Jul17

Der Vulkan Cotopaxi in Ecuador ist wahrscheinlich das grösste Musikinstrument der Erde. Seit den Explosionen im Inneren des Vulkans von 2015 gibt er einzigartige Töne von sich. Erzeugt werden sie durch Infraschall, d. h. durch niederfrequente Wellen, verursacht durch aufsteigende Gase, die den Kraterschlot durchströmen, ähnlich einer Orgelpfeife. Diese Töne verraten etwas über die Beschaffenheit des Vulkanschlots, denn wie bei einer Orgelpfeife sorgt die spezielle Geometrie des Schlotes dafür, dass das Gasgemisch in Schwingung gerät.

Ansichten der Spitze des langen, zylindrischen Kraters des Cotopaxis. Nach einer Reihe von Eruptionen im Jahr 2015 kollabierte der Kraterboden. Bildnachweis: Silvia Vallejo Vargas / Instituto Geofisico, Escuela Politecnica Nacional, Quito, Ecuador

Ansichten der Spitze des langen, zylindrischen Kraters des Cotopaxis. Nach einer Reihe von Eruptionen im Jahr 2015 kollabierte der Kraterboden. Bildnachweis: Silvia Vallejo Vargas / Instituto Geofisico, Escuela Politecnica Nacional, Quito, Ecuador

Die Forscher nennen die Töne Tornillos, das spanische Wort für Schrauben, weil die Schallwellen wie Schraubengewinde aussehen.

Diese “Orgeltöne” werden etwa einmal pro Tag ausgestossen und dauern 90 Sekunden.

Aus der Frequenz und Oszillation der Töne kann man auf das Schlotinnere schliessen, es liefert den Vulkanologen wertvolle Informationen über den Lavastand und die Aktivität. Auf den Cotopaxi bezogen, verrieten seine Töne, dass der Kraterschlot nach der Eruption von 2015 125 Meter breit und zwischen 270 und 320 Meter tief sein muss.

Schwingungsmuster eines Tornillos: ein Phänomen, das etwa 90 Sekunden dauert © Johnson et al./ American Geophysical Union

Schwingungsmuster eines Tornillos: ein Phänomen, das etwa 90 Sekunden dauert © Johnson et al./ American Geophysical Union

Es ist wichtig zu verstehen, wie jeder Vulkan singt, um zu verstehen, was vor sich geht, glauben die Forscher.

→  Vulkanmusik

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Jul10

Seit Anfang Mai fressen sich gewaltige Lavaströme  förmlich durch die Insel Hawaii, die die grösste und östlichste Insel des US-Bundesstaates Hawaii ist. Das wäre ja nichts besonderes, wenn sich hier nicht ein kleines Wunder darböte: es regnet nämlich Edelsteine!

Lavabilder vom "lächelnden" Vulkanausbruch Kilauea Hawaiis © bbc.com

Lavabilder vom “lächelnden” Vulkanausbruch Kilauea Hawaiis © bbc.com

Wie kommt es dazu?

Olivine, die derzeit vom Himmel regnen, sind nicht gross und kommen auch sonst häufig auf der Insel vor, so dass sie kaum einen Wert haben. Auch gibt es einen Strand, der Papakolea- oder Green Sands Strand genannt wird, weil die Olivine dort so massenweise vorkommen.

Eher ungewöhnlich ist allerdings, dass die Olivine in diesem Ereignis nicht von Gestein umhüllt sind, sondern in glasklarer Form auf die Erde fallen. Das geschmolzene Gestein wird mit so grosser Kraft aus dem Vulkan geschleudert, dass  die Brocken zerfetzt werden und die Glasperlen ohne Muttergestein zu Boden fallen. Olivin ist ja ein Mineral des Erdmantels und deshalb in diesem Magma häufig. Dennoch ist Olivin in Edelstein Qualität eher rar.

Hawaii’s Lava flow

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Jul03

Peles Haare (hawaiisch lauoho o Pele,) bezeichnen dünne Fäden oder Stränge vulkanischen Glases, die bei basaltischen Vulkanausbrüchen beim Abkühlen und durch starke Winde langgezogen aus der Lava entstehen.

