Okt07

Ca. 150 Millionen Jahre alter Koprolith - versteinerter Kot - eines Pflanzen fressenden Dinosauriers aus der Jurazeit. ca. 50 cm. Fundort Wyoming, USA. Jetzt im Senkenberg Museum in Frankfurt am Main ausgestellt.Jetzt fallen dann an der OLMA in St. Gallen wieder zahlreiche Häufchen von all den präsentierten Tieren, Kühe, Schweine, Schafe, etc. Wussten Sie, dass man auch versteinerten Kot finden kann und dieser – mittlerweile absolut geruchlos – interessante Informationen liefern kann? Meist lässt sich in den Spurenfossilien erkennen, ob der „Produzent“ Pflanzen- oder Fleischfresser war und womöglich lassen sich bei letzterem noch unverdaute Knochen- oder Schalenreste finden, die sogar ermöglichen, das Beutetier zu identifizieren. Einblick gewähren manuelle Präparation oder Dünnschliffe, wobei dabei der Koprolith zerstört wird. Mittels zerstörungsfreiem CT-Scan lassen sich dreidimensionale Röntgenbilder erstellen, die Knochenreste im Innern abbilden. Identifizierte Knochenreste lassen Rückschlüsse auf den Erzeuger zu, es ist aber äusserst selten, dass man versteinerten Kot eindeutig einem Tier zuordnen kann.

Grössenmässig reichen Koprolithe vom Millimeterbereich bis zu einem halben Meter. Die riesigen pflanzenfressenden Dinosaurier in der Jurazeit erzeugten ordentliche Kothaufen, die ihrerseits wichtige Nahrungsquelle für kleine Käfer, Insekten und Bakterien waren. Zudem düngten die Exkremente den Boden genauso wie heute und sorgten für ein gutes Pflanzenwachstum.

Die ältesten fossilen Ausscheidungen kennt man aus dem Kambrium vor rund 500 Millionen Jahren. Aufgrund ihres hohen Phosphatgehaltes wurden Koprolithe in England einst sogar als Rohstoffe gesucht und zur Düngerproduktion verwendet.

Wer es lieber etwas weniger indiskret mag, der unternimmt seine Reise in die Vergangenheit an der Olma mit dem Time-Ride – ganz ohne Koprolithe.

Von einem Vogeldreck getroffen zu werden, soll ja angeblich Glück bringen. Kennen Sie ähnliche Aussagen passend zum Thema?

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