Mrz13

Erdbeben-Gefährdungskarte der Schweiz vom Schweizerischen Erdbebendienst SEDMitte und Ende Februar 2012 ereigneten sich in der Gegend um Zug zwei Erdbeben, die bis weit über Zürich hinaus spürbar waren. Das Hypozentrum (Herd) lag mit rund 30 km ziemlich tief, was den Vorteil hatte, dass trotz Magnituden von 4,2 und 3,5 nur vereinzelt kleinere Schäden an der Erdoberfläche auftraten.

Das zweite Beben war ein Nachbeben. Nachbeben können Stunden, Tage, Wochen oder sogar Monate später noch auftreten, und dabei Stärke-mässig ähnliche Ausmasse erreichen wie das erste Beben.

Das Ausmass von Erdbeben-Schäden hängt von verschiedenen Faktoren ab, Herdtiefe, Erdbebenstärke, Bodenbeschaffenheit, Bauweise (Video), Resonanzverhalten etc. Gefahrlos verschiedene Erdbeben erleben können Sie beispielsweise im Simulator von focusterra an der ETH Zürich.

Heute weiss man, dass Schäden vor allem an der Erdoberfläche auftreten, während der Untergrund weitgehend intakt bleibt. Die Bauten im Untergrund sind allseitig mit dem Fels verbunden, können nicht frei schwingen und zeigen deshalb ein geringes Resonanzverhalten. Messungen in unterirdischen Kraftwerksanlagen zeigen zudem, dass die Bodenbewegungen im Untergrund deutlich kleiner sind als unmittelbar an der Erdoberfläche. Im Alpenraum haben Erdbeben bisher nur sehr geringe Schäden an unterirdischen Anlagen verursacht. Kleine Schäden wurden jeweils vor allem im Portalbereich, nahe der Erdoberfläche beobachtet, nie aber in grösserer Tiefe.

Haben Sie eines der Zuger Erdbeben verspürt?

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Jan24

Luminiszierende Mineralkörner auf einer HeizplatteLetzte Woche haben wir die Steine mittels UV-Licht leuchten, bzw. fluoreszieren lassen, heute betrachten wir die Thermolumineszenz. Bei der Thermolumineszenz handelt es sich um ein Nachleuchten, das künstlich hervorgerufen werden muss. Die beispielsweise durch Röntgenstrahlung aufgenommene Energie wird im Mineral gespeichert. Durch Erwärmen kann diese Energie wieder freigesetzt werden, was sich in einem intensiven Leuchten äussert.

Mittels Thermolumineszenz sind Ereignisse der letzten 100’000 Jahre zuverlässig datierbar. Dabei liegt der Messfehler in der Grösse von ±10 Prozent.

Folgende Ereignisse lassen sich auf diese Weise datieren:

Mineralneubildung, Erdbeben, Belichtung oder Erhitzung.

Diese Ereignisse lassen sich mittels Thermolumineszenz datieren.

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Okt18

Hafen von La Restinga auf der Kanareninsel El HierroEs scheint zu brodeln im Untergrund von El Hierro. Seit dem Sommer kommt die jüngste, kleinste und westlichste der Kanarischen Inseln nicht mehr zur Ruhe. Zahlreiche leichte Erdbeben erschüttern seit Juli die Vulkaninsel.

Und rund 7km vor der Südspitze ereignete sich letzte Woche eine untermeerische Eruption in 1000 Meter Tiefe; Gase wurden freigesetzt, was zu einem Fischsterben führte. Da derzeit mit weiteren Ausbrüchen gerechnet wird, wurde für das Fischerdorf La Restinga an der Südspitze die höchste Gefahrenstufe ausgerufen und die Bewohner vorübergehend im Hauptort Valverde untergebracht.

Valverde – Hauptort der Kanareninsel El HierroNach Meinung von Fachleuten besteht für Touristen auf den anderen Kanarischen Inseln aber keine Gefahr.

 

El Hierro erhob sich vor etwa einer Million Jahre aus dem Atlantik. Der letzte Vulkanausbruch auf der Insel liegt schon mehr als 200 Jahre zurück. Verschiedentlich sind auf der Insel noch wunderschöne Stricklava-Felder zu sehen, die erst spärlich bewachsen sind.

