Jan26

Es gab nicht nur Flöhe im Erdmittelalter, sie waren auch bis 10 mal grösser als heute!

Fossile Flöhe © nature

Fossile chinesische Riesenfloh aus dem mittleren Jura © nature

Die bisher ältesten Flohfossilien wurden in China entdeckt. Passend zur Ära der Dinosaurier erreichten die Blutsauger Grössen bis zu 2.1 cm. Heutige Arten bringen es auf 1.5 bis 4.5 mm.

Die abgebildete Floh stammt aus dem mittleren Jura und plagte ihre Wirtstiere vor ca. 165 Millionen Jahren. Aufs Springen war sie noch nicht  ausgelegt, das brachte erst die Evolution.

Die Form ihrer Mundwerkzeuge, das lange und gezackte Saugrohr, deutet nach Ansicht der Forscher auf reptilienartige Wirtstiere hin, während sich heutige Flöhe an Vögeln und vor allem an Säugetieren inklusive Mensch laben.

Die Mega-Flöhe konnte sich also an ihren Opfern festkrallen und ihnen mit gezacktem Rüssel das Blut aussaugen. Die Flöhe erwiesen sich als Erfolgsmodell der Evolution, haben sie doch das Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren überlebt. Sie wandten sich nach den Reptilien den Säugetieren, Vögeln und Menschen zu.

Gott sei dank wurden sie aber mit den Jahrmillionen auch immer kleiner!

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Okt07

Ca. 150 Millionen Jahre alter Koprolith - versteinerter Kot - eines Pflanzen fressenden Dinosauriers aus der Jurazeit. ca. 50 cm. Fundort Wyoming, USA. Jetzt im Senkenberg Museum in Frankfurt am Main ausgestellt.Jetzt fallen dann an der OLMA in St. Gallen wieder zahlreiche Häufchen von all den präsentierten Tieren, Kühe, Schweine, Schafe, etc. Wussten Sie, dass man auch versteinerten Kot finden kann und dieser – mittlerweile absolut geruchlos – interessante Informationen liefern kann? Meist lässt sich in den Spurenfossilien erkennen, ob der „Produzent“ Pflanzen- oder Fleischfresser war und womöglich lassen sich bei letzterem noch unverdaute Knochen- oder Schalenreste finden, die sogar ermöglichen, das Beutetier zu identifizieren. Einblick gewähren manuelle Präparation oder Dünnschliffe, wobei dabei der Koprolith zerstört wird. Mittels zerstörungsfreiem CT-Scan lassen sich dreidimensionale Röntgenbilder erstellen, die Knochenreste im Innern abbilden. Identifizierte Knochenreste lassen Rückschlüsse auf den Erzeuger zu, es ist aber äusserst selten, dass man versteinerten Kot eindeutig einem Tier zuordnen kann.

Grössenmässig reichen Koprolithe vom Millimeterbereich bis zu einem halben Meter. Die riesigen pflanzenfressenden Dinosaurier in der Jurazeit erzeugten ordentliche Kothaufen, die ihrerseits wichtige Nahrungsquelle für kleine Käfer, Insekten und Bakterien waren. Zudem düngten die Exkremente den Boden genauso wie heute und sorgten für ein gutes Pflanzenwachstum.

Die ältesten fossilen Ausscheidungen kennt man aus dem Kambrium vor rund 500 Millionen Jahren. Aufgrund ihres hohen Phosphatgehaltes wurden Koprolithe in England einst sogar als Rohstoffe gesucht und zur Düngerproduktion verwendet.

Wer es lieber etwas weniger indiskret mag, der unternimmt seine Reise in die Vergangenheit an der Olma mit dem Time-Ride – ganz ohne Koprolithe.

Von einem Vogeldreck getroffen zu werden, soll ja angeblich Glück bringen. Kennen Sie ähnliche Aussagen passend zum Thema?

