Aug13

relativ grosses Stück Feuerstein am Strand von Rügen (Deutschland)Schwarz-grau mit einer weissen Kruste – so kennt man Feuerstein an der Ostsee und in Norddeutschland. Feuersteinknollen bestehen aus Siliziumdioxid und Wassermolekülen (SiO2.nH2O) – gleich wie Opal. Die Knollen entstehen im Meeresboden aus Kieselsäure-Ausfällungen, die den Kalkschlamm verdrängen. Die Kieselsäure stammt von Schwämmen und anderen Quarz-Schalen und -Skeletten, die sich am Meeresboden auflösen. Die Umwandlung und Gesteinsbildung (Diagenese) zum festen Feuerstein dauert Jahrmillionen.

Die dunkle Farbe ist einerseits durch Kohlenstoff-Einlagerungen zu erklären, aber auch durch die extrem kleinen Kristalle, die das Gestein aufbauen. Mikrokristalline Gesteine erscheinen oft schwarz, da sie kein Licht durchlassen. Die helle Aussenrinde ist eine Vorstufe des Feuersteins im Innern.

Feuersteine am Ostseestrand. Typisch ist die dunkle Farbe und die weisse Kruste.Feuersteine findet man meist als Konkretionen in einzelnen Horizonten in Kreidesedimenten. Nur die Knollen die vor 67 Millionen Jahren in der Schreibkreide und vor 63 Millionen Jahren in den Kreidekalken entstanden sind, werden Feuersteine genannt. Ältere Quarzkonkretionen nennt man Hornsteine.

Das Herkunftsgebiet dieser Gesteine liegt an der Deutschen Küste, in Dänemark und in Südschweden. Mit den Gletschern wurden die Feuersteine weit ins Binnenland bis an die Deutschen Mittelgebirge transportiert, wo sie dank ihrer Härte noch heute zahlreich vorkommen. Die sogenannte Feuersteinlinie verläuft südlich von Dortmund und Dresden und entspricht der maximalen Eisausdehnung.

Erzählen Sie mir von Ihrer Versuchen, mit Feuerstein selber Feuer zu schlagen!

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Jul16

Geologische Situation am Ben Nevis in Schottland (Karte und Profil)Das Landschaftsbild im Schottischen Hochland ist durch die imposante Erhebung des Ben Nevis geprägt. Mit 1344 Meter ist der Ben Nevis der höchste Berg auf den Britischen Inseln.

Seine geologische Geschichte ist äusserst ereignisreich. Präkambrische Gneise und Glimmerschiefer wurden gegen Ende des Silur (vor ca. 420 Millionen Jahren) aufgefaltet. Neue Granitmassen drangen in vier Pulsen ein bevor die Gegend wieder eingeebnet wurde. Während des Tertiärs kam es zu massiven Krustenbewegungen, Hebungen und damit einhergehend zur Bildung von markanten Verwerfungen und Schollen. An diesen Schwächezonen drang Lava an die Oberfläche, die heute weite Teile der Highlands bedeckt. Die heutige Oberfläche ist geprägt durch die letzten Vergletscherungen während der vergangenen Eiszeiten.

unterwegs auf den Ben Nevis - die höchste Erhebung auf den Britischen InselnDer Gipfel des Ben Nevis besteht aus grau-violetten andesitischen Laven. Diese sind härter als die umliegenden Gesteine, deshalb ist der Ben Nevis die höchste Erhebung geblieben.

Im kurzen schottischen Sommer ist der Berg an schönen Wochenenden ziemlich überlaufen; man sollte aber nicht vergessen, dass man hier auf alpine Bedingungen stösst und selbst bei schönem Wetter am Ausgangspunkt oben häufig dichter Nebel wartet.

Es gibt Leute, die haben zum Ziel, auf jedem Kontinent oder sogar in jedem Land den höchsten Gipfel zu erklimmen – halten Sie das für erstrebenswert?

Kurz vor dem Gipfel des Ben Nevis in Schottland. der Weg hier gilt mehr als Autobahn denn als Wanderpfad - kein Wunder bei der Anzahl Berggänger

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Jun04

Blick in die Aareschlucht. Bild von www.aareschlucht.chDie Aare entspringt im Grimselgebiet im Berner Oberland und legt danach fast 300 km zurück bis sie bei Koblenz in den Rhein mündet.

Als erstes fliesst sie als Bergbach über die Granitschwellen des Aarmassivs. Kaum in den gefalteten Sedimentgesteinen der nördlichen Alpen angekommen, stellte sich der jungen Aare eine Barriere aus hartem Kreidekalk in den Weg. Der „Kirchet“ genannte Felsriegel zwischen Innertkirchen und Meiringen wurde während der Eiszeit von den Gletschern überflossen und an der Oberfläche rund geschliffen. Entlang Klüften konnte sich Wasser einfressen. Die nacheiszeitliche Aare weitete in rund 10000 Jahren eine Rille zu einer 1,4 km langen und bis 200 m tiefen Schlucht aus, die an ihrer engsten Stelle weniger als 1 Meter misst. Bereits vor 125 Jahren wurde die Aareschlucht für die Öffentlichkeit erschlossen – eine wahrlich abenteuerliche Meisterleistung.