Das goldene Haar der Pele am Kīlauea auf Hawaii © D.W. Peterson, gemeinfrei

Das goldene Haar der Pele am Kīlauea auf Hawaii © D.W. Peterson, gemeinfrei

Ein einzelner Strang mit einem Durchmesser von weniger als 0,5 mm kann zwei Meter lang sein. Die goldene Farbe erinnert an menschliches Haar und so erstaunt es nicht, dass sie nach Pele benannt sind, der hawaiischen Göttin des Feuers und der Vulkane. In Island werden die Fäden auch als “Nornahár” (Nornenhaar oder Hexenhaar) bezeichnet.

Peles Haare kommen natürlich nicht nur auf Hawaii vor. So sind Fundstellen in Nicaragua (Masaya), in Italien (Ätna), Äthiopien (Erta ‘Ale), Réunion (Piton de la Fournaise) und Island bekannt. Es wird normalerweise in Lücken im Boden gefunden, meist in der Nähe von Schloten, Meereseintritten oder in Ecken, wo Peles Haare sich ansammeln können oder sie verfangen sich wie im Bild an einem Antennenmast. Pele-Haar stellt eine natürliche Variante der Mineralwolle dar und ist ein Basaltglas (Sideromelan & Tachylit).

Peles Haare wurden am 22. Juli 2005 auf einer Radioantenne am Südrand von Pu'u'o'o, Hawai'i, aufgefangen © Public Domain

Peles Haare wurden am 22. Juli 2005 auf einer Radioantenne am Südrand von Pu’u’o’o, Hawai’i, aufgefangen © Public Domain

Peles Haare mit blossen Händen anzufassen ist nicht empfehlenswert, da es sehr spröde und scharf ist und kleine Bruchstücke in die Haut eindringen können.

Nebst Haaren werden manchmal auch Tränen gefunden, Peles Tränen also. Die Tränen oder Achnelithe entstehen wie die Haare – durch Auswerfen winziger Lava-Tröpfchen aus einem Lava-Brunnen. Die Auswurfgeschwindigkeit entscheidet, ob sich Haare oder Tränen bilden. Je höher die Geschwindigkeit je haariger wird es! So kann man auch verstehen, dass sich Tränen an den Haarspitzen bilden.

Peles Haar bezeichnet die extrem langen Fäden aus goldig-bräunlichem bis schwarz gefärbtem Basaltglas und bildet sich aus sehr flüssiger Basalt Lava Spray oder Fontäne. Achnelithe (Peles Tränen - die kleinen, schwarzen, glasigen Strukturen) sind oft am Ende einzelner Fäden befestigt © James St. John, CC BY 2.0

Peles Haar bezeichnet die extrem langen Fäden aus goldig-bräunlichem bis schwarz gefärbtem Basaltglas und bildet sich aus sehr flüssiger Basalt Lava Spray oder Fontäne. Achnelithe (Peles Tränen – die kleinen, schwarzen, glasigen Strukturen) sind oft am Ende einzelner Fäden befestigt © James St. John, CC BY 2.0

Peles Tränen liefern dem Vulkanologen zusätzliche wertvolle Informationen über den Ausbruch. Die Gasbläschen und Partikel, die in den Tränen gefangen sind, liefern Informationen über die Zusammensetzung der Magmakammer. Und die Form der Tränen gibt Hinweise auf die Geschwindigkeiten des Auswurfs.

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Mai01

Viele Leute glauben, dass Diamanten aus der Metamorphose von Kohle entstehen. Die meisten Diamanten, die datiert wurden, sind allerdings viel älter als die ersten Landpflanzen der Erde – das Ausgangsmaterial der Kohle.

