Dez04

Statue der heiligen Barbara im Üetliberg-Tunnel (West-Umfahrung Zürich)Der heutige 4. Dezember ist der Gedenktag der heiligen Barbara, die als Schutzpatronin der Bergleute, Mineure, Geologen aber auch beispielsweise der Zimmerleute, Maurer und Architekten gilt.

Die junge Barbara wendete sich Ende des dritten Jahrhunderts dem Christentum zu, entgegen dem Willen ihres Vaters. Dieser versuchte zwar, sie davon abzuhalten, indem er sie in einem Turm einsperren und sogar martern liess. Alles nützte nichts. Zur Strafe wollte der Vater seine Tochter erschlagen lassen. Barbara konnte zwar erst fliehen und sich in einem ihr öffnenden Felsspalt verstecken. Sie wurde aber von einem Hirten verraten, der daraufhin in einen Stein verwandelt wurde. Vor ihrer Hinrichtung durch den eigenen Vater betete Barbara, worauf ein Engel erschien und sie in ein weisses leuchtendes Gewand hüllte. Ihr Vater wurde, nachdem er seine Tochter geköpft hatte, vom Blitz getroffen und verbrannte.

An Unis wird der heiligen Barbara mit einer Feier (die eher den Namen Party verdient…) gedacht. Vor allem aber auf Tunnelbaustellen und in Bergwerken ruht an diesem Tag die Arbeit und es gibt eine Messe, an der auch für eine sichere Arbeit gebetet wird. In jedem Bergwerk, selbst in Strassentunneln findet sich irgendwo eine Nische, die der heiligen Barbara gewidmet ist; entweder steht eine Statue drin oder zumindest ein Bildnis.

Und wenn wir der Bauernregel glauben schenken, dann sieht es für s nächste Jahr ganz gut aus: Barbara im weißen Kleid, verkündet gute Sommerzeit.

Pflegen Sie den Brauch, am Barbaratag einen Kirschenzweig zu schneiden, der dann an Weihnachten blühen soll?

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Okt08

Blick in die Kaolingrube in Hirschau (D). Kaolin ist ein Verwitterungsprodukt von Feldspat und wichtiger Rohstoff in der Keramik- und Papierindustrie.Kaolin ist ein wichtiger Rohstoff für die Porzellanherstellung. Schon im 6. Jahrhundert wurde das weisse Gold in China abgebaut. Vom chinesischen Ort Gaoling (weisser Hügel) stammt der Name für das weisse Mineralgemenge aus Kaolin und Quarzsand. Kaolinit ist ein Tonmineral, das durch chemische Umwandlung aus Feldspat entsteht. Die Verwitterung im sauren Milieu führt auch zur Bleichung der ursprünglich rötlichen Feldspäte.

Die geologischen Voraussetzungen für die hier gezeigten Kaolingruben im bayrischen Hirschau waren vor rund 250 Millionen Jahren (Zeit des Buntsandsteins zu Beginn der Trias-Zeit) gegeben. Die Verwitterungsprodukte der kristallinen Gesteine im Hinterland wurden ins Germanische Der Monte Kaolino besteht vorwiegend aus Quarzsand, der als Abfallprodukt bei der Gewinnung von Kaolin anfällt.Becken getragen. Am Beckenrand lagerten sich feldspatreiche Sandsteine an, während weiter draussen fast nur noch Quarzsand abgelagert wurde. Bei der Gewinnung von Kaolin fällt viel Quarzsand an, der zu grossen Halden aufgeschüttet wird. In Hirschau wurde daraus der Monte Kaolino – ein «riesiger Haufen Sand», der als Freizeitgelände genutzt im Sommer sogar zum Skifahren lädt.

Nach 50 Jahren Untertagebau wurde der Kaolin-Abbau in Hirschau 1883 auf Tagebaubetrieb umgestellt. Neben der Porzellanindustrie nutzt heute vor allem die Papierindustrie das Aluminiumsilikat als Füllstoff bei der Papierherstellung.