Die Teilnehmer der diesjährigen Tour de Suisse dürfen den Kirchet gleich zweimal überfahren; am Ende der dritten Etappe in einer Schlaufe um Meiringen und gleich zu Beginn der vierten Etappe, die in Innertkirchen startet – dabei wäre eine Schluchtfahrt für die Velofahrer doch auch mal eine tolle Herausforderung…

Spaziergang durch die Aareschlucht oder Veloschauen vor dem Fernseher?

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Mai28

Kugel und Anhänger aus BernsteinBernstein ist kein Stein im engeren Sinne, wird aber als Schmuckstein bezeichnet, so lange er bearbeitbar ist. Bernstein ist ein fossiles Harz eines urzeitlichen Nadelbaumes, der allerdings noch nicht näher bestimmt werden konnte. Im Gegensatz zu Gesteinen ist Bernstein brennbar. Farblich bietet Bernstein eine grosse Variation; von klarem goldgelb bis milchig weiss, selbst schwarz, rot, blau sind möglich.

Es werden über 80 Arten unterschieden, die auch altersmässig sehr verschieden sind. Grosse Bernsteinvorkommen gibt es im Raum der Ostsee. Diese Bernsteinart ist unter dem Namen Succinit bekannt. Die fossilen Harze finden sich meist eingebettet in Tertiären Ablagerungsgesteinen (v.a. ca. 35 Millionen Jahre alt). Zwischen der Einbettung und der Entstehung könnten bis zu 20 Millionen Jahre liegen. Darüber, wie und wo der Bernstein „zwischengelagert“ wurde und wie er transportiert wurde, wird heute noch gerätselt. Vom ursprünglichen Bernsteinwald sind heute keine Spuren mehr zu finden; diese wurden während der Eiszeiten vollständig verwischt.

Ausschnitt aus dem Flyer zur Bernstein-Ausstellung im Sauriermuseum AathalPaläontologen interessieren sich besonders für die Einschlüsse (Inklusen) im weichen Material. Vor allem Insekten findet man eingeschlossen. Aber selbst Eidechsen wurden vom Harz eingeschlossen. Insekten sind in Gestein äusserst selten fossil erhalten, umso interessanter sind die Einschlüsse im Bernstein, da sie nicht selten ausgestorbene Arten zeigen.

Neu zeigt das Sauriermuseum Aathal eine schöne Bernsteinausstellung. In einem kleinen Kabinett sind vielfältige Bernsteinstücke präsentiert.

Haben Sie schon mal selber Bernstein gefunden? Wo?

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Feb12

Blick nach Norden über die Chaîne des Puys vom Puy de Dôme aus (Auvergne, Frankreich)In der Auvergne in Frankreich erstreckt sich eine vulkanische Zone über 40 km in Nord-Süd-Richtung. Die Chaîne des Puys besteht aus etwa 80 erloschenen Vulkankegeln, die sich mehr oder weniger aneinander reihen. Die Vulkankette liegt auf einer kristallinen Horststruktur, begrenzt durch den Limagne-Graben im Osten und das Tal der Sioule im Westen. Die einzelnen Vulkane wiederum scheinen stellenweise gleichzeitig entlang von Störungen entstanden zu sein. Den Untergrund bilden gut 400 Millionen Jahre alte Granite.

Auf engstem Raum lassen sich hier im Massif Central die verschiedensten Formen von Vulkanismus studieren, verschiedene Eruptionsformen, Lavenformen und auch Erosionszustände. Während einige Vulkane noch eine klassische Form mit deutlichem Krater aufweisen, sind andere schon weit abgetragen und die sonst tieferliegenden Strukturen werden an der Erdoberfläche sichtbar.

Vereinfachte geologische Karte der Chaîne des Puys. Extra herausgehoben sind die zahlreichen Vulkankegel.Die ältesten vulkanischen Gebilde der Kette sind etwa 100’000 Jahre alt. Zwischen 45’000 und 30’000 sowie vor rund 10’000 Jahren war die vulkanische Tätigkeit intensiver. Da diese aktive Phase mit der letzten Eiszeit zusammenfällt, fehlen organische Einschlüsse weitgehend. Anhand eingeschlossener Hölzer in Lava liessen sich die einzelnen Phasen noch besser bestimmen.

Der Puy de Dôme ist der höchste und überragt die anderen deutlich. Er entstand vor rund 10’000 Jahren in mehrere Phasen. Gut möglich, dass sie ihn schon einmal gesehen haben – auf einer Volvic-Mineralwasserflasche.

