Jul21

Korund_Saphir_Sri Lanka©Rob LavinskyKorund_Saphir_Rob Lavinsky_iRocks Korund_Rubin_Pyrit_Calcit_Vietnam©Géry-Parent

Links: blauer Saphir ©Rob Lavinsky, iRocks.com; Mitte: rot-blauer Saphir ©Rob Lavinsky, iRocks.com; Rechts: Rubin @Géry-Parent

Dass der Himmel ein riesiger blauer Saphir sei, in dem die Erde eingebettet ist, war früher eine weit verbreitete Meinung. Auch heute glaubt man, ein Saphir müsse blau sein. Allerdings kann er von farblos jede Farbe ausser rot haben, denn die vom Chrom gefärbte rote Korundvariante bezeichnet man als Rubin.

Korund

Korund, aus dem Tamilischen kurundam ist ein relativ häufig vorkommendes Mineral der Zusammensetzung Al2Oaus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. Korund kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt deshalb meist lange, prismatische oder säulenförmige Kristalle. Die grössten Korundkristalle erreichen eine Länge von etwa einem Meter und ein Gewicht von bis zu 150 Kilogramm – nicht schlecht, aber deutlich weniger als der Topas, wie wir aus dem letzten Beitrag wissen!

In der technischen Anwendung ist Korund das am häufigsten eingesetzte Schleifmittel (Schleifpapier, Trennscheiben), denn seine wichtigen Eigenschaften, Härte und Zähigkeit, hängen von seiner Reinheit ab. Während Härte und auch die Sprödigkeit mit dem Reinheitsgrad steigen, steigt die Zähigkeit durch Zusatz von Metalloxiden in Abhängigkeit der Abkühlungsgeschwindigkeit. Als Abtastnadel in Tonabnehmern von Plattenspielern wurde Korund anstelle von Diamant verwendet. Unter Beimischung von Titan als Laserion sind synthetische Saphire wichtig für Laser Anwendungen. Bei Weltraumflugkörpern werden, der sehr hohen Belastung wegen, Fenster aus synthetisch hergestellten Saphiren eingesetzt. Ebenso bestehen bei hochwertigen Armbanduhren die Gläser meist aus synthetischem Saphir. Dies ist auch bei der neuen Apple-Watch und den iPhone-Modellen 5 & 6 so.

Saphir und Rubin

Die Korund-Varietäten Saphir und Rubin entstehen hauptsächlich in natriumreichen, magmatischen Gesteinen wie Pegmatit und Granit aber auch Basalt oder in metamorphen Gesteinen wie Gneis und Marmor. Saphire und Rubine  werden jedoch überwiegend in Alluvionen geschürft, den sogenannten sekundären Lagerstätten. In einfachen Brunnen dringt man in tiefere Schichten, wo von Hand geschürft wird. >> Ein Video zur Veranschaulichung.

Der Saphir bildet sich dort, wo der Gehalt an Titan und Oxid reicher als der Gehalt an Chrom ist, deshalb ist der Saphir verbreiteter als der Rubin. Voraussetzung für die Entstehung eines Rubins ist nebst hohen Temperaturen, Druck und ausreichender Kristallisationszeit ein siliziumarmes Umfeld und das Vorkommen von Chrom, das als Chromoxid an Stelle des Aluminiumoxids ins Kristallgitter eingebaut wird. Chrom verursacht allerdings Risse und Spalten, so dass nur wenige Kristalle ungestört zu einer ansehnlichen Grösse heranwachsen. Daher sind Rubine von über 3 Karat (1 kt = 0.2 gr) sehr selten. Wenn sie zudem frei von Einschlüssen sind und eine top Farbe haben, erzielen sie einen Preis, der über dem eines Diamanten liegt.

Mittlerweile sind viele Saphire aus künstlicher Herstellung und auch nachbehandelte Steine auf dem Markt. Saphire kann man mittlerweile in fast jeder beliebigen Grösse herstellen. Die Qualität ist hierbei so gross, dass sie von natürlichen Steinen fast nicht zu unterscheiden sind. Nachbehandelte Steine sind Saphire die einer Hitzebehandlung von 1.550° Celsius unterzogen wurden. Man erreicht dadurch, dass weisse undurchsichtige Saphire die begehrten Blautöne und Klarheit erhalten. Ob ein Stein nachbehandelt wurde, kann ein Laie kaum erkennen. Da muss auf ein Zertifizierungsinstitut, wie z.B. das Schweizerische Gemmologische Institut (SSEF), Gübelin oder GIA zurückgegriffen werden!

