Mai24

Einst kostete eine Reichsmark ein Gramm Bernstein, heute wird bis zu 60 mal mehr bezahlt. Derzeit begehren reiche Chinesen vor allem den honiggelben Bernstein als Zeichen des Glücks und Wohlstands!

Baltischer Bernstein, Ostseeküste Schonen/Südschweden, © Creative Commons Attribution 3.0, Lämpel

Baltischer Bernstein, © Creative Commons Attribution 3.0, Lämpel

Die ältesten Bernsteine sind über 300 Millionen Jahre alt. Die meisten Fundstätten, z. B. die der Ost- und Nordsee, entstanden vor 50 Millionen Jahren. Damals gab es ausgedehnte Urwälder mit Kiefern, Fichten und anderen Nadelbäumen. Diese stellten Harz her, eine klebrige, flüssige Masse zur Verschliessung von Verletzungen.

Die Bezeichnungen Succinit und Baltischer Bernstein werden oft synonym verwendet, da Succinit (lat. succus, dicke Flüssigkeit, Saft) den grössten Teil des Baltischen Bernsteins ausmacht. Die anderen fossilen Harze im Baltischen Bernstein stammen von unterschiedlichen Pflanzenarten,  so die  Bernsteinarten Gedanit, Glessit, Beckerit und Stantienit. Andere fossile Harze verschiedener botanischer Herkunft bilden Lagerstätten unterschiedlichen geologischen Alters, wie z. B. der Dominikanische-Bernstein und der Libanon-Bernstein. Von der grossen Gruppe der Copale gehören nur die fossilen Vertreter, z. B. der Madagaskar-Copal, zu den Bernsteinen.

Bernstein ist ein Polyester und damit eine Art ≪Naturplastik≫

 

Bernstein mit Trauermücke, ©  Creative Commons, Mirella Liszka

Bernstein mit Trauermücke, © Creative Commons, Mirella Liszka

Baumharz ist nicht nur klebrig, er duftet auch intensiv und kann zu einer tödlichen Falle für angelockte Insekten und andere kleine Tiere werden; manchmal bleiben sie darin kleben, können sich nicht mehr befreien und werden bald von einem nachfliessenden Harztropfen überdeckt. So eingeschlossen bleiben die Tiere, oder auch herabfallende Pflanzenteile, Pilze und Flechten, erhalten. Weil keine Umwandlung und kein Zerfall in den Harzeinschlüssen stattfindet, sind sie so wichtig für die Wissenschaft.

Flüsse trugen das Harz ins Meer, wo es mit den Sedimenten auf den Meeresboden fiel. Durch den Druck der sich anhäufenden Sedimentschichten wurden die Klumpen härter und dichter und so entstand Bernstein. Das Harz wurde dabei nicht durch Mineralien ersetzt, wie dies bei Versteinerungen üblich ist, denn Bernstein ist ein organisches Material und gehört chemisch gesehen zu den Polyestern.

Bernsteinfischer Ostsee, Polen, © Creative Commons, Michal Kosior

Bernsteinfischer Ostsee, Polen, © Creative Commons, Michal Kosior

Bernsteinstücke werden heute meistens an Küsten gefunden, beim Fischen mit einem Netz, beim Tauchen oder auch einfach am Strand. Das weltweit berühmteste und grösste Fundgebiet liegt an der Ost- und Nordsee.

>> Die Bernsteinstrasse 1/2 –  das magische Siegel
>> Die Bernsteinstrasse 2/2 – die dunkle Karawane

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Dez15

Die Gesteine der Erdkruste sind nicht trocken. Geysire z.B. zeigen, dass grosse Mengen heisser “Mineral-Wässer” durch Spalten in der Erde zirkulieren. In 0.1 – 0.01 Millimeter grossen Einschlüssen von Kristallen ist häufig ein Gemisch aus Gas und Flüssigkeit enthalten, das einen direkten Hinweis auf die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Gesteins gibt.

Die aufgeführten Beispiele zeigen eindrücklich die Vielfalt aber auch die Schönheit von Einschlüssen.

