Jan31

Der Antarktische Eisschild ist eine der beiden polaren Eiskappen. Er ist die grösste Eismasse der Erde und bedeckt den antarktischen Kontinent fast vollständig. Die Fläche des Eisschildes wird auf 14 Millionen Quadratkilometer und das Eisvolumen auf 26 Millionen Kubikkilometer geschätzt. Für die durchschnittliche Eisdicke wird ein Wert von 2 km angenommen, die maximale Eisdicke wurde mit 4776 Metern in Adélieland gemessen.

Die Antarktis  Grössenvergleich: Europe überlagert Antarktis

v.l.n.r.: Die Antarktis; Grössenvergleich Europa -Antarktis

Schlittenhunde gegen Motorschlitten

Die Forscher Roald Amundsen und Robert Falcon Scott brachen fast gleichzeitig auf, um sich auf den Weg in Richtung Südpol zu machen. Warum war Amundsen schneller am Ziel? Amundsen lebte lange Zeit bei den Inuit, den Ureinwohnern der Arktis, und lernte die wichtigsten Dinge, die man in dieser Landschaft zum Überleben benötigt. Auf Grund dieser Erfahrung nahm er Schlittenhunde, die seine Schlitten, die Ausrüstung und den Proviant zogen; eine gute Idee, wie sich herausstellen sollte.
Robert Scott dachte, dass der norwegische Forscher sich auf dem Weg zum Nordpol befand. Der hatte aber mittlerweile seine Pläne geändert. Obwohl Scott schon Erfahrungen in der Antarktis gesammelt hatte, setzte er auf eine Art Motorschlitten. Sie hielten der Kälte der Antarktis jedoch nicht stand. Auch die mitgeführten Ponys waren dem Eis und Schnee nicht gewachsen.

Amudens Antarktik Expedition 1911 Kapitän Scott

v.l.n.r.: 1911 – Amundsens Antarktik Expedition mit Schlittenhunden; Kapitän Scott der einen Monat später das Ziel erreicht hatte.

Die Befürchtungen Scotts bewahrheiteten sich. Als er am 18. Januar 1912 die norwegische Flagge am Südpol wehen sah, konnte er sich nicht freuen es ebenfalls geschafft zu haben; er war “nur” zweiter. Am 14. Dezember 1911 nämlich hatte der Norweger Roald Amundsen als erster Mensch den Südpol erreicht.

Die Expeditionsrouten von Amundsen und Scott

Auf dem entbehrungsreichen Gewaltmarsch durch die Eiswüste der Antarktis hatten Amundsen und seine Mannschaft schier Übermenschliches geleistet: 1500 Kilometer in 56 Tagen bei orkanartigen Schneestürmen und eisigen Temperaturen.

Scott und dem kleinen Rest seiner Mannschaft machte der Rückweg schwer zu schaffen. 1300 Kilometer Weg lagen vor ihnen; keiner sollte diesen Marsch überleben.

>> Der Wettlauf zum Südpol

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Okt25

Die Topografie der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) weist Besonderheiten auf. Von einem grossen Äquatorialwald bedeckt und umgeben von einem Gebirgsrand, besteht das Land aus einer zentralen Ebene, die durch den Kongo-Fluss und seine Nebenflüsse entwässert wird. Wir  sprechen hier von einem Becken, welches auf etwa 400 m liegt. Im Südwesten des Beckens überlebten der Tumba- und Inongo-See, Überreste eines früheren inneren Meeres. Im Westen ist das Becken von sandigen Gebirgstälern eingegrenzt, die weniger als 1000 m hoch sind und deren Breite nicht mehr als 200 km beträgt, ausgenommen im Süden, wo sich das Becken bis nach Angola fortsetzt.

Satellitenaufnahme des Kongo Beckens @ NASA  Google Map der Demokratische Republik Kongo

v.l.n.r.: Satellitenaufnahme des Kongo Beckens, @ NASA; DR Kongo – Ausschnitt aus Google Map

Im Osten des Kongos, in den Provinzen Orientale, Kivu und Katanga befinden sich die ältesten geologischen Formationen.

