Jul24

In einem tiefen Schacht bei Boveresse im Val de Travers im Neuenburger Jura liegt die unterirdische Eishöhle Monlési. Sie liegt 600 m südöstlich des Bauernhofes “La Petite Charbonnière” auf 1135 m Höhe. Der Zugang erfolgt vom Col des Sagnettes her.

Der Gletscher Monlési im Neuenburger Jura im Val de Travers © Pmau CC BY-SA 4.0

Der Gletscher Monlési im Neuenburger Jura im Val de Travers © Pmau CC BY-SA 4.0

Die Eishöhle ist 110 m lang und liegt 38 m tief. Ein natürlicher Schacht beziehungsweise insgesamt drei Schächte führen 16 m hinunter. Ein niederer Durchgang führt dann durch den Felsen zum Eis, das eine Halle von 40 auf 29 m, bei einer maximalen Höhe von 15 m, füllt. Ihr Volumen wurde auf 10’000 m³ geschätzt. Im Vergleich dazu haben die anderen Glacières im Jura viel bescheidenere Ausmasse: der Glacière de Pré de Saint Livres mit 3’500 m³, der Creux Bastian mit 2’500 m³, der Glacière de Saint George mit 2’300 m³.

Aus dem Jahr 1849 stammt ein Bericht im “Messager boiteux”, wo berichtet wird, dass sich die Menschen Eis aus der Höhle holten, um es im Haus zu verwenden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann der Abbau des Eises im industriellen Stil. Bis zu 15 Arbeiter waren zeitweise beschäftigt. Sie zerschnitten das Eis, legten es in kleine Wägelchen, zogen es mit Hilfe einer Seilwinde an die Oberfläche und brachten es so schnell wie möglich zur nächsten Bahnstation. Hauptabnehmer waren damals die Brauereien. Heute ist von diesen Unternehmungen keine Spur mehr vorhanden und die Höhle zeigt sich wieder in alter Pracht.

Eis-Stalagmite © Looks.k, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Eis-Stalagmite © Looks.k, eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Das Vorhandensein einer Eishöhle ist das Ergebnis einer besonderen klimatischen Situation: Im Winter sinkt die dichte, kalte Luft in die Höhle und kühlt den Fels und das vorhandene Eis. Im Sommer erfolgt durch die Zirkulation der Luft durch die insgesamt drei vorhandenen Zugangsschächte eine Verdunstung, die Wärme aufnimmt und die Temperatur an der Eisoberfläche um Null Grad hält. Dies ist ein sehr sensibles Gleichgewicht und lässt sich vermutlich durch zu viele Besucher stören, d.h. dass die Temperatur gestört wird und damit das Weiterbestehen des Eises.

 

Kommentar schreiben/lesen

Okt17

Man kann die harte Tour wählen und in acht Stunden von Zwinglis Geburtshaus in Wildhaus hinüber nach Amden-Arvenbüel wandern. Oder für die, die sanfte Gipfelerfahrung mögen, lässt sich der Selun, der sanfteste der Churfirsten, in einer Stunde ab Strichboden leicht erreichen. Dies ist umso empfehlenswerter, als hier ein unvergesslicher Rundblick vom Alpstein in den Alpenbogen möglich ist ohne extreme Leistung zu erbringen. Auf dem Weg zu den Gipfeln wird auch derjenige belohnt, der seine Blicke nicht vom Boden heben mag. Ihm enthüllen sich Einblicke in ein beeindruckendes Höhlensystem.

Wanderrouten im Obertoggenburg

Wanderrouten im Obertoggenburg

Auf dem Weg zum Selun Gipfel darf man das Wildmannlisloch nicht vergessen. Es ist ein ausgedehnter Höhlenkomplex im Seewerkalk. Von ihm wissen wir, dass er von Höhlenbären und später wahrscheinlich von Neandertalern zeitweilig bewohnt wurde.