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Aug26

Artikulierte Halswirbel eines Dinosauriers - ein Körperfossil.In den Gebieten des Tafel- und Faltenjuras treten vielerorts fossilreiche Gesteine an die Erdoberfläche. Wie entsteht überhaupt ein Fossil und was für Arten von Fossilien werden unterschieden? Zur Erinnerung: Ein Fossil ist ein versteinerter Rest oder eine Spur eines einstigen Lebewesens.

Fossilien, die grösser als ein Zentimeter sind, werden als Makrofossilien bezeichnet; alles darunter sind Mikrofossilien, bzw. ab 1/10mm sogar Nanofossilien.

Damit ein Organismus versteinern kann, muss er möglichst unmittelbar nach seinem Ableben in zukünftiges, feinkörniges Gestein eingeschlossen werden; Schlamm und Ton eignen sich sehr gut. Es bleiben hauptsächlich Hartteile erhalten. Organismen ohne Hartteile sind als Fossilien stark untervertreten und nur äusserst selten als Abdrucke erhalten.

Dinosaurier-Fährte in der Nähe von Courtedoux (JU) - ein Spurenfossil.Lebewesen mit Schalen und Skeletten bilden meist Körperfossilien, wo die Hartteile noch erhalten sind (evtl. rekristallisiert). Sie hinterlassen aber auch Hohlformen oder Abdrucke. Versteinerte Knochen, Steinkerne von Ammoniten und Muscheln sind nur wenige Beispiele. Spurenfossilien entstanden beim Gehen, Kriechen, Graben oder Fressen früherer Lebewesen; sie enthalten keine Hartteile.

Je nach Fundsituation vermögen Fossilien viel über das ursprüngliche Leben oder das Sterben erzählen. Fossilien widerspiegeln entweder eine einstige Lebensgemeinschaft (Biozönose) oder eine Grabgemeinschaft (Taphozönose), wo die Relikte umgelagert wurden.

Und dann sind da noch die lebenden Fossilien – mehr dazu nächste Woche.

Welches Fossil würden Sie heute gern noch lebend sehen?

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Jan07

Stegosaurus im Préhisto-Parc in Réclère (JU).Im Kanton Jura begegnen Sie nicht nur zahlreichen Dinosaurierspuren, auf einem Waldspaziergang unweit der französischen Grenze können Sie sogar auf lebensgrosse Dinosaurier treffen. Wer also die Dinosaurier nicht nur mit Brille im Kino in 3D sehen möchte, sondern auch mit blossem Auge, der findet im Jura einen ganzen Park voll Saurier.

Der Préhisto-Parc in Réclère zeigt 45 Urzeittiere, von den ersten Amphibien über die Dinosaurier bis zum Höhlenbären. Die Hauptattraktion sind natürlich die vielen Dinosaurier. Vom Plateosaurus aus der Trias, über den Stegosaurus aus der Jurazeit bis zum stacheligen Styracosaurus und dem Furcht einflössenden Tyrannosaurus-Verwandten Tarbosaurus aus der Kreidezeit. Im Untergrund des Kopf eines Ankylosaurus im Préhisto-Parc in Réclère (JU). Keine Sorge, das stachelige Tier war Pflanzenfresser.Urzeitpfades ist eine grosse Tropfsteinhöhle – die Grottes de Réclère, welche mit dem sogenannten Dom den grössten Stalagmiten der Schweiz beherbergt.

Dinosaurier im Kino, als Skulpturen im Park – oder sogar lebendig im Zoo – was hätten Sie am liebsten?

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Dez24

Frohe Festtage!

gepostet von drea in Allgemein

Mit Smarties und Schokostreusel verzierter Lebkuchen-Dinosaurier von einem Kinderevent in der Adventszeit.erdwissen.ch wünscht allen Leserinnen und Lesern ganz schöne Festtage und ein Jahr 2014 voller grosser und kleiner geologischer Highlights – vielleicht finden Sie einen besonders schönen Stein oder Sie machen Urlaub an einem geologisch faszinierenden Ort, wer weiss.