Quartz mit Petroleum Einschlüssen ©Creative Commons, Luciana Barbosa  Quartz mit Wasser-Einschlüssen, Goboboseb Mountains; ©marinmineral.com  Quartz mit Wasser-Einschlüssen, Goboboseb Mountains; ©marinmineral.com

v.l.n.r.: Quarz mit Petroleum Einschlüssen ©Creative Commons, Luciana Barbosa; Quarz mit Wasser-Einschlüssen, Goboboseb Mountains, Namibia; ©marinmineral.com

Rauchquartz mit Einschluss von Wasser unten und oben Gas, Minas Gerais, Brazil  Reste von wässrigen Lösungen (etwa 30 Millionen Jahre alt), eingeschlossen in einem Quarzkristall, © unibern Fluoriteinschlüsse Quartz, Madagaskar; © Creative Commons, Rob Lavinsky, iRocks.com

v.l.n.r.: Rauchquarz mit Einschluss von Wasser unten und oben Gas, Minas Gerais, Brazil; Reste von wässrigen Lösungen in Quarzkristall, © unibern; Fluoriteinschlüsse in Quartz, Madagaskar, © Creative Commons, Rob Lavinsky, iRocks.com

So sind denn Flüssigkeitseinschlüsse heutzutage fester Bestandteil lagerstättenkundlicher Untersuchungen, da sie Rückschlüsse auf Bildungstemperatur und Zusammensetzung der mineralisierenden Lösungen oder Schmelzen erlauben. Auch Edelsteine können aufgrund ihrer Einschlüsse auf Echtheit und Herkunft zuverlässig beurteilt werden. Flüssigkeitseinschlüsse bestimmter Dichte und Zusammensetzung nutzt man z.T. als “Pfadfinder” bei der Mineralprospektion. Goldführende können so von sterilen Quarzgängen anhand des Vorhandenseins oder Fehlens hochdichter CO2-(N2)-Flüssigkeitseinschlüssen unterschieden werden.

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Jul28

Der Schwarze Stern von Queensland

Ein 733 karätiger (146.6 g), schwarzer Saphir ist der grösste geschliffene Stern-Saphir überhaupt. Entdeckt wurde er 1935 in Queensland in den Klondyke Ridges von einem Jungen. Als Harry Spencer, der Vater des Jungen und Saphir Mineur, diesen Stein zum ersten Mal sah, sagte er “ein grosser, schwarzer Kristall” und warf ihn zur Hintertür ins Freie, benutzte ihn dann aber als Türstopper bis 1947 ein armenisch stämmiger Juwelier aus L.A., Harry Kazanjian bei ihm auftauchte und diesen rohen, 1156 Karat Kristall kaufte. 18’000 Dollar soll er dafür bezahlt haben! Was Spencer nicht wusste war, dass dieser Edelstein bis 1949 eine 50-fache Wertsteigerung erreichen sollte und 2002 auf über 100 Millionen Dollar geschätzt wurde.

Von vielen begehrt, zierte er nur kurze Zeit den Hals der berühmten Sängerin Cher und wurde nur zweimal öffentlich ausgestellt. 1969 in der Smithsonian Institution zusammen mit dem berühmten Hope Diamanten und 2002 im Royal Ontario Museum. Bis 2002 blieb der “Schwarze Stern” im Besitz der Juwelierfamilie Kazanjian und wurde danach an Jack Armstrong, ein ehemaliges Model verkauft, der ihn schon seit frühster Kindheit begehrte. Danach geriet dieser wunderbare Stein ins Zentrum eines Rechtsstreits. Betrug, nicht gehaltene Versprechen und unerfüllte Liebesversprechungen standen auf der Anklage und zu guter Letzt liegt er wieder im Verborgenen in der Schweiz! Seine Geschichte ist noch nicht zu Ende, es ist sozusagen eine endlose Geschichte!

Black_Star von Queensland, Australien  Sternsaphir: Star of India © Daniel Torres, Jr.  Die vier Amerikanischen Präsidenten aus schwarzem Saphir

“Black Star of Queensland”: ©greyloch; “Star of India”: © Daniel Torres, Jr.; Büsten Amerikanischer Präsidenten aus schwarzen Sternsaphiren: © http://www.australiansapphire.com

Der Star of India

Eine andere Berühmtheit ist der 563.4 Karat (112.68 g) schwere, vollkommen reine, blaue Stern-Saphir, der heute im  American Museum of Natural History in New York zu bewundern ist. Ganz speziell an ihm ist sein doppelseitiger Asterismus. Entdeckt wurde er vor etwa 300 Jahren in Sri Lanka. Auch dieser Stein hat Gemüter tief bewegt und so wurde er 1964 aus dem Museum zusammen mit anderen wertvollen Stücken gestohlen. Obwohl der Dieb rasch überführt werden konnte, tauchte der Stein erst Monate später wieder auf.

