Mai17

Toteis und Toteissee

Toteis und Toteisseen

Ein Toteissee ist ein See, dessen Becken durch das Abschmelzen von Toteisblöcken entstand. Die Form und Grösse von Toteisseen ist von den Ausmassen des mittlerweile abgeschmolzenen Toteisblockes abhängig und so variieren diese Seen in ihrer Grösse und Ausdehnung von einigen tausend Quadratmetern bis mehrere Quadratkilometer. In jung vergletscherten Gebieten, in Moränenlandschaften, auf Sandern (Schotterebenen) oder in Urstromtälern sind Toteisseen eine weit verbreitete Erscheinung. Oft sind Toteisseen, vor allem die kleineren und flacheren, schon vollständig verlandet.

Schwimmende Inseln im Barchetsee (TG) einem ehemaligen Toteissee

Schwimmende Inseln im Barchetsee (TG) einem ehemaligen Toteissee

Die Stirnmoränen des Rhein- und Thurgletschers stauten nach der letzten Eiszeit vor etwa 15’000 bis 20’000 Jahren das Schmelzwasser beim Abfliessen nach W oder NW. Es bildeten sich Toteisseen. Der Barchetsee ist ein solcher. Heute zeigt er sich als warmer Moorsee mit schwimmenden Inseln.

Wie kam der See zu seinem Namen?

Barchet oder Barchent ist aufgerauter Stoff, wie es die einen oder anderen noch von Grossmutters Bettwäsche kennen. Hergestellt wurde er aus den Fasern von Hanfstengeln. Diese legte man zuerst ins Wasser, bis sie zu faulen begannen (Mazeration).

Hanfbündel im See © www.nvvn.ch

Hanfbündel im See © www.nvvn.ch

Damit man leichter zum Wasser kam, stach man Buchten oder Löcher (Roosse) vom Schwingrasen heraus und schob das Zeug in den See hinaus. So entstanden die heutigen schwimmenden Inseln im Barchetsee.

Schwimmende Inseln

In der Schweiz gibt es neben dem Barchetsee nur noch den Lützelsee in Hombrechtikon, der schwimmende Inseln besitzt.

Schwimmende Inseln Lützelsee, Hombrechtikon, © Paul Müller

Schwimmende Inseln, © Paul Müller

Schwimmende Inseln, © www.nvvn.ch

Schwimmende Inseln, © www.nvvn.ch

Je nach Windrichtung werden die Inseln über den See getrieben. Vor 30 Jahren konnte man sie noch betreten und als Flosse benutzen. Heute sind alle komplett mit der Sumpfschneide (Schilfpflanze aus dem Torf entsteht) überwachsen.

Einige Wandervorschläge für die kommenden schönen Tag:

>> Wanderroute Barchetsee
>> Wanderroute Lützelsee
>> Barchetsee aus der Vogelperspektive

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Mrz15

Die Pyramiden von Euseigne sind eine der bedeutendsten geologischen Sehenswürdigkeiten der Alpen und stehen unter Naturschutz. Die Erdformationen, die eine Höhe bis zu 15 Metern erreichen, entstanden in der Endphase der Würmeiszeit, welche von 80’000 bis 10’000 Jahren dauerte.

Schweizer Pärke

Die Pyramiden von Euseigne im Biosphärenreservat Val d’Hérens, deutsch Eringertal

Ihre steinernen, auf Säulen sitzenden Schutzkappen bestehen aus massiven Felsbrocken von mehreren Metern Durchmesser und können bis zu 20 Tonnen schwer sein. Es sind entweder Gneise oder dunkelgrüne Serpentinite, die durch den Eisstrom aus dem Eringertal verfrachtet wurden.

Pyramide Euseigne

Die Pyramiden von Euseigne mit den pilzartigen Hüten aus sehr witterungsbeständigem Material

Eiszeiten sind Perioden der Erdgeschichte, in denen mindestens ein Pol der Erde vergletschert ist, oder nach anderer Auffassung, wenn es in der nördlichen und südlichen Hemisphäre der Erde grosse Vergletscherungen gibt.

Beim Rückzug des Eises blieben riesige Schutthaufen und Felsbrocken zurück. Dieses Gestein nennt man Moräne, das durch das Gewicht des Gletschers so hart wie Beton wurde. Die Architekten “Regen und Schmelzwasser”  formten danach über einen langen Zeitraum die Erdpyramiden aus. Sie werden früher oder später ihre steinernen Kappen verlieren. Die dann barhäuptigen Pyramiden sind der Witterung stärker ausgesetzt. In Euseigne sind einige Spitzen der Pyramiden bereits „enthauptet“ und so werden sie innerhalb mehrerer Jahrzehnte oder Jahrhunderte auch wieder verschwinden.

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Mrz01

Mit dem Beginn einer neuen Wandersaison sollte das Buch “Geoland Schweiz” in keinem Rucksack fehlen!