Am 31. Dezember sind wir wieder mit einem neuen Artikel für Sie da.

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Dez10

Der Stoff aus dem Märchen geschrieben werden: ein kleiner verschupfter Dinosaurier mausert sich nach unzähligen Schikanen zum respektierten Anführer in einer schwierigen Zeit. Im neuen Dino-Film „Dinosaurier 3D – im Reich der Giganten“ kämpft für einmal nicht Triceratops gegen T-Rex sondern Pachyrhinosaurus gegen Gorgosaurus.

Ausschnitt mit Pachyrhinosaurier aus dem Filmplakat zu "Dinosaurier 3D - im Reich der Giganten"Was also ist ein Pachyrhinosaurus? Pachyrhinosaurier lebten in der späten Kreidezeit vor 70 Millionen Jahren in Nordamerika. Fundorte liegen in Kanada und Alaska. Der 5,5 bis 7 m grosse Saurier war ein Verwandter des Triceratops. Seinen Namen, der übersetzt Dicknasenechse bedeutet, verdankt das Tier einem dicken, knöchernen Wulst auf dem Nasenbein. Auffällig ist sein Nackenschild, der vermutlich nicht zum Kämpfen eingesetzt wurde, da er dazu zu schwach gewesen sein dürfte; der knöcherne Nackenschild besitzt Fenster, was ihn leichter macht aber auch weniger stark. Am hinteren Rand wuchsen eins bis drei grössere Stacheln. Vermutlich dienten die Schilde zur Identifikation oder allenfalls sogar als Statussymbol. Weil man an Fossilfundstellen meist Knochen vieler Tiere unterschiedlichen Alters findet, nimmt man an, dass Pachyrhinosaurier in Herden umherzogen.

Dinosaurier faszinieren viele Kinder, aber nicht nur, was macht die Urzeitechsen so speziell?

PS: Besuchen Sie am 15. Dezember das Sauriermuseum Frick und gewinnen Sie 3 mal 2 Kinokarten oder Dino-Figuren aus dem Film.

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Sep17

Giganten im Jura-Jura

gepostet von drea in Allgemein, Fossilien

152 Millionen Jahre alte Dinosaurier-Spuren. Öffentlich zugänglich in der Nähe von Courtedoux (JU)Woran denken Sie beim Stichwort Bahamas? An kleine Inseln, weisse Sandstrände, flaches, warmes Tropenmeer – und dem Strand entlang trottet eine Horde Dinosaurier auf der Suche nach Futterpflanzen, verfolgt von ein paar hungrigen Fleischfressern?

So könnte es vor rund 152 Millionen Jahren ausgesehen haben, als sich die Gesteine des heutigen Juras in der Jura-Zeit bildeten. In der Ajoie wurden bei Aushubarbeiten für die Autobahn A16 um Courtedoux zahlreiche Saurierspuren entdeckt und freigelegt. Die riesigen runden Fussabdrücke der Pflanzen fressenden Sauropoden messen teils über einen Meter im Durchmesser. Wie diese Giganten ausgesehen haben könnten, sehen Besucher im Kreisel östlich von Courtedoux, wo ein Dinosaurier im Kreisel wacht.

Dinosaurier-Kreisel in Courtedoux im Kanton Jura.Von den mehreren Tausend Trittsiegeln sind aktuell nur wenige öffentlich zugänglich. Ausgehend von der zukünftigen Autobahnauffahrt westlich von Courtedoux führt ein Lehrpfad zu einem Platz mit Saurierspuren. Unterwegs informieren Tafeln über die Zeit vor 150 Millionen Jahren – in Französisch und Deutsch.

Neben den imposanten Dinospuren wurden auch zahlreiche Meeresfossilien gefunden, die Einsicht geben in das Leben im Jura-Meer. Darin tummelten sich demnach Krokodile, Ammoniten, Haifische, Schildkröten und weiteres Getier.

Bahamas mit oder ohne Dinos – was ist Ihre Wahl?

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