Die vier Präsidentenköpfe

Sie wurden aus schwarzen Sternsaphiren angefertigt, die in den “Edelsteinfeldern von Zentral-Queensland ” in Australien, gefunden wurden. So verewigt sind die Präsidenten Lincoln (1318 kt), Washington (1056 kt), Eisenhower (1444 kt) und Jefferson (1381ct). Auch der Kopf von Martin Luther King Jr. wurde aus einem australischen Saphir hergestellt (3284 kt).

Aber das ist noch nicht alles!

Die Gesetzestafeln aus Saphir

Einer Tradition nach sollen auch die Gesetzestafeln, die Gott Moses anvertraute, aus Saphir bestanden haben. Im zweiten Buch Moses, Kapitel 28 steht: … wie die Arbeit des Ephods sollst Du sie anfertigen: aus Gold, violettem und rotem Purpur, Karmesinstoff und gezwirntem Byssus sollst Du sie machen. Viereckig sollen sie sein, doppelt gelegt, eine Spanne ihre Länge und eine Spanne ihre Breite. Und besetze sie mit eingesetzten Steinen, vier Reihen von Steinen: eine Reihe Karneol, Topas und Smaragd, die erste Reihe; die zweite Reihe: Rubin, Saphir und Jaspis; und die dritte Reihe: Hyazinth, Achat und Amethyst; und die vierte Reihe: Türkis und Onyx und Nephrit! …

In den Veden

Auch in den heiligen Schriften der Inder – den Puranas, den Veden, dem Ayurveda und dem Tantra – finden sich immer wieder Abhandlungen über die Wirkungen der Edelsteine auf die Menschen.

Man darf festhalten, dass Edelsteine eine gewaltige Rolle in der Menschheitsgeschichte spielten und spielen. Es sind die kulturellen Objekte des Menschen, so zum Beispiel Schmuck, Ringe, Edelsteine, die den Menschen tief bewegen.

–> How To Facet Sapphires, How To Cut Precious Gemstones

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Jul21

Korund_Saphir_Sri Lanka©Rob LavinskyKorund_Saphir_Rob Lavinsky_iRocks Korund_Rubin_Pyrit_Calcit_Vietnam©Géry-Parent

Links: blauer Saphir ©Rob Lavinsky, iRocks.com; Mitte: rot-blauer Saphir ©Rob Lavinsky, iRocks.com; Rechts: Rubin @Géry-Parent

Dass der Himmel ein riesiger blauer Saphir sei, in dem die Erde eingebettet ist, war früher eine weit verbreitete Meinung. Auch heute glaubt man, ein Saphir müsse blau sein. Allerdings kann er von farblos jede Farbe ausser rot haben, denn die vom Chrom gefärbte rote Korundvariante bezeichnet man als Rubin.

Korund

Korund, aus dem Tamilischen kurundam ist ein relativ häufig vorkommendes Mineral der Zusammensetzung Al2Oaus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. Korund kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt deshalb meist lange, prismatische oder säulenförmige Kristalle. Die grössten Korundkristalle erreichen eine Länge von etwa einem Meter und ein Gewicht von bis zu 150 Kilogramm – nicht schlecht, aber deutlich weniger als der Topas, wie wir aus dem letzten Beitrag wissen!

In der technischen Anwendung ist Korund das am häufigsten eingesetzte Schleifmittel (Schleifpapier, Trennscheiben), denn seine wichtigen Eigenschaften, Härte und Zähigkeit, hängen von seiner Reinheit ab. Während Härte und auch die Sprödigkeit mit dem Reinheitsgrad steigen, steigt die Zähigkeit durch Zusatz von Metalloxiden in Abhängigkeit der Abkühlungsgeschwindigkeit. Als Abtastnadel in Tonabnehmern von Plattenspielern wurde Korund anstelle von Diamant verwendet. Unter Beimischung von Titan als Laserion sind synthetische Saphire wichtig für Laser Anwendungen. Bei Weltraumflugkörpern werden, der sehr hohen Belastung wegen, Fenster aus synthetisch hergestellten Saphiren eingesetzt. Ebenso bestehen bei hochwertigen Armbanduhren die Gläser meist aus synthetischem Saphir. Dies ist auch bei der neuen Apple-Watch und den iPhone-Modellen 5 & 6 so.