Geologische Übersichtskarte der DR Kongo  afrikanisch-kratone

v.l.n.r.: Geologische Übersichtskarte der DR Kongo; kontinentale Schilde oder Kratone im Archaikum vor 3600-3200 Millionen Jahre

Das, was vor der Kontinentalverschiebung zu Zentralafrika zählte, bildete zusammen mit dem südlichen Afrika, Süd Amerika, Indien und Madagaskar “Gondwanaland”. Die Trennung der afrikanischen, südamerikanischen und indischen Kontinente ereignete sich während der Kreidezeit vor 135 – 65 Millionen Jahren und erreichten zum Ende des Tertiärs vor 65 – 1,6 Millionen Jahren ihre jetzige Position.

Die Rohstoffe in der DR Kongo

Die Rohstoffe in der DR Kongo

Die Zinn- und Wolfram-Vorkommen von Maniema und Nordost-Katanga gehen zurück auf das Kalahari-System, als sich Sedimente in Senken ablagerten, die durch das Aufbrechen von Gondwana nach der Kreidezeit entstanden und ungeheure Ausdehnung annahmen. Die Cu-, Co- und U-Erze von Hoch-Katanga lagern in späten präkambrischen Sedimenten. Es handelt sich um bis zu zwölf Meter dicke Erzhorizonte in Folgen von Sandstein, Konglomeraten, bituminösen Tonschiefern und Dolomiten. Man weiss, dass sich die Kupfervorkommen von Katanga auf 320 km Länge und 60 km Breite zwischen Hoch-Katanga und Sambia  im Copperbelt erstrecken. Die Diamantvorkommen von Kasai, entstanden in sogenannten Kimberliten und die Kohlevorkommen von Katanga befinden sich in Schichten, die sich zur selben Zeit bildeten, wie das Karroo im südlichen Afrika, nämlich vom Karbon (355 – 290 Millionen Jahre) bis in die Jura Zeit (205 – 140 Millionen Jahre).

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Okt04

Im sprichwörtlichen Sinn die Nadel im Heuhaufen gefunden haben 2006 die Berufsstrahler Franz von Arx, der Urner und Paul von Känel, der Berner Oberländer. Als der Fund gehoben wurde war auch Elio Müller, der Göttibub von Franz von Arx im Team dabei. Dem voraus gingen 20 Jahre harte Arbeit in meist unwirtlichem Gelände. So spürten sie Kluft um Kluft am Planggenstock auf. Ein weisses Quarzband im Felsen oder kleine, rötliche Fluorite auf der Oberfläche haben die Suche geleitet und wo genügend Anzeichen vorhanden waren, da wurde gegraben.

Schatzsuche  am Planggenstock, © kristallkeller.ch

Schatzsuche am Planggenstock, © kristallkeller.ch

Der grösste Fund seit 400 Jahren ist heute im Naturhistorischen Museum Bern zu bewundern. Der Schatz vom Planggenstock ist eine der bedeutendsten Kristallfunde des Alpenraums. Dort liegen fast zwei Tonnen Bergkristalle von seltener Schönheit. Das Kernstück ist eine 300 Kilogramm schwere Kristallgruppe mit einem 107 Zentimeter langen zentralen Kristall.

Groesste Kristallgruppe vom Planggenstock © NMBE

Grösste Kristallgruppe vom Planggenstock mit einer 107 cm langen Spitze © NMBE

Tiefengletscher, Planggenstock, Sandbalm, Pfaffensprung, an diesen vier Orten wurden in den vergangenen 400 Jahren sensationelle Kristallfunde gemacht. Sie alle liegen im Kanton Uri. Sie liegen auf einer von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Linie im zentralen Aaregranit des Aarmassivs. Dieser Granit ist bekannt für grosse Klüfte und eine Vielfalt an Mineralien.

Die Funde der drei Kristallsucher am Planggenstock beim Göscheneralpsee sind historisch. Die drei Strahler haben seitdem rund 80 Tonnen Material aus der steilen Wand geholt. Der Stollen, der den Quarzadern und grossen Hohlräumen folgt, ist sehr ausgedehnt und dringt heute über 50 Meter tief in den Fels ein. So gross sind keine 10 Kluftsysteme in den Alpen zusammen mit der längsten Quarz-Kristallspitze von 107 cm. Solche Riesen findet man in den Alpen äusserst selten. Was die Kristalle vom Planggenstock aber definitiv zu Schätzen macht, ist die Grösse kombiniert mit der perfekten Form und einem bemerkenswerten Glanz bei absoluter Durchsichtigkeit.

