Aug28

Ein Loch im See

gepostet von zebra in Allgemein, Geologie

Ein spektakuläres Drohnenvideo zeigt ein 48 m grosses Loch im Stausee Covão do Conchos im Naturpark Serra da Estrela in Portugal. Was wir im Video sehen, ist ein sogenannter Überfalltrichter, der bei Hochwasser dafür sorgt, dass das überschüssige Wasser ablaufen kann. Es verhindert, dass Wasser aus dem Damm austritt und Schäden verursacht. Oft geschieht dies auch über Öffnungen in der Staumauer.

Bei einem Trichter sieht man nur den obersten Teil der baulichen Konstruktion. Darunter befindet sich der Hochwasserentlastungsturm, durch den das Wasser  in einen Entlastungsstollen gelangt, siehe Grafik.

Bei hohem Wasserstand, wenn das Wasser über den Rand des Trichters ins Loch stürtzt, sollte man sich nicht in der Nähe eines solchen Überfalltrichters aufhalten, der Sog ist enorm!

Schematische Darstellung eines Hochwasserentlastungsturm mit Überfalltrichter Grafik: Morty, Wikimedia Commons or or CC-BY-SA-3.0

Schematische Darstellung eines Hochwasserentlastungsturm mit Überfalltrichter Grafik: Morty, Wikimedia Commons or or CC-BY-SA-3.0

An vielen Orten der Welt gibt es Stauseen, in denen das Wasser in kreisrunden Öffnungen verschwindet. Berühmte Beispiele sind der Monticello-Damm, Lake Berryessa, Kalifornien: Hier weist der Trichter einen Durchmesser von 22 m auf. Oder der Überfalltrichter im Gibson-Stausee in Montana, wo das Wasser in den Sun River abgeleitet wird.

Natürliche Löcher

Es gibt auch natürliche Löcher wie ein Beispiel im Mt. Hood Nationalpark in Oregon zeigt. Es ist das Ergebnis einer offenen Lavaröhre, die in der ganzen Region auftreten. Lavaröhren bilden sich, wenn fliessende Lava in der Nähe der Oberfläche aushärtet, aber tiefer unten in das noch heisse Innere fliesst. Wenn die innere Lava vor dem Aushärten ausströmt, hinterlässt sie eine tunnelartige Struktur, eine Lavaröhre, die unmittelbar nach einem Ausbruch zur Oberfläche hin offen sein kann oder später durch Erosion geöffnet wird.

Was mit dem Wasser des Lost Lake geschieht, ist nicht geklärt. Ziemlich sicher gelangt es jedoch in den darunter liegenden porösen Untergrund und lädt den Aquifer, der Quellen auf beiden Seiten der Cascades speist.

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Die Lösung

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