Diamanten, die an oder nahe der Erdoberfläche gefunden werden, haben sich durch einen von vier möglichen Prozessen gebildet. © geology.com

Diamanten, die an oder nahe der Erdoberfläche gefunden werden, haben sich durch einen von vier möglichen Prozessen gebildet. © geology.com

Diamanten bilden sich im Erdmantel

Die Bildung natürlicher Diamanten erfordert sehr hohe Temperaturen und Drücke. Diese Bedingungen treten etwa 150 Kilometer unter der Oberfläche in begrenzten Zonen des Erdmantels auf, wo Temperaturen mindestens 1050 ºC sind. Man geht davon aus, dass die für die Diamantbildung und Diamantstabilität kritische Temperatur-Druck-Umgebung ausschliesslich unter den stabilen Kontinentalplatten vorhanden ist.

Diamanten, die in diesen Zonen gebildet und gelagert werden, kommen erst durch Vulkanausbrüchen an die Erdoberfläche, Punkt 1 in der Grafik. Diese Art von Förderung durch Vulkanausbruch scheint selten zu sein und wurde bislang noch nie direkt beobachtet.

Die Kohlenstoffquelle für Mantel-Diamanten ist Kohlenstoff, der seit der Entstehung des Planeten im Erdinneren vorhanden ist.

Diamanten bilden sich in Subduktionszonen

Winzige Diamanten wurden in Gesteinen gefunden, von denen man annimmt, dass sie durch plattentektonische Prozesse in den Erdmantel subduziert und wieder an die Oberfläche befördert wurden, Punkt 2 in der Grafik. Die Diamantbildung in einer subduzierenden Platte kann bereits 80 km unterhalb der Oberfläche und bei Temperaturen von bis zu 200 °C ablaufen. In einer Studie wurde festgestellt, dass Diamanten aus Brasilien winzige mineralische Einschlüsse enthalten, die mit der Mineralogie der ozeanischen Kruste übereinstimmen. Andere Diamanten haben Einschlüsse, die darauf hindeuten, dass subduziertes Meerwasser an ihrer Bildung beteiligt war.

Die wahrscheinlichste Kohlenstoffquelle bei Subduktion einer ozeanischen Platte sind Karbonatgesteine ​​wie Kalkstein, Marmor und Dolomit und möglicherweise Partikel von Pflanzenschutt in Offshore-Sedimenten.

Diamanten bilden sich an Impakt-Standorten

Im Laufe der Erdgeschichte kam es wiederholt zu grossen Asteroid-Einschlägen. Dabei werden extreme Temperaturen und Drücke erzeugt. Wenn z. B. ein 10 km grosser Asteroid, der mit 15 bis 20 km/Sek. fliegt, die Erde treffen würde, entstünde durch den Aufprall ein Energieausbruch, der grösser ist als die Energieausbrüche auf der Sonnenoberfläche.

Die hohen Temperatur- und Druckbedingungen eines solchen Aufpralls sind ausreichend, um Diamanten zu bilden. Diese Theorie wird durch die Entdeckung winziger Diamanten um mehrere Einschlagstellen von Asteroiden gestützt, Punkt 3 in der Grafik.

Winzige, submillimeter grosse Diamanten wurden im Meteor-Krater in Arizona gefunden und Industriediamanten mit einer Grösse bis zu 13 mm im Popigai-Krater in Nordsibirien, Russland.

Im Impaktgebiet könnte Kohle vorhanden sein und könnte als Kohlenstoffquelle der Diamanten dienen. Kalkstein, Marmor, Dolomit und andere kohlenstoffhaltige Gesteine ​​sind ebenfalls potenzielle Kohlenstoffquellen.

Diamanten bilden sich im Weltraum

NASA-Forscher haben eine grosse Anzahl von Nano-Diamanten in Meteoriten entdeckt, (Nano = Einheitenvorsatz für den milliardsten Teil). Der Anteil Diamanten in diesen Meteoriten macht etwa 3 % des gesamten vorhandenen Kohlenstoffs aus, Punkt 4 in der Grafik.