Strahlerglueck am Planggenstock    Von Arx und von Känel am Planggenstock © NMBE

v.l.n.r.: Strahlerglück am Planggenstock, © rauchquarz.ch; die Strahler Franz von Arx und Paul von Känel bergen einen Riesenkristall, © NMBE

 

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Jul05

Für besonders viel Erheiterung sorgt die Helium-Stimme und das Helium einatmen. Wie kommt dieser Effekt zustande und was ist Helium?

Ausschlaggebend für den Helium-Stimmeffekt ist die Schallgeschwindigkeit, die sich je nach Luftzusammensetzung verändert und eine Frequenzverschiebung verursacht. Erhöht sich die Frequenz, so wird auch die Stimme höher; man spricht von der Micky-Maus Stimme! Durch Einatmen von Helium-Gas wird die “normale” Luftzusammensetzung verändert – die Luft wird leichter.

Helium ist ein chemisches Element der Ordnungszahl 2, zählt zu den Edelgasen und ist farblos, geruchlos, geschmacksneutral und ungiftig. Diese Harmlosigkeit betrifft allerdings nicht das Helium einatmen.

Nach Wasserstoff ist es das zweithäufigste Element im Universum. 10 Sekunden nach dem Urknall vereinigten sich durch Kernfusion Protonen und Neutronen zu ersten Atomkernen – der grösste Teil des stellaren Heliums entstand somit beim Urknall.

Auf der Erde ist Helium rar, denn es entsteht beim Alphazerfall von z. B. Uran oder Radium und ist nicht-stellaren Ursprungs. Durch Alphazerfall  entstehendes Helium sammelt sich in natürlichem Erdgas in Konzentrationen bis zu 16 Volumenprozent, weshalb Helium durch fraktionierte Destillation aus Erdgas gewonnen wird.

Entdeckung des Heliums

Der französische Astronom Jules Janssen erhielt während der Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis vom 18. August 1868 in Indien zum ersten Mal Hinweise aufgrund einer hellen, gelben Spektrallinie im Spektrum der Chromosphäre der Sonne. Kurz darauf bestätigte der Engländer Norman Lockyer (der Gründer des Wissenschaftsmagazins Nature), dass die gelbe Linie tatsächlich im Sonnenspektrum vorhanden ist, und schloss daraus, dass sie von einem unbekannten Element verursacht wird. Da die Spektrallinie nahe der Fraunhofer-Doppel-D-Linie des Metalls Natrium liegt, nannte er die Linie D3, um sie von den D1- und D2-Linien des Natriums zu unterscheiden. Zusammen mit Edward Frankland schlugen sie vor, das neue Element Helium zu nennen, was so viel wie Sonnenmetall heisst. Dass es sich dabei um kein Metall handelte, ahnte man damals noch nicht.

14 Jahre später gelang es Luigi Palmieri durch die Spektralanalyse von Vesuv-Lava erstmals das Element Helium auch auf der Erde nachzuweisen.

Helium ist ein nicht-regenerativer Roh­stoff und ein knappes Gut.

 

Einmal in der Luft, steigt es auf und verlässt aufgrund seiner geringen Masse das Gravitationsfeld der Erde. Kein Wunder breitete sich der kürzlich gemachte Fund eines unterirdischen Helium-Gasfeldes im tansanischen Grabenbruch als Sensationsmeldung über die ganze Welt.

Dieses neu entdecke He-Gasfeld gehört zu den weltweit grössten Vorkommen. Das Entscheidende: Erstmals haben Wissenschaftler die geologischen Bedingungen identifiziert, unter denen solche Heliumvorkommen entstehen.

Lavaausfluss im Ost-Afrikanischen Graben, © Craig F. Walker, Getty Images  Vulkanische Aktivität im tansanischen Grabenbruch, © Getty Images / National Geographic RF

v.l.n.r.: Lavaausfluss im Ost-Afrikanischen Graben, © Craig F. Walker, Getty Images; Vulkanische Aktivität im tansanischen Grabenbruch, © Getty Images / National Geographic RF

Anschaulich gesprochen könnten mit dem Helium-Vorrat über 100 Milliarden He-Ballone gefüllt und ein Gewicht von etwa 1,5 Milliarden Kilogramm gehoben werden.