Hätten Sie gedacht, dass es zwischen Ihrem Kaffeeservice, Druckerpapier und Skifahren eine so grosse Verbindung gibt?

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Sep04

Basler Münster. Detailansicht mit rotem Sandstein.Am Wochenende vom 8. und 9. September finden die Europäischen Tage des Denkmals statt. Dieses Jahr lautet das Motto „Stein und Beton“. In der ganzen Schweiz öffnen Gebäude ihre Türen, aber auch über alte Steinbrüche kann man einiges erfahren.

Ich möchte hier ein paar Angebote herauspicken, die ich spannend finde, oder die schon mal am Rande hier auf erdwissen.ch Thema waren.

Die Basler Münsterhütte gewährt Einblick in ihre Arbeiten, die heute vor allem der Restaurierung und Instandhaltung des Basler Münsters dienen.

Berner Münster. Detailansicht mit gelbem Berner Sandstein.Die Berner Altstadt ist geprägt vom gelblichen Berner Sandstein – mehr darüber erfahren Sie in Krauchthal bei einer Wanderung zu still gelegten Steinbrüchen.

In Promontogno nahe Soglio öffnet ein unterirdischer Steinbruch, in dem der Soglio-Quarzit gewonnen wird. In St-Gallen gibt es einen weiteren Steinbruch-Spaziergang, der zum Ursprung der Bausteine der Klosterkirche führt. Und in Saillon kann der Marmorsteinbruch besichtigt werden.

In der Stadt Schaffhausen erfahren Sie allerlei Interessantes über die verwendeten Bausteine.

Kein Bauwerk, sondern Spuren der Vergangenheit sehen Sie in Salvan. Dort gibt es fossile Fussabdrücke eines Reptils, das noch vor den Dinosauriern gelebt hatte.

Oder Sie wandern über die Lägern, welche ebenfalls viel Geologisches zu bieten hat.

Erzählen Sie uns von Ihren Erlebnissen an den Denkmaltagen!

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Jun21

Schieferstück beim Infopavillon des Landesplattenbergs in Engi (GL). Schutthalde im Hintergrund.Grauer Schiefer so weit das Auge reicht. Im Berg drinnen grosse Hallen und schräge Pfeiler hinter der unscheinbaren Aussenflanke. Seit der aktive Schieferabbau am Landesplattenberg in Engi (GL) vor 50 Jahren eingestellt wurde, sind die Schutthalden schon wieder weitgehend überwachsen. Anfangs wurde im Tagbau abgebaut, ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann man, Stollen in den Berg vorzutreiben. Das verzweigte Stollensystem kann auf Führungen besichtigt werden; auch werden in einer Halle Konzerte veranstaltet.

Der Schiefer ist von unterschiedlicher Qualität. Wo er mit Quarzadern durchsetzt ist, war er nicht viel wert. Die Schiefertafeln wurden ins Tal gebracht und dort verkauft. Der Schieferabbau war eine bedeutende Einkommensquelle für die Leute im Dorf.

Glarner Schiefer im Sernftal (Kanton Glarus)Im Glarner Schiefer wurden beim Abbau des Schiefers zahlreiche Fossilien von Fischen, Vögeln und Schildkröten gefunden, die Einblick gewähren in die Welt vor ca. 30 Millionen Jahren (Oligozän). Die toten Tiere wurden im feinen Schlamm im Meer nördlich der jungen Alpen eingebettet (nordhelvetischer Flysch). Heute sind die Reste der damaligen Lebewesen als Folge der tektonischen Aktivität total flach gepresst und häufig auch verzerrt. Die Bergwerksarbeiter mussten ihre während der Arbeit gemachten Funde abgeben.

Ich war vor 10 Jahren einmal im Berg und war sehr beeindruckt. Waren Sie auch schon mal im Landesplattenberg?

