Jul03

Peles Haare (hawaiisch lauoho o Pele,) bezeichnen dünne Fäden oder Stränge vulkanischen Glases, die bei basaltischen Vulkanausbrüchen beim Abkühlen und durch starke Winde langgezogen aus der Lava entstehen.

Das goldene Haar der Pele am Kīlauea auf Hawaii © D.W. Peterson, gemeinfrei

Das goldene Haar der Pele am Kīlauea auf Hawaii © D.W. Peterson, gemeinfrei

Ein einzelner Strang mit einem Durchmesser von weniger als 0,5 mm kann zwei Meter lang sein. Die goldene Farbe erinnert an menschliches Haar und so erstaunt es nicht, dass sie nach Pele benannt sind, der hawaiischen Göttin des Feuers und der Vulkane. In Island werden die Fäden auch als “Nornahár” (Nornenhaar oder Hexenhaar) bezeichnet.

Peles Haare kommen natürlich nicht nur auf Hawaii vor. So sind Fundstellen in Nicaragua (Masaya), in Italien (Ätna), Äthiopien (Erta ‘Ale), Réunion (Piton de la Fournaise) und Island bekannt. Es wird normalerweise in Lücken im Boden gefunden, meist in der Nähe von Schloten, Meereseintritten oder in Ecken, wo Peles Haare sich ansammeln können oder sie verfangen sich wie im Bild an einem Antennenmast. Pele-Haar stellt eine natürliche Variante der Mineralwolle dar und ist ein Basaltglas (Sideromelan & Tachylit).

Peles Haare wurden am 22. Juli 2005 auf einer Radioantenne am Südrand von Pu'u'o'o, Hawai'i, aufgefangen © Public Domain

Peles Haare wurden am 22. Juli 2005 auf einer Radioantenne am Südrand von Pu’u’o’o, Hawai’i, aufgefangen © Public Domain

Peles Haare mit blossen Händen anzufassen ist nicht empfehlenswert, da es sehr spröde und scharf ist und kleine Bruchstücke in die Haut eindringen können.

Nebst Haaren werden manchmal auch Tränen gefunden, Peles Tränen also. Die Tränen oder Achnelithe entstehen wie die Haare – durch Auswerfen winziger Lava-Tröpfchen aus einem Lava-Brunnen. Die Auswurfgeschwindigkeit entscheidet, ob sich Haare oder Tränen bilden. Je höher die Geschwindigkeit je haariger wird es! So kann man auch verstehen, dass sich Tränen an den Haarspitzen bilden.

Peles Haar bezeichnet die extrem langen Fäden aus goldig-bräunlichem bis schwarz gefärbtem Basaltglas und bildet sich aus sehr flüssiger Basalt Lava Spray oder Fontäne. Achnelithe (Peles Tränen - die kleinen, schwarzen, glasigen Strukturen) sind oft am Ende einzelner Fäden befestigt © James St. John, CC BY 2.0

Peles Haar bezeichnet die extrem langen Fäden aus goldig-bräunlichem bis schwarz gefärbtem Basaltglas und bildet sich aus sehr flüssiger Basalt Lava Spray oder Fontäne. Achnelithe (Peles Tränen – die kleinen, schwarzen, glasigen Strukturen) sind oft am Ende einzelner Fäden befestigt © James St. John, CC BY 2.0

Peles Tränen liefern dem Vulkanologen zusätzliche wertvolle Informationen über den Ausbruch. Die Gasbläschen und Partikel, die in den Tränen gefangen sind, liefern Informationen über die Zusammensetzung der Magmakammer. Und die Form der Tränen gibt Hinweise auf die Geschwindigkeiten des Auswurfs.

Verwandte Artikel:

  1. Der Flysch von Zumaia – unkonventionell und schön!
  2. Platin, der Bushveld-Komplex und die grösste Intrusion der Welt
  3. Twistoxia – von brodelnden und glitzernden Planeten
  4. Das Rütli, der Bundesbrief und die Entstehung der Schweiz
  5. Das Magma: Woher kommt es und wie entsteht es?

Einen Kommentar erfassen



Die Lösung

Archiv