Jul17

Der Vulkan Cotopaxi in Ecuador ist wahrscheinlich das grösste Musikinstrument der Erde. Seit den Explosionen im Inneren des Vulkans von 2015 gibt er einzigartige Töne von sich. Erzeugt werden sie durch Infraschall, d. h. durch niederfrequente Wellen, verursacht durch aufsteigende Gase, die den Kraterschlot durchströmen, ähnlich einer Orgelpfeife. Diese Töne verraten etwas über die Beschaffenheit des Vulkanschlots, denn wie bei einer Orgelpfeife sorgt die spezielle Geometrie des Schlotes dafür, dass das Gasgemisch in Schwingung gerät.

Ansichten der Spitze des langen, zylindrischen Kraters des Cotopaxis. Nach einer Reihe von Eruptionen im Jahr 2015 kollabierte der Kraterboden. Bildnachweis: Silvia Vallejo Vargas / Instituto Geofisico, Escuela Politecnica Nacional, Quito, Ecuador

Ansichten der Spitze des langen, zylindrischen Kraters des Cotopaxis. Nach einer Reihe von Eruptionen im Jahr 2015 kollabierte der Kraterboden. Bildnachweis: Silvia Vallejo Vargas / Instituto Geofisico, Escuela Politecnica Nacional, Quito, Ecuador

Die Forscher nennen die Töne Tornillos, das spanische Wort für Schrauben, weil die Schallwellen wie Schraubengewinde aussehen.

Diese “Orgeltöne” werden etwa einmal pro Tag ausgestossen und dauern 90 Sekunden.

Aus der Frequenz und Oszillation der Töne kann man auf das Schlotinnere schliessen, es liefert den Vulkanologen wertvolle Informationen über den Lavastand und die Aktivität. Auf den Cotopaxi bezogen, verrieten seine Töne, dass der Kraterschlot nach der Eruption von 2015 125 Meter breit und zwischen 270 und 320 Meter tief sein muss.

Schwingungsmuster eines Tornillos: ein Phänomen, das etwa 90 Sekunden dauert © Johnson et al./ American Geophysical Union

Schwingungsmuster eines Tornillos: ein Phänomen, das etwa 90 Sekunden dauert © Johnson et al./ American Geophysical Union

Es ist wichtig zu verstehen, wie jeder Vulkan singt, um zu verstehen, was vor sich geht, glauben die Forscher.

→  Vulkanmusik

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