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Die Indianer glaubten, der La Brea Pitch Lake sei der Eingang zur Unterwelt. Einer indianischen Sage zufolge hat einst am Ufer ein wohlhabendes Dorf mit Obstgärten gestanden. Als jedoch Vögel über die Obstbäume herfielen, hat man sie gejagt und getötet. Darunter auch Kolibris, die heiligen Vögel des Volkes. Dies erzürnte die Götter, die das Dorf darauf in den See stürzten, der sich blitzartig pechschwarz färbte und nur noch stinkenden Schlamm enthielt. Heute bezeichnet man dies als Naturwunder.

PitchLake  la-brea

Links: der Asphaltsee, La Brea Pitch Lake, auf der Karibikinsel Trinidad, Foto: Martina Jackson/Wikimedia. Rechts: Pitch Lake, Impressionen (YT-Film)

Der schwarze See liegt im Südwesten Trinidads. Aus dem Krater von 1.5 km Durchmesser quillt aus der Tiefe heisser, zähflüssiger Naturasphalt. Obwohl während einer Zeitspanne von fast 100 Jahren (1882 – 1979) 300 Millionen Tonnen Rohasphalt abgebaut wurde, steigt ständig weiterer Asphalt hoch.

Nach Prognosen der Ölindustrie reichen die Weltvorräte an Erdöl und Erdgas noch ca. 40 Jahre. Ziemlich sicher sind in den Tiefen der Erde jedoch mehr von den wertvollen Kohlenwasserstoffen, zu denen Erdgas (ein Gasgemisch aus hauptsächlich hochentzündlichem Methan) und Erdöl (ein aus Kohlenwasserstoffen bestehendes Gemisch), vorhanden. Russische Geophysiker hatten immer diese Hypothese vertreten, konnten jedoch den experimentellen Beweis nicht führen. Das haben ihre US-Kollegen nun nachgeholt. In einer Hochdruck-Diamantstempelpresse setzten sie winzige Proben eines Gemischs aus Eisenoxid, Kalkstein und Wasser Bedingungen aus, wie sie im Erdmantel in etwa 150 bis 200 Kilometer Tiefe herrschen. Tatsächlich verband sich der Kohlenstoff aus dem Kalkstein mit dem Wasserstoff aus dem Wasser zu Methan, am bereitwilligsten bei Temperaturen zwischen 500 und 1000 Grad. Mehr noch, die Verbindung war selbst unter diesen Umständen stabil. Sie könnte also Jahrmillionen im Erdinneren überdauern und möglicherweise sogar komplexere Moleküle – etwa die Bestandteile von Erdöl – hervorbringen. Wie viel Methan auf diese Weise produziert wird, ist unbekannt. Tatsache ist, Methan kommt nicht nur auf Planeten vor. Ein gigantischer  See aus flüssigem Methan kommt auf dem Saturnmond Titan, im „Kraken Mare” von einer Dimension grösser als das Kaspische Meer vor. Demnach ist ein biologischer Prozess für die Entstehung von Methan gar nicht nötig.

Die gängige Lehrmeinung sagt, wie Kohle von Pflanzen, so stammt das schwarze Gold von Einzellern, deren Überreste sich über lange Zeiträume zersetzten. Deshalb wird nach Gesteinen gesucht, in denen sich die Umwandlung von biologischen Stoffen vollzogen haben könnte und nach Strukturen, in denen sich das Öl dann ansammelte. Gut möglich also, dass es noch unbekannte Vorkommen gibt, nach denen man noch nie gesucht hat.

In der Unterwelt ist es nicht nur heiss, sondern auch spannend! :-)

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