Waren Sie schon mal in der Auvergne oder auf einem anderen Vulkan – vielleicht sogar einem noch aktiven?

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Jan29

Gletschertopf im Gletschergarten LuzernWasser hat Kraft. Wasser ist stark. Dies wird bei Gletschermühlen und –töpfen eindrücklich sichtbar. In einer Gletschermühle gelangt Schmelzwasser in Wirbeln von der Oberfläche ins Gletscherinnere. Ein Gletschertopf wiederum entsteht häufig am Auftreffpunkt einer Gletschermühle am Gebirgsuntergrund.

Damit ein Gletschertopf entsteht, braucht es eigentlich nicht mal einen Gletscher. Wasser, das mit hoher Geschwindigkeit und Druck fliesst, vermag bereits einen Topf zu bilden. Ein Gletscher und zusätzlich eine Gletschermühle erhöhen aber unter Umständen den Wasserdruck, was die erosiven Kräfte des Wassers verstärkt.

Gletschertopf im Gletschergarten LuzernFrüher war man der Meinung, dass es für die Entstehung eines Gletschertopfes einen grossen Stein braucht, der sich in einem Wasserwirbel dreht und der somit den Gesteinsgrund langsam aushöhlt. Heute weiss man, dass Wasser allein genügt und kleine Schwemmteilchen wie zusätzliches Schmirgelmaterial wirken. Viele Gletschertöpfe sind während der Eiszeit entstanden. Aber auch heute noch entstehen ständig neue, so zum Beispiel oberhalb Trin oder im Val Poschiavo.

Für Eiszeit-Interessierte lohnt sich ein Besuch in Luzern derzeit doppelt. Einerseits können Sie im Gletschergarten die Gletschertöpfe bewundern und im Verkehrshaus mit dem TimeRide noch bis Anfang März 2013 eine Reise in die Vergangenheit erleben mit einem kurzen Halt in der Eiszeit.

Was könnte man in einem Gletschertopf kochen?

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Sep11

Niagara-Falls. Horseshoe-Fall auf der Kanadischen Seite. Das Wasser fällt hier in einem breiten Vorhang 51 Meter in die Tiefe.Wasser hat enorme Kraft und formt die Landschaft massgebend. Seit dem Ende der letzten Eiszeit gab es wortwörtlich einschneidende Ereignisse, so auch in Nordamerika.

Die spektakulären Niagara-Fälle sind geologisch gesehen noch sehr jung, die Gesteine heute an der Oberfläche allerdings sehr alt. Erst vor rund 12’000 Jahren suchte sich das Schmelzwasser von den Eisschilden einen Abfluss und schuf auf seinem Weg in den Atlantik die Niagara-Fälle, welche an der US-Amerikanisch-Kanadischen Grenze den Eriesee mit dem Ontariosee verbinden. Die beiden Seebecken existierten schon vor der letzten Eiszeit, die Fluss-Verbindung entstand erst danach.

Niagara-Falls. Steht man an der Fallkante, ist das Spektakel am Horseshoe-Fall noch imposanter.Den geologischen Untergrund bildet ein 3 Milliarden Jahre altes Fundament aus dem Präkambrium, auf dem im Silur vor 440 bis 400 Millionen Jahren Meeressedimente abgelagert wurden.

An den Fällen bildet heute eine harte Kalkschicht die Fliessunterlage und die Fallkante. Darunter liegen Sandsteine und feine Tonsteine, die leichter erodieren, so dass es immer wieder zu Abbrüchen der überhängenden Kalkschicht kommt. Die Wassermassen sorgen somit für eine rückschreitende Erosion. Anfänglich „wanderten“ die Fälle einen bis eineinhalb Meter pro Jahr Fluss-aufwärts; wegen Wassernutzung im Flussoberlauf hat sich die Erosion auf ca. einen halben Meter pro Jahr reduziert. Bei dieser Erosionsrate werden die Fälle, die dann keine mehr sein werden, in etwa 50’000 Jahren beim Eriesee anlangen.

Von den insgesamt drei Wasserfällen ist der Horseshoe-Fall auf der kanadischen Seite mit ca 670 Metern der breiteste – ein gewaltiger Wasservorhang stürzt rund 51 Meter in den Abgrund. Durch die enorme Kraft dieser Wassermassen ist das Gestein am Fusse der Wasserfälle nochmals so tief ausgewaschen – würden die Fälle also plötzlich trocken fallen, wären sie doppelt so hoch. Die grüne Farbe des Wassers entsteht durch gelöste Minerale und ganz viel Gesteinsmehl.

Konnten Sie dieses Schauspiel schon mal selber bewundern? Oder kennen Sie andere Wasserfälle, die Sie beeindruckt haben?

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Die Lösung

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