Okt03

Eduard Imhof (1895 bis 1986) war ein berühmter Schweizer Kartograf. Er war Gründer des Instituts für Kartografie der Eidgenössisch Technischen Hochschule Zürich, dem er als Leiter von 1925 bis 1965 vorstand. 1961 erhielt er den Auftrag einen “Atlas der Schweiz” zu erarbeiten. In diesem Atlas wurden Themenkarten zur Natur, Bevölkerung, Kultur und Wirtschaft der Schweiz erstellt. Mit Unterstützung zahlreicher Wissenschaftler konnte 1978 die erste Auflage herausgegeben werden. Der «Atlas der Schweiz» ist unterdessen digital und dreidimensional geworden und seit Juni 2016 online und kostenlos nutzbar. → Atlas der Schweiz

Eduard Imhofs Schulkarten und Atlanten, u. a. der Schweizerische Mittelschulatlas – wer kennt ihn nicht – wurden weit über die Hochschule hinaus bekannt. Auch als Reliefbauer hat sich Eduard Imhof einen Namen geschaffen.

Die Entstehung eines Kartenwerkes ist sehr komplex. Noch viel schwieriger ist es aus einem reduzierten, vereinheitlichten Kartenausschnitt wieder eine natürlich wirkende, dreidimensionale Landschaft zu gestalten. Der professionelle Reliefbauer muss sozusagen die Felspartien neu erfinden. Ob ihm dies gelingt, hängt stark von seinen bildhauerischen Fähigkeiten und seinen Kenntnissen der Morphologie und Textur des anstehenden Gesteins ab. Dass Eduard Imhof dabei zu den “perfektesten” Reliefbauer gehörte, zeigen die Werke der Gross Windgällen und des Bietschhorns, die er für die Landesausstellung 1938/39 geschaffen hat.

Heute lassen sich Reliefs mit 3D-Fräsen in wenigen Stunden mittels digitaler Höhenmodelle schaffen. Und geologische Phänomene werden als virtuelle 3D-Darstellungen am Computer veranschaulicht. Qualitativ reichen solche Darstellungen jedoch noch kaum an die alten Reliefs heran. Die vor über hundert Jahren entstandenen wissenschaftlichen Kunstwerke erfüllen bis heute ihren didaktischen Zweck!

Eduard Imhof modelliert am Modell der Gross Windgällen © Public Domain Mark

Eduard Imhof modelliert am Modell der Gross Windgällen © Public Domain Mark

Auf der 1930 durchgeführten Expedition nach China zusammen mit Arnold Heim und Paul Nabholz, vermass Eduard Imhofs den Berg Minya Konka. 7590 Meter über Meer ergab das Resultat der Vermessung und nicht 10’000 Meter. Damit blieb der Mount Everest weiterhin der höchste Berg der Welt. Allerdings darf man den Minya Konka als dritt höchsten Berg der Welt ausserhalb der Himalaya-Karakorum-Ketten bezeichnen.

Als Künstler hat Eduard Imhof mit Aquarellen und Bleistiftzeichnungen eindrückliche Werke geschaffen.

Grosse Windgällen - Höhlenstock von Süden (nach meinem Relief). Oktober 1976. Bleistift 17 x 27 cm © Public Domain Mark

Grosse Windgällen – Höhlenstock von Süden (nach meinem Relief). Oktober 1976. Bleistift 17 x 27 cm © Public Domain Mark

Bei Erlenbach am Zürichsee. Aquarell. 4. Dez. 1966. 27 x 40 cm © Public Domain Mark

Bei Erlenbach am Zürichsee. Aquarell. 4. Dez. 1966. 27 x 40 cm © Public Domain Mark

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