Forscher fanden auch eine grosse Anzahl sehr kleiner Diamanten in einer Probe des Allen Hills Meteorits. Man nimmt an, dass Diamanten in Meteoriten im Weltraum durch Hochgeschwindigkeits-Kollisionen entstanden sind, so wie sich Diamanten auf der Erde an Einschlagstellen bilden.

Kohle ist nicht an der Schaffung solcher Diamanten beteiligt. Die Kohlenstoffquelle stammt aus extraterrestrischer Quelle.

Ist nun Kohle an der Entstehung von Diamanten beteiligt?

Man kann festhalten, dass fast jeder terrestrische Diamant, der datiert wurde, im Präkambrium entstanden ist – in der Zeitspanne also zwischen der Entstehung der Erde vor 4’600 Mio. J. und dem Beginn des Kambriums vor 542 Mio. J.. Die frühesten Landpflanzen sind erst vor 450 Mio. J. also fast 100 Mio. J. nach der Bildung aller natürlichen Diamanten der Erde entstanden.

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Apr17

Viele Rifttäler bzw. Grabenbrüche sind Teil einer Dreifach-Kreuzung, wo sich drei tektonische Platten in etwa 120 ° Winkeln treffen. Meistens spalten sich zwei Arme einer Dreifach-Kreuzung, um einen Ozean zu bilden, während der dritte “gescheiterte Riss” ein Grabenbruch werden kann. Nur sehr selten entsteht ein Ozean aus allen drei Armen.

Dreifach-Kreuzung © GeologyIn.com

Dreifach-Kreuzung © GeologyIn.com

Auf kontinentaler Lithosphäre sind nur wenige aktive Grabenbrüche zu finden. Der Ostafrikanische Graben zusammen mit dem Baikal-, dem Westantarktischen- und dem Rio Grande Graben sind die wichtigsten aktiven kontinentalen Rift-Täler der Erde.

Ein zur Zeit für Schlagzeilen sorgendes Beispiel ist das Ostafrikanische Rift-System, das sich im Norden von Syrien bis in den Süden nach Mosambik erstreckt.

Der Ostafrikanischer Riss

Südlich des Roten Meeres liegt der komplexe Ostafrikanische Graben, der den afrikanischen Kontinent in zwei Teile teilt. Die afrikanische Platte, manchmal die nubische Platte genannt, trägt den grössten Teil des Kontinents, während die kleinere somalische Platte das Horn von Afrika trägt.

Die beiden grossen Grabensysteme des Ostafrikanischen Rifts sind das Gregory oder Östliche Rift und das Westliche Rift. Diese Rift-Täler sind von Vulkanen übersät: Erta Ale in Äthiopien, Mount Kenya in Kenia (ein nicht mehr aktiver Stratovulkan), Ol Doinyo Lengai und der Kilimanjaro (ein schlafender Stratovulkan) in Tansania und der Nyiragongo in der Demokratischen Republik Kongo, DRK.

Die jüngsten Schlagzeilen zeigen Bilder eines Spalts, der sich auf dramatische Weise auftut und den man mit aufflackernden Aktivitäten der Grabentektonik in Verbindung bringt.

Ein Riss tut sich im Rift Valley in Kenia auf © nation.co.ke

Ein Riss tut sich im Rift Valley in Kenia auf © nation.co.ke

Da der Spalt jedoch keine Ähnlichkeit mit Verwerfungen zeigt, die durch Rift Tektonik verursacht werden, und auch keine grösseren Erdbeben registriert worden sind, wird in der Fachwelt eine andere Ursache vermutet.

Die intensiven Regenfälle sollen aus tieferliegenden Schichten Vulkanasche weggespült haben. Ähnliches habe man bereits vor Ort und an anderen Stellen auf der Welt beobachtet.

Nichts desto trotz entwickelt sich der Grabenbruch weiter: In einigen Millionen Jahren wird das östliche Afrika vermutlich vom Rest des Kontinents abgespalten sein und eine neue eigene Landmasse gebildet haben.