Saphir und Rubin

Die Korund-Varietäten Saphir und Rubin entstehen hauptsächlich in natriumreichen, magmatischen Gesteinen wie Pegmatit und Granit aber auch Basalt oder in metamorphen Gesteinen wie Gneis und Marmor. Saphire und Rubine  werden jedoch überwiegend in Alluvionen geschürft, den sogenannten sekundären Lagerstätten. In einfachen Brunnen dringt man in tiefere Schichten, wo von Hand geschürft wird. >> Ein Video zur Veranschaulichung.

Der Saphir bildet sich dort, wo der Gehalt an Titan und Oxid reicher als der Gehalt an Chrom ist, deshalb ist der Saphir verbreiteter als der Rubin. Voraussetzung für die Entstehung eines Rubins ist nebst hohen Temperaturen, Druck und ausreichender Kristallisationszeit ein siliziumarmes Umfeld und das Vorkommen von Chrom, das als Chromoxid an Stelle des Aluminiumoxids ins Kristallgitter eingebaut wird. Chrom verursacht allerdings Risse und Spalten, so dass nur wenige Kristalle ungestört zu einer ansehnlichen Grösse heranwachsen. Daher sind Rubine von über 3 Karat (1 kt = 0.2 gr) sehr selten. Wenn sie zudem frei von Einschlüssen sind und eine top Farbe haben, erzielen sie einen Preis, der über dem eines Diamanten liegt.

Mittlerweile sind viele Saphire aus künstlicher Herstellung und auch nachbehandelte Steine auf dem Markt. Saphire kann man mittlerweile in fast jeder beliebigen Grösse herstellen. Die Qualität ist hierbei so gross, dass sie von natürlichen Steinen fast nicht zu unterscheiden sind. Nachbehandelte Steine sind Saphire die einer Hitzebehandlung von 1.550° Celsius unterzogen wurden. Man erreicht dadurch, dass weisse undurchsichtige Saphire die begehrten Blautöne und Klarheit erhalten. Ob ein Stein nachbehandelt wurde, kann ein Laie kaum erkennen. Da muss auf ein Zertifizierungsinstitut, wie z.B. das Schweizerische Gemmologische Institut (SSEF), Gübelin oder GIA zurückgegriffen werden!

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Jul14

Über den Ursprung der Bezeichnung Topas herrscht Uneinigkeit – Topas kann aus dem Arabischen abgeleitet werden und wird mit der endlich Gefundene übersetzt. Eine andere Variante nimmt Bezug auf die Insel Topaxin (heute Zebirget im Roten Meer), wo erstmals das Mineral gefunden wurde, das sich später als Olivin entpuppte. Eine andere Erklärung führt den Namen auf das Sanskrit-Wort tapas zurück, das “Feuer” oder “Leuchten” bedeutet.

Topas ist ein Inselsilikat

Das Inselsilikat Topas hat die Zusammensetzung Al2[(F,OH)2|SiO4]  und weist ein buntes Farbspektrum auf. Bekannt sind farblose (Silbertopase), gelbe, grüne, braune, blaue und rote Varianten. Eisen und Chrom bilden am häufigsten blaue und gelbe bzw. rote Topase. Farbveränderungen bzw. –veredelungen können bei Topasen durch Brennen und Bestrahlen (Gamma- oder Elektronenstrahlen) erreicht werden. Die Kristalle sind prismatisch, kurz- oder langsäulig und gehören zum orthorhombischen Kristallsystem. Topas weist glasartigen Glanz auf mit durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Er ist zudem das härteste Silikat und eines der härtesten Mineralien in der Natur. Allerdings hat er eine vollkommene Spaltbarkeit senkrecht zu den SiO4-Ketten, die durch die Ebenen der schwachen Al-O, Al-OH und Al-F Bindungen bedingt sind. Nicht selten sind die Topaskristalle von beachtlicher Grösse. Der grösste jemals gefundene Topaskristall soll eine Länge von einem Meter und ein Gewicht von 2.500 kg haben und bei Ribáuè, Alto Ligonha in Mosambik gefunden worden sein – wow!

