnerstangen gehängt hätten, damit die Hühner besser Eier legten und gesund blieben.

Heute sind die Hühnergötter ein beliebtes Souvenir von der Ostsee; kleine Lochsteine lassen sich auch als Schmuck und Glückssteine tragen – für letzteres sollte der Stein aber selber gefunden worden sein, sonst nützt er nicht…

Was tragen Sie als Talisman bei sich?

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Die Lösung

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