 

"Monumento del Meridiano de El Hierro" nahe der "Punta de Orchilla"In der Antike galt El Hierro als das westlichste Ende der Welt, weshalb Ptolemäus um ca. 150 hier den Nullmeridian festlegte. Erst nachdem 1884 der neue Nullmeridian in Greenwich international festgelegt wurde, verlor El Hierro an Bedeutung.

Im Jahr 2000 wurde die ganze Insel zum UNESCO Biosphären-Reservat ernannt.

Was meinen Sie, entsteht vielleicht sogar doch noch eine neue Insel im Meer?

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Okt11


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Aktuell ist Neuseeland wieder verschiedentlich in den Schlagzeilen. Für die positiven sorgen die «All Blacks» an der Rugby WM, die letzten Sonntag den Viertelfinal gegen Argentinien klar gewonnen haben, obwohl ihr Starspieler Dan Carter verletzt fehlte. Die negativen und traurigen Schlagzeilen liefert das Frachtschiff «Rena», welches vor Tauranga in der Bay of Plenty im Nordosten der Nordinsel auf ein Riff aufgelaufen ist, nun Schweröl verliert und in Schieflage geriet.

Kleine Statuette eines Rugby-SpielersNeuseeland besteht aus zwei Hauptinseln. Die Nordinsel ist vulkanisch geprägt, da sie über einer Subduktionszone liegt und die Südinsel wird von einer grossen Transformstörung durchschnitten – der «Alpine Fault» – wo die Pazifische und die Australische Platte aneinander vorbei schrammen. An diesen Plattengrenzen entstehen immer wieder grössere Erdbeben, wie in jüngerer Zeit u.a. zweimal in Christchurch.

Vor ca. 200 Millionen Jahren war Neuseeland noch Teil von Gondwana und trennte sich spätestens vor 85 Millionen Jahren ab als Bruchstück «Zealandia». Wie gross Zealandia einst gewesen sein könnte, zeigen heute die weitreichenden Schelfgebiete rund um Neuseeland. Die heutige Form erhielt «Aotearoa» – wie Neuseeland in der Maori-Sprache genannt wird – erst in den letzten zwei Millionen Jahren. Die Südinsel wird durch die Bewegungen an der Transformstörung 2-3 Meter pro Jahrhundert in die Länge gezogen.

Für mich ist Neuseeland immer noch eine Traumdestination – irgendwann, eines Tages, vielleicht… Waren Sie schon mal in Neuseeland, oder interessieren Sie sich für Rugby?

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Mai04


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Dieses Wochenende rasen die F1-Piloten wieder im Kreis. Die Geologie unter ihrem Hintern wird sie dabei wohl weniger interessieren. Dabei bietet Istanbul geologisch mindestens so viel Spannung – im wortwörtlichen Sinn.

Istanbul erstreckt sich auf beiden Seiten des Bosporus, der Meerenge zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmara- bzw. dem Mittelmeer.

Istanbul liegt aber auch unmittelbar nördlich der Nordanatolischen Verwerfung, die vom Marmarameer quer durch den ganzen Norden der Türkei verläuft. Die Anatolische Platte ist eingeklemmt zwischen der Arabischen und der Eurasischen Platte. Während sich der zentrale Teil der Türkei nach Westen bewegt, hängt der nördliche Streifen an Asien, was immer wieder zu grösseren Erdbeben führt. Das Erdbeben von Izmit 1999 war das letzte Grosse und Seismologen rechnen damit, dass in den nächsten 10-20 Jahren auch Istanbul heftig durchgeschüttelt werden könnte. Sich der Gefahr bewusst, werden entsprechend vorsorgliche Massnahmen in der Stadt ergriffen.

Verschiebungsbeträge in Metern von Erdbeben entlang der Nordanatolischen Störung, USGSDie Abbildung zeigt verschiedene Erdbeben, die auf Teilstücken zu Verschiebungen (in Metern) an der Erdoberfläche entlang der Nordanatolischen Störung führten.