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Apr03

Das Gebiet, um welches es im heutigen Beitrag geht, befindet sich küstennah im Süden von Kenia unweit der tansanischen Grenze. Seit den ersten Schürfungen und geologisch/geochemischen Untersuchungen in den 1930-er Jahren bis zum bevorstehenden Abbau, der trotz politischem Seilziehen auf internationaler und grossem Widerstand auf nationaler Ebene in den kommenden Jahren umgesetzt werden wird, sind über 80 Jahre vergangen. Die Niob-Seltene Erden Lagerstätte wird heute mit über 100 Millionen Tonnen veranschlagt bei einem zur Zeit geschätzten Wert von über 100 Milliarden USD. Sie ist weltweit eine der grössten Niob-Reserven mit einer mittleren Anreicherung von 0,65 % Niob-Pentoxid, Nb2O5, die in angereicherten Zonen bis zu 3 % ansteigt. Niob-Pentoxid ist ein farbloses, nicht lösliches Pulver, das durch Hydrolyse und anschliessender Reaktion mit Sauerstoff entsteht.

Im SE von Kenia ragt Mrima Hill 230 m über einer von Quartär-Sedimenten bedeckten Ebene © PAW

Im SE von Kenia ragt Mrima Hill 230 m über einer von Quartär-Sedimenten bedeckten Ebene © PAW

Lokalisation Mrima Hill

Lokalisation Mrima Hill

Lokalisation Mrima Hill

Lokalisation Mrima Hill

Da Mrima Hill ein durch Grabenbruch-Vulkanismus entstandener, verwitterter Karbonatit ist, sind auch bedeutende Mengen der Seltenen Erden vorhanden, die bis zu 5 % angereichert sind. Auch die Seltenen Erden zählen wie Niob zu den begehrten strategischen Metallen unserer hochtechnisierten Gesellschaft. Siehe:

→ Wirtschaftsgeologie, ein Fachgebiet mit polit. Auswirkung
Strategisch wichtige Metalle: Niob, Tantal und die Seltenen Erden
Seltene Erden: Treibstoff der Moderne, Öl der Zukunft?
Am Anfang steht das Gestein

Ein Karbonatit ist immer auch Teil eines grösseren alkalischen Eruptiv- oder Intrusiv-Komplexes. Der Jombo Hill Komplex, unweit vom Mrima Hill entfernt, repräsentiert die frühkristalline Phase dieser intrusiven, alkalinen Magmafolge. Der Karbonatit selbst drang in mesozoische Sandsteine ​​ein und weist heute eine bis 100 m mächtige Verwitterungsschicht auf. Ein bedeutender Effekt der Verwitterung war die Entfernung von Calcit und anderen Carbonaten, die das Volumen des ursprünglichen Karbonatits auf 20 % reduzierte, was zu einer entsprechenden Konzentration witterungsresistenter Begleitminerale, einschliesslich Pyrochlor, geführt hat.

Pyrochlor ist ein Niob-haltiges Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide mit der idealisierten chemischen Zusammensetzung Ca2Nb2O7. Durch Substitution lassen sich zahlreiche weitere Elemente in die Kristallstruktur einfügen. So können grosse Mengen an Seltenen Erden, Uran und Thorium eingebaut werden.

Pyrochlor: Mt Malosa, Zomba District, Malawi © Christian Rewitzer, CC BY-SA 3.0

Pyrochlor: Mt Malosa, Zomba District, Malawi © Christian Rewitzer, CC BY-SA 3.0

Mrima Hill – ein heiliger Kaya Wald

Gegen die Ausbeutung der Mineralien regt sich Widerstand, einerseits aus Umweltaspekten aufgrund der hohen in den Mineralen gebunden Radioaktivität, und weil ursprünglicher Küstenwald vernichtet würde.

Andererseits kämpft die angestammte Bevölkerung der Küste Gegen die Zerstörung eines Kulturerbes. Sie verwalten bis heute mit grossem Erfolg eines der merkwürdigsten Welterbestätten: die Überreste  befestigter Dörfer, die von den Mijikenda als heilige Stätten ihrer Vorfahren verehrt werden.