Topas auf Rauchquarz ©Rob Lavinsky, iRocks.com   Blauer Topas ©Rob Lavinsky, iRocks.com  Imperial Topas, Zambia ©Rob Lavinsky, iRocks.com

Silbertopas auf Rauchquarz aus Groot Spitzkopje, Namibia, blauer Topas, Imperial Topas aus Sambia; ©Rob Lavinsky, iRocks.com

Hämatit Topas ©Rob Levinsky, iRocks.com   Gelber Topas: Pyknite aus Altenberg, Sachsen ©Ra'ike

Links Hämatit Topas; ©Rob Lavinsky, iRocks.com / Rechts: Gelber Topas – Pyknite, aus Altenberg, Sachsen; ©Ra’ike

–> Für die Experimentierfreudigen und Tüftler eine kleine Anleitung: Wie erzeugt man Edelsteine?
Viel Spass und wenn Resultate vorliegen, schick es doch in die Runde!

 

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Jul07

Das singhalesische Wort “turamali” heisst Farbgemisch.

Und es ist wahr, kein anderer Edelstein ist so farbenreich wie der Turmalin. Die Turmalin-Gruppe umfasst eine Reihe von Mischkristallen, deren Färbung von farblos (Achroit) über alle Farben des Regenbogens bis hin zu schwarz (Schörl) verläuft: Die Fotos zeigen in Folge den Achroit (farbloser T.), Dravit (bräunlicher T.), Indigolith (blauer T.), Rubellit (rötlicher T.), Verdelith (grüner T.) und Schörl (schwarzer T.).

AchroitdravitIndigolith Rosette

Rubellit Stufe  Verdelith Stufe  Schörl

Fotos: Internet

Typisch für Turmaline sind ein ausgeprägter Dichroismus (Zweifarbigkeit) bzw. Pleochroismus (Mehrfarbigkeit) und je nach Betrachtungswinkel und Beleuchtung zeigen sich unterschiedliche Farbintensitäten bzw. verschiedene Farbtöne. Am Bekanntesten sind die grün-roten “Wassermelonen-Turmaline”. Und die teuersten und exklusivsten Turmaline stammen aus dem brasilianischen Bundesstaat Paraiba. Sie bestechen durch ein intensiv-neonfarbiges Blau bzw. Grün.

Turmalin lässt keine Synthese zu!

Aufgrund seines komplizierten Chemismus ist der Turmalin zusammen mit dem Granat der einzige, kommerziell wichtige Edelstein, von dem bisher keine Synthese hergestellt werden konnte.

Die Turmalin-Gruppe umfasst eine ganze Reihe von Mischkristallen, die eine komplexe und variable chemische Zusammensetzung aufweisen, aber dieselbe Kristallstruktur. Die Zusammensetzung wird in der allgemeinen Formel  XY3Z6[(BO3)3T6O18(OH,O)3(OH,F,O)] umschrieben, mit den Gitterpositionen X, Y, Z und T, wobei für
X = (Ca, Na, K)
Y = (Mg, Li, Al, Mn, Fe2+, Fe3+, V, Cr, Ti, Cu)
Z = (Al, Mg, Cr, V, Fe3+, Ti)
T = (Si, Al, B, Be)
die Elemente in Klammer, in Abhängigkeit des Ausgangschemismus und des Kristallisationszeitpunkts eingelagert werden können.

Turmaline entwickeln durch Erwärmung bzw. Reibung eine elektrostatische Aufladung (Pyro- und Piezoelektrizität), die Staub und andere kleine Teilchen anzieht. Turmaline in Edelsteinqualität liefern aktuell Brasilien, Madagaskar, Nigeria, Namibia, Kenia, Sri Lanka, Afghanistan, Pakistan und – wie wir von den vorausgegangenen Beiträgen wissen – auch Sambia.

