Mrz30

Dank der Unvergänglichkeit des Goldes haben wir sichere Zeugnisse aus der Kultur der Sumer ab dem 3. Jahrtausend v. Chr., aus dem pharaonischen Ägypten, aus den Südamerikanischen Hochkulturen, aus dem alten China und allen nachfolgenden Kulturen; die ältesten datierten Funde gehen allerdings auf die Varna Kultur am Schwarzen Meer im heutigen Bulgarien zurück. Die Goldmaske des Thraker-Königs Teres zeugt davon. Alles deutet darauf hin, dass die Varna-Kultur als die weltweit früheste Kulturform gilt, welche bereits in der Kupferzeit sozial und technisch so weit entwickelt war, dass sie Gold gewinnen und bearbeiten konnte. Ihr mysteriöses Verschwinden Ende des 5. Jahrtausends v. Chr. wird mit dramatischen Klimaänderungen zu jener Zeit in Zusammenhang gebracht, aber wissen tun wir es nicht.

König Teres aus Thracien, © Ann Wuyts Creative Commons

Goldmaske des Thraker-Königs Teres, Varna-Kultur 5. Jhrt. v. Chr., © Creative Commons

Die altägyptischen Pharaonen hielten sich für Abkömmlinge des Himmelsgottes Horus und überhäuften sich und ihre Umgebung mit Gold. Seine Schönheit und Symbolik machte Gold zum Kennzeichen der Könige und Götter und so waren alle Opfer- und Schmuckgegenstände, die Könige und Priester nutzten, aus Gold. Das Gold wurde in Nubien, dem heutigen Sudan und der arabischen Halbinsel abgebaut. Die Ägypter unterhielten einen professionellen Bergbau, in dem Tausende Sklaven unter erbärmlichen Bedingungen arbeiteten.

Wer kennt nicht die Geschichte aus dem Alten Testament, wo erzählt wird, dass Königin Saba an König Salomon’s Hof nach Jerusalem reist um seine Weisheit zu prüfen und ihm, überwältigt von seiner Klugheit, hundertzwanzig Zentner Gold schenkt.

Fresko_Sheba_Königin

Die Königin von Saba, äthiopisches Fresko © Wikimedia

Gold war und ist ein Symbol von Macht, Prestige und Unsterblichkeit, aber es wurde auch im Handel genutzt.

 

Bereits 550 vor Christus hat der legendäre Herrscher Krösus in Lydien, in der heutigen Türkei gelegen, die ersten Münzen aus Gold und Silber prägen lassen. Die Ägypter trieben Handel mit Ringen und Edelmetallbarren, den so genannten “Talenten”. Athen konnte Dank Silbervorkommen eine einheitliche Währung – die Drachme – schaffen. Die Eule auf der Münze garantierte von Staates wegen das Gewicht und den Metallgehalt der Münze.

Antike Drachme mit Eule, © Wikimedia Gold Münze, Solidus genannt und Konstantin II darstellend © Wikimedia

l.: Antike Drachme mit Eule, © Wikimedia; r.: Konstantin II oder Grosse auf der Goldmünze Solidus, © Wikimedia

Der Solidus war eine römisch-byzantinische Goldmünze. Er wurde von Konstantin dem Grossen im Jahr 309 eingeführt und blieb bis zur Eroberung von Konstantinopel (1453) über ein Jahrtausend im Umlauf. Der Solidus war bis zum beginnenden 12. Jahrhundert die “Leitwährung” für ganz Europa und den gesamten Mittelmeerraum und wird auch als Euro des Mittelalters bezeichnet.

Das rätselhafte Gross-Simbabwe ist ein Beispiel wie auch in Afrika alte Kulturen durch den Handel mit Gold zu Reichtum und Macht kamen.

 

 

Gross-Simbabwe, © Wikimedia Luftaufnahme von Gross-Simbabwe, ©Georg Gerster/Keystone

l.: die “Grosse Einfriedung”, © Wikimedia; r.: Gross-Simbabwe aus der Luft, © Georg Gerster/Keystone

Auf einem Granithügel im südlichen Simbabwe liegt die festungsähnliche “Akropolis” mit verschachtelten Durchgängen und Räumen. Auf dem Talboden findet sich eine monumentale Ellipse, die “Grosse Einfriedung”, deren Umfassungsmauer aus Granitsteinen mörtellos aufgeschichtet, 5 bis 11 m hoch, 1 – 5 m mächtig und 253 m lang ist. Es ist Afrikas grösster Steinbau südlich der Sahara.

Gross-Simbabwe ist eine Schöpfung der Shona, die heute noch das Land regieren. Gegründet bereits im 11. Jahrhundert, stieg es im 14. Jahrhundert zur Hauptstadt und zum Handelszentrum eines Staates auf, der von dem Goldreichtum der umliegenden Hochplateaus profitierte. Übervölkerung brachte Gross-Simbabwe schliesslich nach 1450 zu Fall. Auch hier finden sich – selten zwar – wunderschöne Gegenstände aus Gold.

Nashorn aus Gold aus einer Grabstätte, Mapungubwe Gross-Simbabwe

Nashorn aus Gold aus einer Grabstätte, Mapungubwe Gross-Simbabwe

Gold ist in Afrika reichlich vorhanden, so auch im Great Dyke von Simbabwe, einer Struktur, die praktisch das ganze Land von Norden nach Süden durchquert. Davon soll nächste Woche der Beitrag handeln. Schöne Woche unterdessen!

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