Sep04

Während sich im Zentrum der Antarktis der eisbedeckte Kontinent, Antarktika, befindet, besteht das Nordpolargebiet aus einem grossen Meer, das im Süden von den drei Kontinenten Nordamerika, Asien und Europa begrenzt wird. Der geografische Nordpol liegt inmitten des 4’261 m tiefen, ganzjährig zugefrorenen Arktischen Ozeans.

Die Arktik und ihre Nationen © Author: U.S. State Department, Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Political_Map_of_the_Arctic.pdf, public domain

Die Arktik und ihre Nationen © Author: U.S. State Department, Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/File:Political_Map_of_the_Arctic.pdf, public domain

Unter den Wassermassen des Nordpolarmeeres verbergen sich riesige Schelfgebiete, die nicht zur Tiefsee des Arktischen Ozeans gehören, sondern untermeerische Landmassen darstellen. Dies gilt für die Barentssee, Karasee, Laptewsee und Ostsibirische See mit den drei bekannten Gebirgsrücken: Alpha-Mendelejew-Rücken, Gakkel-Rücken sowie den Lomonossow-Rücken. Einige Regionen sind geologisch aktiv –  der Beerenberg Vulkan auf der Insel Jan Mayen mit 2’277 Metern ist der höchste unter den aktiven Vulkanen.

Die arktischen unentdeckten Erdöl- und Erdgas Resourcen © U.S. Geological Survey

Die arktischen unentdeckten Erdöl- und Erdgas Resourcen © U.S. Geological Survey

In den Schelfmeeren existieren grosse Sedimentbecken, die viel organisches Material enthalten und somit potentielle Energieträger von Erdöl, Erdgas und Kohle sind. Gemäss U.S. Geological Survey liegen 16 % der weltweiten Erdöl- und ca. 30 % der Erdgasreserven in arktischen Gebieten. Ein klimabedingter Rückgang des Eises und die fortschreitende Technologie machen einen Abbau immer attraktiver. Die wichtigsten zur Zeit bekannten Öl-Lagerstätten befinden sich in der Barentssee vor der russischen Küste und in Gewässern vor Ost-Grönland, sowie im Mackenzie-Delta und an der Beaufort-Küste in Alaska.

Weiter existieren grosse Gebiete mit metamorphen Gesteinen und Graniten. Mit diesen assoziiert man ein grosses Potential an mineralischen Rohstoffen. Die Palette ist gross und reicht von Metallen jeglicher Art über Edelsteine bis hin zu Industriemineralen und Naturbausteinen.

So verfügen die skandinavischen Länder über Vorkommen an Gold, Eisenerz, Blei, Zink, Kupfer, verschiedene Minerale und Naturbausteinen.

In Grönland befindet sich ein grosses Vorkommen an leichten – und schweren Seltenen-Erden nebst Niob, Tantal, Gold, Eisen, Platingruppenmetalle, Blei, Zink und Molybdän.

Diamant Vorkommen finden sich im arktischen Teil Kanadas und Sibiriens. Kanada ist zudem reich an Eisen, Edelmetallen und zusammen mit Alaska sind sie reich an Blei-Zink-Vorkommen, Gold und Kupfer.

In Sibirien befindet sich die grösste Lagerstätte der Seltenen-Erden, die jedoch auf Grund mangelnder Infrastruktur bisher noch nicht erschlossen wurde. Die russische Arktis ist sehr reich an Palladium, Platin und Diamanten. Speziell die Kola-Halbinsel zählt zu den arktischen Gebieten mit den vielfältigsten Mineral-Vorkommen.

Die Arktis verfügt über ein erhebliches Rohstoffpotential. Dass dies in unserer rohstoffhungrigen Zeit politische Auswirkungen hat und immer mehr Spannungen auslöst, wird im nächsten Beitrag beleuchtet.

Verwandte Artikel:

  1. Katzengold – unbeeinflusst vom hohen Goldpreis
  2. Das ≪Binntälli≫ oder das «Tal der verborgenen Schätze»
  3. Das Tor zur Unterwelt – der Asphaltsee von Trinidad
  4. Das Magma: Woher kommt es und wie entsteht es?
  5. Erdöl ist nicht gleich Erdöl & Erdgas nicht gleich Erdgas!

Tags

Einen Kommentar erfassen



Die Lösung

Archiv