Jun30

Pegmatite, eine Bezeichnung für ein sehr grobkörniges, magmatisches Ganggestein, kommen sehr zahlreich im Mozambique Gürtel vor, welcher aus tektonisch und thermisch stark deformierten, metamorphen Gesteinen besteht. Der Mozambique Gürtel war einst eine ausgedehnte und hohe Gebirgskette, die sich von Arabien über Ost Afrika mit Sambia bis in die Antarktis erstreckte.

Pegmatitbildung

Schmelzen, die zur Pegmatitbildung führen, entstehen, wenn sich während der Kristallisation eines Plutons inkompatible Elemente wie LithiumSeltene ErdenThorium oder Uran, also allgemein nicht in die Kristallstruktur der gängigen gesteinsbildenden Minerale passende Bestandteile und zugleich leichtflüchtige Substanzen wie Wasser, Phosphor, Bor oder Fluor in der Restschmelze anreichern. Ein ähnlicher Prozess findet bei der partiellen Aufschmelzung von Gesteinen bei hochgradiger Metamorphose statt. Wegen der leichtflüchtigen Bestandteile wird einerseits der Schmelzpunkt erniedrigt, so dass die Schmelze erst bei einer Temperatur von ungefähr 450 °C erstarrt, andererseits wird sie flüssiger, d.h., die Viskosität wird verringert. Aufgrund dieser Eigenschaften kann sich die Schmelze entlang von Klüften weit in das Umgebungsgestein hineinbewegen, oft viele Kilometer.

Zur berühmten Familie der Berylle gehören der Smaragd, der Aquamarin, dann die weniger Bekannten so der Morganit, Goshenit, Bixbit, Heliodor und der gelbe Beryll. Der Beryll ist berühmt für seine perfekten, gewöhnlich einzeln auftretenden, hexagonal wachsenden Kristalle mit sechsseitigen Prismen. Beim Beryll handelt es sich um einen allochromatischen, also fremdgefärbten Edelstein. Ein absolut reiner Beryll ist demzufolge farblos, doch schon die allerkleinste Menge an metallischen Elementen in der Kristallstruktur führt zu einer jeweils charakteristischen Farbgebung.

Smaragd aus Sambia Aquamarinstufe aus Zambia Morganit Goshenit BixbitHeliodor

Von links nach rechts: Smaragd, Aquamarin, Morganit, Goshenit, Bixbit, Heliodor. Fotoquelle: Internet

Kein Wunder werden diese Edelsteine meistens von kleinen, lokalen Gruppen, mit sehr einfachen Werkzeugen ausgerüstet, abgebaut. Grossmassstäbiger Bergbau lohnt sich nicht.

Wie eine solche Abbautätigkeit vor sich geht, wird in folgendem YouTube-Film gezeigt.

 

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