Jun19

Was auf den ersten Blick wie ein chemisch-ökologisches Inferno erscheint, ist ein Paradies für Spezialisten. Chemolithoautotrophe Bakterien lieben den Giftcocktail und fühlen sich in Bergbauhalden richtig wohl. Hier verwittert das erzhaltige Gestein und bildet hochtoxische, saure Grubenwässer mit einem hohen Metallgehalt.

Rio Tinto, Spanien: Saurer Bergbauausfluss © gemeinfrei

Rio Tinto, Spanien: Saurer Bergbauausfluss © gemeinfrei

Seit 150 Jahren wird das Verfahren der Flotation eingesetzt um Metalle zu extrahieren. Dazu wird fein gemahlenes Erzgestein mit Wasser vermischt und unter Zusatz von Chemikalien werden die Erzpartikel unterschiedlich benetzbar gemacht. Diese Brühe wird dann aufgeschäumt, so dass sich die Partikel an den Schaumblasen anlagern. Der Kupfergehalt von Roherz z. B. wird so auf etwa 30 % angereichert.

Organismen wie z. B. Thiobacillus ferrooxidans nutzen anorganische Schwefelverbindungen in Gesteinen als Nahrung, mit denen sonst kein Organismus etwas anzufangen weiss, und die zudem hoch toxisch sind.

Bei der Biolaugung oder dem Bioleaching werden unlösliche Metallsulfide biologisch in lösliche Sulfate umgewandelt, wobei das Metall danach aus der Lösung extrahiert wird. Bei der Biooxidation lösen Mikroben das Mineral auf, setzen das Metall frei und bilden Säuren.

Mikroben einzusetzen hat zwei Vorteile: Man saniert die Halde und gewinnt wertvolle Rohstoffe, denn das Metall wird den toxischen Lösungen entzogen. Und was die Ökologen am meisten fürchten, saure Bergbauwässer werden entgiftet.

Mikrobielle Extraktionsmethoden

 

Verwandte Artikel:

  1. Hochrisikojobs im Bergbau
  2. Wirtschaftsgeologie, ein Fachgebiet mit polit. Auswirkung

Einen Kommentar erfassen



Die Lösung

Archiv