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Mai26

2011 führt der Giro d'Italia in der drittletzten Etappe ins alte "Goldgräber-Dorf" MacugnagaIm Laufe des >> Giro d’Italia überqueren die Fahrer mehrfach die geologische Grenze zwischen dem europäischen und dem adriatisch-afrikanischen Kontinent. Merken tun sie davon genauso wenig wie Sie, wenn Sie von Luzern nach Locarno fahren. Die Grenze verläuft nämlich unmittelbar nördlich von Locarno durch’s Tessin. Die sogenannte >> Insubrische Linie erstreckt sich am Südrand der Alpen über 700 km vom Pannonischen Becken (Ungarn) im Osten bis in die nördlichen Seealpen westlich von Turin. Die riesige Störungszone ist vor rund 30 bis 20 Millionen Jahren entstanden.

Die drittletzte Etappe des Giro führt morgen Freitag von Bergamo nach Macugnaga, ein Stück entlang des Lago Maggiore und zuletzt bis hinauf ans Ende der Strasse im Valle Anzasca – nur drei Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Vom Walser-Dorf Macugnaga aus geniesst man einen genialen Ausblick auf die Monte-Rosa-Gruppe und deren eindrückliche Ostwand. Die Radfahrer werden dieses Ziel auf den letzten kurvenreichen, stetig ansteigenden 30 km immer wieder vor Augen haben – sofern sie den Blick von der Strasse heben…

Das Valle Anzasca dürfte die goldreichste Gegend Italiens sein. In der >> Miniera della Guja bei Macugnaga wurde während 300 Jahren Gold abgebaut. Der Etappensieger wird bei der Bergankunft aber trotzdem nicht mit Gold überschüttet – sondern muss sich mit (immerhin) 11010 Euro Siegerprämie, -strauss und -küsschen begnügen.

Nichts gegen eine nette Velotour, aber mir wäre die Stramplerei viel zu anstrengend :-) ich geniesse die Landschaft lieber auf Schuster’s Rappen, da bleibt mir auch Zeit zum Rumschauen. Und Sie?

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Mrz08

Bieretikett Kupfer spezialEin gemütlicher Feierabend daheim brachte mich auf das heutige Thema. Von einer Bierflasche glänzte mir das Wort «Kupfer» entgegen – nach den >> Diamanten für die Frauen jetzt also ein Thema eher für Männer ;-)

Kupfer Cu ist ein Element und ein relativ weiches Metall, das sehr gut Wärme und Strom leitet. In der Natur kommt Kupfer entweder gediegen vor – also in reiner Form – als Erz und in zahlreichen Kupfermineralen. Chile ist der grösste Kupferproduzent, gefolgt von den USA und Peru.

 

Bingham Copper Mine openpitIn der >> Bingham Copper mine in Utah (USA) wird im Tagebau Erz abgebaut – jeden Tag 150’000 Tonnen. Das Loch ist unterdessen 1,2 km tief, hat einen Kraterdurchmesser von 4,4 km und ist damit so gross, dass es von Astronauten aus dem Weltall als heller Punkt gesehen werden kann.

Auch in der Schweiz gibt es – wenn auch kleinere – Kupfererzvorkommen. So zum Beispiel im Wallis und im Bündnerland. Während des Zweiten Weltkriegs wurden bei uns rund 800 Tonnen Kupfererz abgebaut.

 

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Okt14

Rohstoffabbau unter Tage war und ist noch immer eine risikoreiche Unternehmung. So verfolgte in den vergangenen Monaten die halbe Welt das Schicksal von 33 eingeschlossenen Bergleuten in Chile. 69 Tage mussten die Männer bei diesem unfreiwilligen Langzeitexperiment in einer Tiefe von über 600 Meter auf ihre Rettung warten. Jetzt können sie den 13. und 14. Oktober als neuen Geburtstag feiern, nachdem in einer beispiellosen Aktion alle Eingeschlossenen an die Erdoberfläche zurück gebracht wurden.

Um die Bergleute für ihre Reise nach oben vorzubereiten, liessen sich sechs Retter in der Rettungskapsel in die Mine hinunter fahren. Was muss das für ein Gefühl gewesen sein?

Hätten Sie dazu den Mut gehabt?

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Time Ride - Die Reise in die Tiefe



Die Lösung

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