Diese bewaldeten Stätten stammen aus dem 16. Jahrhundert, als eine Migration pastoraler Gemeinschaften aus dem heutigen Somalia zur Entstehung mehrerer Dörfer führte, die rund 200 km durch die tief liegenden Hügel der Provinz führen.

Nachdem sie Jahrhunderte lang gediehen waren und ihre eigene Sprache und Bräuche entwickelt hatten, begannen die Kayas um das frühe 20. Jahrhundert herum zu zerfallen. Heute, obwohl unbewohnt, werden die Kayas weiterhin als Aufbewahrungsorte für alte Glaubensvorstellungen und Praktiken verehrt. Dank der sorgfältigen Pflege durch die Mijikenda-Leute sind die Haine und Gräber in den Kayas als Reste eines ehemaligen Küstenwaldes erhalten geblieben.

Während Immobilienentwickler und Ressourcenforscher diese uralten ökologischen und kulturellen Hotspots ins Visier nehmen, machen sich die Einheimischen auf den Weg zu einer Auseinandersetzung mit dem, was die Weltbank als eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften in Subsahara-Afrika bezeichnet.

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Okt24

Die Theorie des Wilson-Zyklus befasst sich mit Modellen zu jenen Prozessen, die das Entstehen und Vergehen von Gebirgen und Ozeanen erklären möchte. Sie geht auf den Geophysiker Tuzo Wilson zurück und stellt die Weiterentwicklung von Alfred Wegeners Theorie der Kontinentalverschiebung dar. Dabei wird vor allem auf Grund von geophysikalischen und geologischen Untersuchungen im ozeanischen Bereich angenommen, dass Teile der Erdkruste verschiebbar sind.

Alfred Wegener stellte 1912 die Hypothese der Kontinentalverschiebung auf, ging allerdings nur von der Beweglichkeit der Kontinente aus. Wie wir heute wissen, betrifft die Verschiebung oder Drift nicht nur Kontinente. So wurde aus der Theorie der Kontinentaldrift die Theorie der Plattentektonik. Man geht dabei von einer Erdkruste aus, die aus gegeneinander verschiebbaren Platten besteht, und deren Bewegungen zur Entstehung von Gebirgen und Ozeanen, Tiefseegräben und Inselbögen, Riftzonen und Mittelozeanischen Rücken, Hot Spots und Subduktionszonen führen.

Der Wilson-Zyklus beschreibt und erklärt also die verschiedenen Stadien und Ergebnisse eines plattentektonischen Zyklus, der etwa 300 bis 500 Millionen Jahre dauert.

Ein Zyklus durchläuft verschiedene Stadien

Die Stadien eines Wilson-Zyklus am Beispiel rezenter Erscheinungsformen der Plattentektonik © Hannes Grobe/AWI, CC BY 3.0

Die Stadien eines Wilson-Zyklus am Beispiel rezenter Erscheinungsformen der Plattentektonik © Hannes Grobe/AWI, CC BY 3.0

Ein Graben bricht auf: Kontinentalplatten driften auseinander

Im Erdinnern schwächen Wärmeströme z. B. von Hotspots die Gesteine der Kruste und ein kontinentaler Grabenbruch kann entstehen. Ein bekanntes Beispiel ist das Ostafrikanische Graben-System.

Ostafrikanisches Riftsystem (rot) mit Rotmeer-Graben (grün) © CC BY-SA 3.0

Ostafrikanisches Riftsystem (rot) mit Rotmeer-Graben (grün) © CC BY-SA 3.0

Der Rotmeer-Graben, der Afrika von Asien trennt und vom Roten Meer bedeckt ist, stellt die Weiterentwicklung dar. Hier gelangen Gesteinsschmelzen in den Graben und bilden neuen Meeresboden, wobei sich allmählich ein Ozean bildet. Typisch für solche frühen Ozeanbecken sind erzhaltige Wässer, die sogenannten “Black and White Smokers“.

«Black & White» Smokers – Kein Whisky sondern Quellen!