Geoindikator

Eine besondere Bedeutung kommt dem Turmalin in geowissenschaftlicher Hinsicht zu. Neben der Verwendung als Borhaltiges Silikatmineral ist die chemische Zusammensetzung stark abhängig von den jeweiligen Bildungsbedingungen. Somit können Turmaline als Indikatoren verwendet werden. Man kann zum Beispiel anhand des Eisens in Eisenturmalinen Aussagen zum Oxidationszustand machen. Das heisst man kann die Oxidationsbedingungen zur Zeit der Entstehung genau untersuchen. Weiterhin gibt der Eisengehalt generell Auskunft darüber, auf welcher Entwicklungsstufe vom magmatischen zum hydrothermalen Stadium der Turmalin sich bildete. Auch die verschiedenen Kristallisationsstadien in Pegmatiten werden in den Turmalinkristallen festgehalten, da sich die chemische Zusammensetzung in Form von Zonierungen an diese anpasst. Da der pyroelektrische Effekt in Begleitung von Ladungstrennung bei Temperaturänderung auftritt, ist eine Verwendung als Geothermometer eine weitere gute Möglichkeit Genesebedingungen zu untersuchen. Selbst in der Geochronologie finden Turmaline Verwendung. Da sie kleine, aber definierte Anteile K enthalten, sind sie in der Lage Ar aufzunehmen, siehe Kalium-Argon-Datierung.

Interessante Links:
–> HighTec Sägen von Turmalin
–> Tourmaline Mining in Brazil
–> Zambian Emerald Documentary Film

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Jun30

Pegmatite, eine Bezeichnung für ein sehr grobkörniges, magmatisches Ganggestein, kommen sehr zahlreich im Mozambique Gürtel vor, welcher aus tektonisch und thermisch stark deformierten, metamorphen Gesteinen besteht. Der Mozambique Gürtel war einst eine ausgedehnte und hohe Gebirgskette, die sich von Arabien über Ost Afrika mit Sambia bis in die Antarktis erstreckte.

Pegmatitbildung

Schmelzen, die zur Pegmatitbildung führen, entstehen, wenn sich während der Kristallisation eines Plutons inkompatible Elemente wie LithiumSeltene ErdenThorium oder Uran, also allgemein nicht in die Kristallstruktur der gängigen gesteinsbildenden Minerale passende Bestandteile und zugleich leichtflüchtige Substanzen wie Wasser, Phosphor, Bor oder Fluor in der Restschmelze anreichern. Ein ähnlicher Prozess findet bei der partiellen Aufschmelzung von Gesteinen bei hochgradiger Metamorphose statt. Wegen der leichtflüchtigen Bestandteile wird einerseits der Schmelzpunkt erniedrigt, so dass die Schmelze erst bei einer Temperatur von ungefähr 450 °C erstarrt, andererseits wird sie flüssiger, d.h., die Viskosität wird verringert. Aufgrund dieser Eigenschaften kann sich die Schmelze entlang von Klüften weit in das Umgebungsgestein hineinbewegen, oft viele Kilometer.

Zur berühmten Familie der Berylle gehören der Smaragd, der Aquamarin, dann die weniger Bekannten so der Morganit, Goshenit, Bixbit, Heliodor und der gelbe Beryll. Der Beryll ist berühmt für seine perfekten, gewöhnlich einzeln auftretenden, hexagonal wachsenden Kristalle mit sechsseitigen Prismen. Beim Beryll handelt es sich um einen allochromatischen, also fremdgefärbten Edelstein. Ein absolut reiner Beryll ist demzufolge farblos, doch schon die allerkleinste Menge an metallischen Elementen in der Kristallstruktur führt zu einer jeweils charakteristischen Farbgebung.

Smaragd aus Sambia Aquamarinstufe aus Zambia Morganit Goshenit BixbitHeliodor

Von links nach rechts: Smaragd, Aquamarin, Morganit, Goshenit, Bixbit, Heliodor. Fotoquelle: Internet

Kein Wunder werden diese Edelsteine meistens von kleinen, lokalen Gruppen, mit sehr einfachen Werkzeugen ausgerüstet, abgebaut. Grossmassstäbiger Bergbau lohnt sich nicht.

Wie eine solche Abbautätigkeit vor sich geht, wird in folgendem YouTube-Film gezeigt.

 

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Die Lösung

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