Gorges del Areuse © Michael Szönyi

Gorges del Areuse © Michael Szön

Die grosse Themenvielfalt und der verständliche, spannende und gut dargestellte Inhalt machen dieses Buch so wertvoll. Viele der besprochenen Phänomene werden durch die ausgezeichneten Aufnahmen, darunter sehr viele Panoramaaufnahmen, verständlich. Der Leser erhält nicht nur Einblick in die Grundlagen zum besseren Verständnis der Geologie der Schweiz, sondern wird zusätzlich diese Sachverhalte nachvollziehen können dank den kenntnisreichen Darstellungen und Beschreibungen im Gelände und in der Natur.

Das Buch ist zudem eine gute Ergänzung zu allen Touren- und Alpinführern, die dem Besucher Wege in die Schweizer Alpen vorstellen und beschreiben. Der naturinteressierte Wanderer und Bergsteiger wird in dem Band alle wissens- und erlebenswerten geologischen Aspekte finden, die das Verständnis der besuchten Landschaftsräume vertiefen.

Geoland Schweiz
Geologische Wanderungen lassen sich auch unter den nachstehenden Adresse recherchieren!
ViaGeoAlpina
Via Alpina

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Jun16

Wer noch keine Ferienplanung gemacht hat kann sich jetzt von einem spannenden Ferienziel inspirieren lassen!

 

Auf dem Gipfel Giübin (2776-m)     Lai-Urlaun im Val Maighel (Etappe-1)

Wanderungen zu den Quellen des Rheins, der Reuss, der Rhone und des Ticino!

 

Vier-Quellenweg

Quelle aller Bilder: Internet – www.vier-quellen-weg.ch

Paul Dubacher ist Fachmann in Sachen Wanderwege. Die vier Flüsse Ticino, Rheuss, Rhein und Rhone, die alle im Gebiet des Gotthardmassivs entspringen, haben ihn auf die Idee des Vier-Quellenwegs gebracht. Im Jahr 2009 begannen die Bauarbeiten. Im gleichen Jahr wurde die Stiftung Vier-Quellenweg gegründet, der Persönlichkeiten aus den vier Kantonen des Gotthardgebiets angehören. Die Wanderwege wurden 2012 eröffnet.

Bergwanderung in fünf Etappen

Der Vier-Quellenweg ist ein familienfreundlicher alpiner Wanderweg von etwa 85 Kilometern auf dem man in fünf Tagesetappen zu den Quellen der vier Flüsse Rhein, Reuss, Rhone und Ticino gelangt.

Die einzelnen Etappen sind so angelegt, dass Ausgangs- und Endpunkte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können.

Die Wanderungen auf dem Gebiet der Kantone Uri, Graubünden, Tessin und Wallis führen durch einzigartige Landschaften. Man wird sich bewusst, welch zentrale Bedeutung das Wasser für Menschen, Tiere und Pflanzen hat.

Wissenswertes über den Gotthard

Der Wanderführer zum Vier-Quellenweg enthält neben den Wegbeschreibungen auch Hintergrundinformationen und Fachbeiträge zur Kulturgeschichte, zu Pflanzen, Tiere, Geologie, Gletscherforschung, Klimawandel und zur Nutzung der Wasserkraft im Gebiet. Zusammenhänge werden sichtbar, beispielsweise wie Menschen den Gotthard prägten und prägen, warum die Berge nie ruhen und welche Bedeutung die Energiegewinnung aus der Wasserkraft hat.

Wasser hat Gestaltungskraft

Quellen gelten als Orte der Kraft, der Reinigung und des Lebens. In alten volkstümlichen Denkvorstellungen waren Quellen der Ort, wo die Kinder herkommen. Wasser hat ein Janusgesicht. Es kann mit Flutkatastrophen zerstören und mit erfrischendem Regen Leben hervorbringen. Wasserknappheit wird zum Auslöser von Kriegen, aber auch von Frieden stiftenden Gesetzen. Der Codex Hammurabi (1850 v. Chr.) ist ein frühes Beispiel für die vertragliche Regelung von Wasserrechten.

Wandern beflügelt die Gedanken

Gletscher sind während Jahrtausenden gelagerte Wasservorräte und wurden dadurch zum Symbol für Sicherheit, Hoffnung und Zuversicht. Ihr Verschwinden löst Zukunftsängste aus. Doch Angst und Not fördern den Erfindergeist der Menschen und lassen umweltschonende und nachhaltige Werke der Ingenieurkunst entstehen.

Wasser hat Zauberkraft. Die Menschen haben sich die Kraft des Wassers mit Mühlrädern dienstbar gemacht, haben Wasser in Strom umgewandelt.

Wasser ist ein grandioser Künstler. Es gestaltet mit seinen Kräften herrliche, oft skurrile und wilde Landschaften. Wasser lässt auch Kulturland entstehen, das Mensch, Tier und Pflanze nährt.

Wer wandert, siebt seine Gedanken und findet sicher Goldstücke der Einsicht. Wer wandert, wird nicht nur körperlich, sondern auch geistig gestärkt. Deshalb auf zu den Quellen!

Links:
http://www.vier-quellen-weg.ch
http://www.vier-quellen-weg.ch/etappen

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Die Lösung

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