Würdigen Sie also auch die Umgebung etwas, wenn Sie am Wochenende vorm Fernseher sitzen und zusehen, wie die Fahrer mit ihren Boliden den Parcours absolvieren.

Ich war noch nie in Istanbul, habe aber schon verschiedentlich gehört, es sei eine schöne und interessante Stadt – sind Sie auch der Meinung?

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Jan11

Das Hauptbeben dauerte eine ganze Minute lang – was in so einem Fall eine halbe Ewigkeit ist, zumal man ja nie weiss, ob nach 4 Sekunden Ruhe das Rütteln nicht doch nochmals weiter geht. Am 12. Januar 2010 erschütterte ein Erdbeben mit Magnitude 7 den haitianischen Teil der Insel Hispaniola.

Der Erdbebenherd lag etwa 15 km in der Tiefe, das Epizentrum (roter Kreis; also der Ort an der Erdoberfläche, der senkrecht über dem Herd liegt) rund 25 km süd-östlich der Hauptstadt Port-au-Prince.

Wieso rüttelte es hier so heftig?

In Haiti grenzen die Karibische und die Nordamerikanische Platte aneinander. Sie gleiten seitlich rund 20 mm pro Jahr aneinander vorbei. Gleichzeitig kommt es aber auch zu mehr oder weniger Nord-Süd-gerichteten Stauchungen. Die West-Ost-Seitwärts-Bewegung (rote Pfeile) wird durch den Fluss gut sichtbar, der an der Störung nach Westen hin abknickt, einige Kilometer parallel dazu verläuft, bevor er wieder nach Norden knickt (blaue Pfeile) und ins Meer mündet.

Beim grossen Erdbeben vor einem Jahr löste sich nun auf dieser Grenzfläche zwischen den beiden Kontinentalplatten aufgestaute Energie und führte zu einem Versatz von 2 Meter.

>> Erdbeben pflanzen sich in der Regel in der Verlängerung von >> existierenden Störungen fort. Es ist also leider nur eine Frage der Zeit, bis das nächste heftige Erdbeben die Insel erschüttert.

Bilder und Berichte zum Erdbeben von Haiti finden Sie beispielsweise auf dem >> Videoportal (Erdbeben Haiti in Suche eingeben) des Schweizer Fernsehens. «Einstein» widmete Haiti am 6.1.2011 eine ganze Sendung.

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Dez07

Die Erde saust mit rund 30 Kilometern pro Sekunde wie ein Geschoss durch’s Weltall und dreht sich gleichzeitig um ihre eigene Achse. Und auf der Erde bewegen sich auch noch die Kontinentalplatten; wie gigantische Inseln schippern sie auf dem zähflüssigen Erdmantel, stossen zusammen, schrammen aneinander vorbei oder entfernen sich von einander. Und das mit Geschwindigkeiten zwischen 1 bis gegen 20 Zentimeter pro Jahr.


So lag die „Schweiz“ vor rund 300 Millionen Jahren noch irgendwo in Äquatornähe.

In den Knautschzonen, wo Kontinente zusammenstossen entstehen Gebirge und Meere verschwinden. So haben wir die Alpen der Kollision von Europa und Afrika zu verdanken und das Mittelmeer wird in zig Millionen Jahren verschwunden sein, die Äolischen Inseln ein Teil der Alpen und die Ferienfahrt ans Meer eine deutlich längere Reise.

Kommen sich zwei Kontinente zu nahe, beschimpfen sie sich erst mal bevor sie dann plötzlich prügelnd ihre Stellung verteidigen – dieses Gerangel äussert sich für uns in Form von Erdbeben; aufgestaute Spannung wird ruckartig abgebaut. Innerhalb der Kontinente verändert sich dabei kaum etwas, da geht es viel gemütlicher und ruhiger zu und her.

Mehr über die Reise der Schweiz erfahren Sie >> hier in der Zeitreise.

Wenn Sie beeinflussen könnten, in welche Richtung die Schweiz mit dem Europäischen Kontinent wandert, in welche Breitengrade sollte die Reise gehen? Nach Norden ins Kühle, nach Süden in die Wärme oder passt’s vielleicht eh so wie’s ist?

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