Im frühen 20. Jahrhundert wurden grosse Mengen Helium in Erdgasfeldern der amerikanischen Great Plains gefunden. Die Vereinigten Staaten wurden die führenden Weltlieferanten; ihr weltweiter Förderanteile lag bei 75 %, Stand 2013.

Die industrielle Bedeutung von Helium ist gross. Während des Ersten Weltkrieges verwendete man Helium-Gas als Füllgas für Sperrballone, nach dem 2. Weltkrieg brauchte man flüssiges Helium als Kühlmittel für Sauerstoff-Wasserstoff-Raketentreibstoff und andere zu kühlende Gegenstände.

Zusammenfassend findet es Anwendungen in der Tieftemperaturtechnik, besonders als Kühlmittel für supraleitende Magnete, in Tiefsee-Atemgeräten, bei der Altersbestimmung von Gesteinen, als Füllgas für Luftballons, als Traggas für Luftschiffe und als Schutzgas für verschiedene industrielle Anwendungen, z. B. beim Metallschutzgasschweissen und bei der Herstellung von Silizium-Wafern und in der Medizin.

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Jun14

…. aus den Wolken! Und wie kommt es in die Wolken?

So ein Hundewetter

So ein Hundewetter :-)!

Ohne Sonne kein Wasser!

Scheint die Sonne auf die riesigen Wasserflächen der Erde – fast drei Viertel der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt -, erwärmt sich das Wasser und verdunstet. Dieser Aggregatzustand nennt man Wasserdampf. Winzige Tröpfchen steigen in die Luft, wo sie sich mit Staub- und Salzkörnern verbinden und weiter steigen. Mit zunehmender Höhe kühlen sich die Wassertröpfchen wieder ab, das Wasser kondensiert. Milliarden solcher Tröpfchen bilden die Wolken. Dank dem Tyndall-Effekt werden die sonst farblosen Tröpfchen sichtbar.

Atlas der Wolken, © Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0, Antonio Ciccolella

Zusammenstellung verschiedener Wolkenarten. © Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0, Antonio Ciccolella

Ausgangspunkt jedes Regens sind Wolken. Je nach Höhe und herrschender Temperatur bilden sich entweder Eiskristalle oder Wolkentröpfchen. Wird das Gewicht der Tropfen so gross, dass sie weder durch die Luftreibung (Reibung im Fluid nach dem Gesetz von Stokes) noch von den in einer Wolke vorherrschenden Luftströmungen (Aufwinden) “in Schwebe” gehalten werden können, beginnen sie aufgrund der Schwerkraft langsam zu Boden zu sinken und es entsteht der Regen.

Bei so viel Regen ist es wichtig zu wissen, dass es sich nicht um Klima oder Klimaveränderung handelt! Wenn man die Definition für Klima betrachtet, ist Klima der Zustand der Atmosphäre an einem Ort, der über einen langen Zeitraum durch Mittelwerte und Summen ausgewählter physikalischer Grössen, z. B. Durchschnittstemperaturen, Niederschlagssummen, mittlere Sonneneinstrahlung oder Hauptwindrichtungen beschrieben wird.

Klimasystem

Das Wort Klima ist ein Sammelbegriff für alle Vorgänge in der Atmosphäre, an einem bestimmten Ort, über lange Zeiträume. Deshalb lässt sich Klima nicht mit Wetter gleichsetzen.

Das Wetter ist zwar auch ein Sammelbegriff, jedoch für meteorologische Vorgänge. So versteht man unter einer Wetterlage den Wetterzustand über einem bestimmten Gebiet während Stunden, Tagen und Wochen. Charakteristische Merkmale einer Wetterlage, wie die Luftdruckverteilung (Hoch, Tief, Fronten) bleiben oft über Tage hinaus erhalten und werden nach einer Dauer von mehr als drei Tagen als Grosswetterlage bezeichnet.

Wettersysteme

Wettersysteme

Was wir zur Zeit erleben sind Starkregen bis Gewitter, weil wir in einer Grosswetterlage mit tiefem Luftdruck vom Nordostatlantik bis zum westlichen Schwarzmeerraum sind, d. h. wir müssen weiterhin mit Regen rechnen.