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Jul14

Über den Ursprung der Bezeichnung Topas herrscht Uneinigkeit – Topas kann aus dem Arabischen abgeleitet werden und wird mit der endlich Gefundene übersetzt. Eine andere Variante nimmt Bezug auf die Insel Topaxin (heute Zebirget im Roten Meer), wo erstmals das Mineral gefunden wurde, das sich später als Olivin entpuppte. Eine andere Erklärung führt den Namen auf das Sanskrit-Wort tapas zurück, das “Feuer” oder “Leuchten” bedeutet.

Topas ist ein Inselsilikat

Das Inselsilikat Topas hat die Zusammensetzung Al2[(F,OH)2|SiO4]  und weist ein buntes Farbspektrum auf. Bekannt sind farblose (Silbertopase), gelbe, grüne, braune, blaue und rote Varianten. Eisen und Chrom bilden am häufigsten blaue und gelbe bzw. rote Topase. Farbveränderungen bzw. –veredelungen können bei Topasen durch Brennen und Bestrahlen (Gamma- oder Elektronenstrahlen) erreicht werden. Die Kristalle sind prismatisch, kurz- oder langsäulig und gehören zum orthorhombischen Kristallsystem. Topas weist glasartigen Glanz auf mit durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Er ist zudem das härteste Silikat und eines der härtesten Mineralien in der Natur. Allerdings hat er eine vollkommene Spaltbarkeit senkrecht zu den SiO4-Ketten, die durch die Ebenen der schwachen Al-O, Al-OH und Al-F Bindungen bedingt sind. Nicht selten sind die Topaskristalle von beachtlicher Grösse. Der grösste jemals gefundene Topaskristall soll eine Länge von einem Meter und ein Gewicht von 2.500 kg haben und bei Ribáuè, Alto Ligonha in Mosambik gefunden worden sein – wow!

Topas auf Rauchquarz ©Rob Lavinsky, iRocks.com   Blauer Topas ©Rob Lavinsky, iRocks.com  Imperial Topas, Zambia ©Rob Lavinsky, iRocks.com

Silbertopas auf Rauchquarz aus Groot Spitzkopje, Namibia, blauer Topas, Imperial Topas aus Sambia; ©Rob Lavinsky, iRocks.com

Hämatit Topas ©Rob Levinsky, iRocks.com   Gelber Topas: Pyknite aus Altenberg, Sachsen ©Ra'ike

Links Hämatit Topas; ©Rob Lavinsky, iRocks.com / Rechts: Gelber Topas – Pyknite, aus Altenberg, Sachsen; ©Ra’ike

–> Für die Experimentierfreudigen und Tüftler eine kleine Anleitung: Wie erzeugt man Edelsteine?
Viel Spass und wenn Resultate vorliegen, schick es doch in die Runde!

 

4 Kommentare »

Jun02

Diese Frage stellt sich durchaus dem einen oder anderen, wenn er bzw. sie unverhofft einen Edelstein erbt!

Rubinstufe aus Tansania     Rubin geschliffen

Links: Rubinstufe aus Tansania. Rechts: geschliffener Rubin, Quelle: Internet

Diese und andere Fragen um Echtheit und Behandlungszustand von Edelsteinen und Perlen beantwortet das Schweizerische Gemmologische Institut (SSEF) in Basel. Gegründet wurde das Institut 1976 während des Diamanten-Booms der siebziger Jahren. Dazumal stieg die Nachfrage nach Kontrollstellen auch in der Schweiz. Heute gehört es zu den fünf führenden Prüfinstituten der Welt.

Seit die gezielte Behandlung und Manipulation von qualitativ mittlerer Ware – etwa durch Erhitzen, Bestrahlen oder Imprägnieren – immer häufiger wird, wächst auch das Bedürfnis nach wissenschaftlicher Vergewisserung. Die Resultate der hoch präzisen gemmologischen Untersuchungen werden in Form von Expertisen und Zertifikaten an Edelsteinhändler, Juweliere, Auktionshäuser und an Private weitergegeben.

Kuriose Fälle werden am SSEF auch behandelt, wie aus der hauseigenen Zeitung hervorgeht. Das merkwürdigste Material, welches zur Prüfung je eingereicht wurde, war eine rund 8 cm grosse Kugel, die gemäss Auskunft des Kunden nachts leuchten sollte. Zu der bräunlich-gelben Calcitkugel lag ein Zertifikat eines chinesischen Labors vor, das sie als «luminescent emerald- green to yellow calcite fluorite pearl» beschrieb. Der Wert wurde vom selben chinesischen Labor auf eindrückliche 30 Millionen Dollar geschätzt. Eine leuchtende Eigenschaft hat das SSEF aber nicht feststellen können und auch nach langer Suche in der einschlägigen Literatur keinen Hinweis auf die Existenz eines leuchtenden Gesteins gefunden.

Wahrscheinlich war das einfach ein chinesischer Geistesblitz! laughing-smiley

Für den Fall -> Schweizerisches Gemmologisches Institut

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Die Lösung

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