Mai09

Damals fegten glühend heisse, pyroklastische Wolken über die Region und ausgedehnte Lavamassen ergossen sich entlang der Bergrücken.

Heute ist Kappadozien eine einzigartige  Erosionslandschaft im Herzen der Türkei mit weiten Landschaften, engen Schluchten, antiken Höhlensiedlungen und unzähligen in den Fels gehauenen Kirchen und Klöster der ersten Christen.

Cappadocia_Chimneys; © Wikimedia Commons

Zipfelmützenberge in der Felslandschaft bei Göreme, Kappadozien; © Wikimedia Commons, Benh Lieu Song

Im Neogen kam es zu bedeutenden Eruptionen, die neben Lava auch grosse Mengen vulkanischer Asche in ein etwa 10’000 km² grosses Gebiet zwischen den beiden Vulkanen Erciyes Dagi und Hasan Dagi eintrugen und eine über 100 m dicke Ascheschicht legte sich auf eine Sumpf- und Seenlandschaft. Aus der Luft sieht man heute noch viele kleine Krater und trockene Maare, es sind Zeugen der einstigen geologischen Ereignisse.

Als dann die vulkanische Tätigkeit nachliess und die Erosion vor ca. 100’000 Jahren einsetzte, begannen Wind und Wasser den weichen Fels zu modellieren.

Das markanteste Markenzeichen sind die Feenkamine oder Erdpyramiden. Wenn zwischen den einzelnen Tuffsteinschichten härtere vulkanische Ablagerungsschichten vorhanden sind, entstehen die für die Region so typischen Erosionsformen. Die obere und härtere Lage erodiert wesentlich langsamer als die untere, weichere und es bildet sich ein schützender Hut über den schlanken Türmen. Irgendwann einmal wird die Auflage für den Deckstein zu klein und er fällt herunter. Dies ist dann das schnelle Ende eines Feenkamines oder des “Zipfelmützenbergs”. Innerhalb geologisch gesehen kürzester Zeit wird der schlanke Turm von Wind und Regen dann restlos abgetragen sein.

Siehe auch den Beitrag: Ein Ausflug zu den Schweizer Pyramiden

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Mrz15

Die Pyramiden von Euseigne sind eine der bedeutendsten geologischen Sehenswürdigkeiten der Alpen und stehen unter Naturschutz. Die Erdformationen, die eine Höhe bis zu 15 Metern erreichen, entstanden in der Endphase der Würmeiszeit, welche von 80’000 bis 10’000 Jahren dauerte.

Schweizer Pärke

Die Pyramiden von Euseigne im Biosphärenreservat Val d’Hérens, deutsch Eringertal

Ihre steinernen, auf Säulen sitzenden Schutzkappen bestehen aus massiven Felsbrocken von mehreren Metern Durchmesser und können bis zu 20 Tonnen schwer sein. Es sind entweder Gneise oder dunkelgrüne Serpentinite, die durch den Eisstrom aus dem Eringertal verfrachtet wurden.

Pyramide Euseigne

Die Pyramiden von Euseigne mit den pilzartigen Hüten aus sehr witterungsbeständigem Material

Eiszeiten sind Perioden der Erdgeschichte, in denen mindestens ein Pol der Erde vergletschert ist, oder nach anderer Auffassung, wenn es in der nördlichen und südlichen Hemisphäre der Erde grosse Vergletscherungen gibt.

Beim Rückzug des Eises blieben riesige Schutthaufen und Felsbrocken zurück. Dieses Gestein nennt man Moräne, das durch das Gewicht des Gletschers so hart wie Beton wurde. Die Architekten “Regen und Schmelzwasser”  formten danach über einen langen Zeitraum die Erdpyramiden aus. Sie werden früher oder später ihre steinernen Kappen verlieren. Die dann barhäuptigen Pyramiden sind der Witterung stärker ausgesetzt. In Euseigne sind einige Spitzen der Pyramiden bereits „enthauptet“ und so werden sie innerhalb mehrerer Jahrzehnte oder Jahrhunderte auch wieder verschwinden.

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Okt19

Erdpyramiden Euseigne VSJetzt kriechen sie wieder durch die Wälder – all die Pilzler. Im Wallis gibt es aber einen Ort, da kann man das ganze Jahr Pilze bewundern. Die Stein-Pilze, auch bekannt als Erdpyramiden von Euseigne im Val d’Hérémence sind nicht zu übersehen. Diese haben nämlich den Vorteil, dass man sie nicht mühselig unter den Bäumen suchen muss, sondern sogar die Strasse durch sie hindurch führt.

Entstanden sind diese Stein-Pilze durch Erosion. Während die grossen Gesteinsblöcke eine Art Regen- und Schutzschirm bilden, wird das Moränenmaterial rundum vom Regen langsam weggelöst. Wenn eine Kappe instabil wird und herunterfällt, dann ist der Pilzfuss nicht mehr geschützt und erodiert schneller. Und in ein paar Hundert bis Tausend Jahren, wenn die Erdpyramiden gänzlich weg erodiert sind, wird die Pilzsuche dann auch hier wieder schwieriger.

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Die Lösung

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