Zur Erheiterung:

“Im Laufe des Tages werden örtlich starke Niederschläge auftreten”, prophezeit der Meteorologe. Ratlos beugt sich sein Assistent über die Satellitenbilder und Karten “Woraus schliessen Sie das?”, fragt er. “Ich habe meinen Schirm vergessen und bin zu einer Gartenparty eingeladen.”

>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 1/6 (ca. 10′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 2/6 (ca. 10′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 3/6 (ca. 10′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 4/6 (ca. 10′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 5/6 (ca. 7′)
>> Die Rätselhafte Welt der Wolken – Arte 6/6 (ca. 7′)

 

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Mai10

≪Black and White Smokers≫, ≪Weisse und Schwarze Raucher≫, sind untermeerische, hydrothermale Schlote. Das Phänomen kennen wir an Land als heisse Quellen, Fumarolen und Geysire.

Black Smokers ©  Wikimedia Public Domaine by NOAA   White Smokers © Wikimedia Public Domaine by NOAA

v.l.n.r.: Black- und White Smokers, © Wikimedia Public Domaine by NOAA

Quellen am Grund der Ozeane

Auf den mittelozeanischen Rücken, ein weltumspannendes System von Gebirgszügen in den Ozeanen, die als heisse Naht zwischen zwei auseinanderstrebenden Lithosphärenplatten entstehen, finden sich Thermalquellen mit Temperaturen über 400 Grad.

Hydrothermale untermeerische Schlote ©  Creative Commons 4.0 by DeDuijn

Hydrothermale untermeerische Schlote © Creative Commons 4.0 by DeDuijn

Solche Quellen entstehen, wenn Meerwasser hunderte von Metern in den Meeresboden eindringt, dort erhitzt wird und wieder an die Oberfläche gelangt. Dabei bilden sich am Meeresgrund aus ausgefällten Mineralen die sogenannten ≪Schwarzen oder Weissen Raucher≫, röhren- oder kegelförmige Schlote, aus denen das heisse Wasser zusammen mit einer Sedimentwolke austritt. Wenn sich nämlich das heisse Wasser mit dem kalten Tiefseewasser vermischt, scheiden sich gelöste Stoffe als feine Partikel aus, die eine Wolke bilden, so dass der Eindruck einer Rauchwolke entsteht.

Die Farbe des “Rauchs” wird durch die unterschiedliche Wassertemperatur und der, auf dem Weg durch die Erdkruste, herausgelösten Elemente bestimmt. Sind im austretenden Wasser der “Raucher” vor allem Sulfide und Salze von EisenManganKupfer und Zink vorhanden, entsteht die schwarze Farbe durch das Ausfällen von Eisen-II (Mangan/Kupfer/Zink)-Sulfid. Sind dagegen in grösseren Mengen Sulfate, wie Anhydrit und Gips, oder Siliziumdioxid im austretenden Wasser gelöst, entsteht der “Weisse Raucher”.

Raucher als Biotope

“Raucher” und ihre Umgebung bilden einzigartige Biotope. Die Basis ihrer Nahrungskette sind chemolithotroph aktive Archaeen und Bakterien; Lebewesen die die Oxidation von Schwefelwasserstoff als Energiequelle nutzen, um organische Verbindungen aus anorganischen Stoffen herzustellen. So wurde bei einem 2’500 Meter tiefen “Schwarzen Raucher” ein Grünes Schwefelbakterium entdeckt, das eine anoxygene Photosynthese mit Schwefelwasserstoff oder Schwefel als Reduktionsmittel betreibt, denn hier gelangt kein Sonnenlicht zu den Bakterien. Über die lichtempfindlichen Chlorosomen wird die Wärmestrahlung (Infrarotstrahlung) der heissen Lösungen des “Rauchers” aufgefangen und als Energiequelle für die Photosynthese nutzbar gemacht.