Das Wildmannlisloch © Adrian Michael, CC BY 2.5

Das Wildmannlisloch © Adrian Michael, CC BY 2.5

Bekannt sind auch die “Donnerlöcher” Wart-, Muelten-, Stumpen- und Böschen-Donnerloch westlich vom Selun. Sie sind geräumige, vertikale Schächte im Schrattenkalk bis zu 176 m tief, aber ohne nennenswerte Horizontalausdehnung. Auf der Alp Selamatt befindet sich das 280 m tiefe Rauchloch und die Köbelishöhle mit ihrem 154 m tiefen Schacht. Die Eingänge dieser Höhlen liegen in den Sandsteinen der Garschella-Formation, einige Meter über dem Schrattenkalk. Die längste Höhle in den Churfirsten ist das Selunhöhlensystem Windloch, Zigerloch, Seeloch und Blockschacht, das seit 1934 erforscht wird. In den Achzigerjahren wurde der 327 m tiefe Sibirschacht am Fusse des Zuestolls gefunden. Die tiefste Höhle ist das Seichbergloch, das schon seit 1969 bis auf 428 m Tiefe bekannt war. Überdies ist das Seichbergloch morphologisch interessant, weil es entlang der Schichtgrenze zwischen Seewerkalk und Garschella-Formation verläuft.

Geologisches Profil beim Chäsererugg Churfirsten © Heim 1917

Geologisches Profil beim Chäsererugg Churfirsten © Heim 1917

Hydrogeologie

Das meiste Wasser, das auf der fast gewässerlosen Nordflanke der Churfirsten versickert, fliesst auf unterirdischen Fliesswegen entgegen der Schichtneigung zur Rinquelle bei Betlis. Diese Quelle erreicht Spitzenabflüsse von 30’000 Litern pro Sekunde, ist allerdings nur der Hochwasserüberlauf von Quellen, die etwas weiter westlich unter der Oberfläche des Walensees liegen. In der Schlucht, in der die Seerenbachfälle ob Betlis imposant in die Tiefe stürzen, tritt auch die Rinquelle ans Tageslicht. Die Rinquelle ist der Eingang zu einer grossen Höhle, die seit 1953 erforscht wird. Zurzeit hat sie eine vermessene Länge von 1,92 km bei einer Höhendifferenz von 33 m, wovon mehr als 1,8 km unter Wasser verlaufen. Die Höhle liegt überwiegend im Betliskalk (Unterkreide) der Säntisdecke. Rund drei Kilometer vom Höhleneingang entfernt befindet sich eine Abzweigung, wo Wasser im Bergesinnern verschwindet. Wohin? Das bleibt vorerst wohl ein Geheimnis.

Kommentar schreiben/lesen

Apr28

Im Jahr 1875 entdeckte der Bergbauer Alois Ulrich bei Stalden in Muotathal den Eingang zu einer Höhle, deren Ende er damals trotz ausgedehnter Exkursionen mit Seil, Pickel, Leiter und einer einfachen Handlaterne nicht bestimmen konnte. Dies ist der Anfang der bewegten Entdeckungs- und Erschliessungsgeschichte des Höllochs, das heute mit 200 Kilometern bekannter Länge als die achtgrösste Karsthöhle der Welt gilt.

charetalp    Hölloch, Muotathal

Links: Karstlandschaft Charetalp; Rechts: Hölloch, Bild: NLZ/Philipp Schmidli

Das Muotatal gehört geologisch zu den nördlichen Kalkalpen, den Helvetischen Decken. Entstanden sind sie in einem Schelfmeer während der Jurazeit. Diese Kalkgesteine unterscheiden sich bezüglich Härte und Löslichkeit stark von anderen Kalkgesteinen. So erklären sich die, durch Verwitterung entstandenen, unterschiedlichen Landschaftsformen. Seit gut einer Million Jahren sucht sich das Wasser nämlich seinen Weg durch das Kalkgestein und hat dabei ein labyrinthisches Höhlensystem geschaffen. Die Vielfalt der Formen ist einmalig: Riesige Hallen wechseln mit engsten Schluffen, tobende Wasserfälle folgen auf Seen von teilweise beträchtlichem Ausmass, Tropfsteinformationen in allen Farben setzen Akzente in den fast endlosen Höhlengängen. Das gigantische Ausmass wird in einer 3D-Animation erlebbar.

Hölloch   Das Hölloch im Muotathal bietet viel Abenteuer!

Interessante Links:
Erlebniswelt
Höhlenexpeditionen
Hölloch Live – SRF Sendung

Kommentar schreiben/lesen



Die Lösung

Archiv