Mai03

Nach so viel Regen wollen wir einen Ausflug in eine beeindruckende Wüste der Erde unternehmen.

Die Taklamakan – unser geistiges Reiseziel – liegt in der Xinjiang Uiguren Autonomen Region von China und ist nach dem Uigurischen benannt. Häufig wird sie mit «Begib dich hinein, und du kommst nie wieder heraus» oder auch mit «grosses Pappelland» übersetzt und das hat seine Gründe, wie wir erfahren werden.

Taklamakan, © Wikimedia Commons, NASA/MODIS

Satellitenaufnahme des Tarim-Beckens mit der Taklamakan-Wüste, die zwischen der Mongolei und dem Tibetischen Hochland liegt; © Wiki Commons

Die Taklamakan grenzt westlich an die Wüste Gobi; ihre Fläche von ca. 340’000 km² ist mit über 100 m hohen Dünen bedeckt, welche durch Staub- und Sandablagerungen während der letzten Eiszeit entstanden. Wenn Wind den Sand hochweht, kann ein Hügel durchaus eine Höhe von 900 Metern erreichen. Die Taklamakan war einst fast ganz von einem See aus Gletscherschmelzwasser der umliegenden Hochgebirge bedeckt. In wenigen Metern Tiefe haben sich deshalb grosse Grundwasservorkommen gebildet.

Obwohl das Tarimbecken heute extrem lebensfeindlich ist, war dies nicht immer so. Noch zu Sven Hedin’s Zeit vor 100 Jahren gab es Gegenden in der Taklamakan mit Pappel-Urwäldern, mit Tamarisken und Ölweiden. Wenn es auch immer eine wüstenhafte Region war, so gab es damals doch noch Seen und Flüsse mit grossen Schilfbeständen, Hirsche und jede Menge Wildschweine. Die Bauern konnten in den Oasen Hirse, Weizen und Gerste ernten, man pflegte Obstgärten mit Pfirsichen, Birnen, Trauben, kultivierte Baumwolle. Der wesentliche Grund für die Austrocknung waren die seit 1949 im Tarimbecken durchgeführten zahlreichen Bewässerungsprojekte des Xinjiang Production-Construction Army Corps zur Ansiedlung von Chinesen in Xinjiang.

Es erstaunt nicht, dass in der Taklamakan einige sagenumwobene Ruinen-Städte liegen, die vor mehr als 2‘000 Jahren untergingen. Erstmals wurden diese Städte durch den Forscher Sven Hedin der europäischen Fachwelt bekannt. LoulanKaradong und Dandan Oilik (Ort der Elfenbeinhäuser) liegen auf der alten mittleren Seidenstrasse, deren Route heute völlig anders verläuft.

Für die Wissenshungrigen: >> Durch Gobi und Taklamakan

Taklamakan © Wikimedia

Taklamakan © Wikimedia

Dass der Resourcenhunger einer modernen Welt auch an einer so majestätischen Wüste nicht Halt macht belegt der Bau der Tarim-Fernstasse, für die die chinesische Regierung 1995 etwa zehn Millionen Euro pro Kilometer ausgab, denn in der Mitte der Wüste liegen grosse Erdöl- und Gasvorkommen. Mit einer Länge von 520 Kilometern gilt sie als die weltweit längste und teuerste Wüstenstrasse!

 

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