Hypothesen zur Evolution des Lebens

Die extremen Umweltbedingungen, wie sie in der Tiefsee in der Nähe “Schwarzer Raucher” herrschen, lassen an die Verhältnisse in der frühen Erdgeschichte denken, in denen der Ursprung des irdischen Lebens vermutet wird. Vulkanismus mit hohen Temperaturen und hohem Druck, Mangel an Licht und eine hohe Konzentrationen anorganischer Stoffe weisen deshalb der Umgebung “Schwarzer Raucher” eine besondere Bedeutung zu. Die chemoautotroph aktiven Bakterien und Archaeen werden wegen ihres anaeroben Stoffwechsels und der Energiegewinnung ohne Nutzung von Sonnenlicht sowie ihrem Habitat, das auf der frühen Erde herrschte, als repräsentativ für die frühesten Formen des Lebens angesehen. -:)

>> Black Smoker / Clouds at Godzilla Vent / Exploring Deep Sea Vents /

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Apr12

Platin leitet sich vom spanischen Wort platina, der Verkleinerungsform von plata “Silber”, ab. Die erste europäische Erwähnung stammt von Julius Caesar Scaliger. Er beschrieb ein mysteriöses weisses Metall, das sich allen Schmelzversuchen entzog.

Platinum Nugget Kondyor-Mine, Khabarovsk Krai, Russland, © Alchemist-hp, own work, Wikimedia Commons

Platinum Nugget Kondyor-Mine, Khabarovsk Krai, Russland, © Alchemist-hp, Lizenz: http://artlibre.org/licence/lal/de/, Wikimedia Commons

Platin wurde schon um 3000 v. Chr. im alten Ägypten und auch von den Indianern Südamerikas verwendet. Beim Gewinnen von Goldstaub im Waschgold fand man es als Begleitung und liess sich nicht abtrennen. So wurde die Tatsache genutzt, dass sich native Platinkörnchen mit Goldstaub in der Glut verschweissen. Dabei wirkt das Gold wie ein Lot und bildet durch wiederholtes Schmieden und Erhitzen eine relativ homogene, helle, in der Schmiedehitze verformbare Metalllegierung. Ein Anteil von etwa 15 % Platin führt zu einer hellgrauen Farbe; reines Platin war noch nicht bekannt.

Mit etwa 80 % fördert Südafrika den höchsten, weltweiten Anteil an Platin.

 

Platinminen, ©Wikimapia

Weltweite Platinminen, ©Wikimapia

Die grösste Lagerstätte befindet sich im Bushveld-Komplex, im Transvaal, in einer 1 bis 3 Meter mächtigen Zone, dem Merensky Reef, die sich durch den ganzen Komplex zieht. Nebst Platin liefert das Merensky-Reef auch Nickel, Kupfer und Gold. In einem weiteren, darunter liegenden Horizont, der 15 bis 250 cm mächtigen UG2-Chromitit Zone, sowie dem Platreef  bei Potgietersrus, liegen die grössten Vorräte an Platingruppenmetallen, den PGMs. Es sind dies nebst Platin, die Metalle PalladiumRhodiumIridium und Osmium. Gold, Kupfer oder Nickel kommen hier nicht vor.

Der Bushveld-Komplex ist in jeder Hinsicht ein Superlativ. Es ist die grösste layered Intrusion der Welt und reich an Mineralien wie nirgendwo sonst.

 

 

Bushveld Chromitit, © Jackie Gauntlett

Chromitit (schwarz) in Wechsellagerung mit Anorthosit (grau ) im Bushveld Komplex, Dwars Rivier, © Jackie Gauntlett

Im Bild sehen wir die UG2-Chromitit Zone aufgeschlossen in Dwars Rivier. Diese Bänke, die aus ca. 40 % Chromit bestehen, ziehen sich uniform über 200 km durch den Komplex. Der Bushveld Lopolith ist wie der Great Dyke in Simbabwe aus fünf separaten, sich überlappenden Komplexen, die jedoch in ihrer Differentiationsabfolge sehr ähnlich sind, entstanden. Mit einer Mächtigkeit von 8 – 9 km und einer Flächenausdehung von 460×245 km oder 100’000 qkm erfolgte die gesamte Intrusion über mehrere Millionen Jahre.

Hier konnte die Theorie der magmatischen Differentation von Magmen speziell gut studiert werden. Durch Differentiationsvorgänge entstehen aus basaltischen Magmen Gesteinspakete, deren Zusammensetzung von ultrabasisch bis sauer reichen. Die layered intrusions, die an sedimentäre Schichtungen erinnern, sind ein weiterer Ausdruck von Differentiationszyklen.

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Die Lösung

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