Der Mittelozeanische Rücken: Ein Ozean und ozeanische Kruste entsteht

Während des Atlantik-Stadiums füllen aus dem Erdmantel aufsteigende Gesteinsschmelzen das Ozeanbecken. Im Zentrum eines solchen Ozeans liegt ein mittelozeanischer Rücken, aus dem laufend Lava austritt. Auf beiden Seiten des Rückens entsteht durch Abkühlung die neue, ozeanische Kruste.

Der Mittelatlantischen Rücken: die Farbe Rot stellt die jüngsten Gesteine dar © gemeinfrei

Der Mittelatlantischen Rücken: die Farbe Rot stellt die jüngsten Gesteine dar © gemeinfrei

Ein typisches Beispiel dafür ist der zwischen Amerika und Europa/Afrika über tausende Kilometer verlaufende Mittelatlantische Rücken. In diesem Bereich kommt es immer wieder zu gewaltigen Vulkanausbrüchen und zur Entstehung neuer Inseln. Ein Beispiel dafür ist Island. →
Geologische Höhepunkte zum Jahreswechsel!

Subduktion: Das Verschwinden von Ozean und ozeanischer Kruste

Im Pazifik-Stadium taucht die ozeanischen Kruste bzw. Platte an ihrem Rand allmählich unter die kontinentale Platte ab, da sie spezifisch schwerer ist. Man nennt diesen Vorgang Subduktion.

Subduktion ozeanischer Kruste mit Lithosphäre unter kontinentale Platte und Lithosphäre © CC BY-SA 3.0

Subduktion ozeanischer Kruste mit Lithosphäre unter kontinentale Platte und Lithosphäre © CC BY-SA 3.0

Als Folge der Subduktion bildet sich am Plattenrand ein Tiefseegraben. Tiefseegräben sind rund um den Pazifik vorhanden, z. B.  der Atacamagraben vor der Westküste Südamerikas und der Mexikograben vor der Westküste Zentralamerikas. In der Regel wird das Abtauchen von Erdbeben begleitet. Beim Abtauchen wird gleichzeitig das Material der ozeanischen Platte in grösseren Tiefen wieder aufgeschmolzen und kann am Rand der Kontinentalplatte als Magma aufsteigen. So entstande Vulkanketten markieren dann die Grenze zwischen den Platten. Beispiel sind die Kordilleren Mittel- und Südamerikas oder die Erdbebenregion um die Andreasspalte in Kalifornien.

Im Mittelmeer-Stadium wird ein Ozean immer weiter eingeengt, weil die ozeanische Platte unter der kontinentalen verschwindet.
Eine solche Subduktion vollzieht sich gegenwärtig im Mittelmeerraum. Die gegeneinanderdriftende Eurasische und Afrikanische Platte engen das Mittelmeerbecken immer mehr ein bis es in einigen Millionen Jahren verschwunden sein wird.

Die sieben Schwestern
Wenn die Erde bebt

Plattenkollision: ein Faltengebirge entsteht

Im Himalaya-Stadium, wie dieses Stadium genannt wird, ist der Ozean verschwunden. Indem nun Kontinent mit Kontinent kollidiert, kommt es durch den starken Druck zur Verfaltung der kontinentalen Krusten. Faltengebirge wie die Anden, der Himalaja oder die Alpen entstehen. Setzt sich der Prozess des Zusammenschiebens fort, können sich einzelne Teile oder sogenannte Späne übereinander schieben. So entsteht ein Deckengebirge. Als Beispiel dienen die Alpen mit seinem gut erforschten Deckenbau.

Abtragung und Ende des Zyklus

Wenn ein Faltengebirge entsteht und herausgehoben wird, beginnt zugleich die Abtragung. Ist das Gebirge völlig abgetragen, befindet sich der Wilsonzyklus in seiner letzten Phase, der Ruhephase. Jetzt können die Kontinente wieder aufbrechen und mit dem Graben-Stadium in einen neuen Zyklus eintreten.

Animation eines Wilson Zyklus

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Die Lösung

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