Sep30

Lehmhaus in den Merian Gärten in Basel.Lehmbauten kennt man traditionell in bäuerlichen Gesellschaften in trockenen Gebieten, wo die Bauten sehr dauerhaft sind. Lehmbauten werden aber auch in unseren Gefilden wieder vermehrt gebaut.

Als Lehm wird eine Mischung aus Ton, Schluff und Sand bezeichnet; er besteht also aus verschieden grossen Gesteinskornfraktionen.

Ein Lehmhaus wird entweder aus ungebrannten Lehmziegeln gebaut, oder ein Holzgerüst wird mit Lehm verfüllt. Für Lehmziegel wird Lehm mit Füllstoffen (Sand, Pflanzenfasern, Stroh, etc.) in Holzrahmen gepresst und dann an der Luft trocknen gelassen. Die Füllstoffe sorgen für Stabilität und eine geringere Dichte. Ziegel aus reinem Ton würden beim Trocknen schnell Risse erhalten, wären sehr schwer und langfristig nicht sehr stabil. Werden Tonziegel gebrannt, erhält man Backsteine – das wäre ein anderes Kapitel.

Detailaufnahme einer Lehmwand. Der Lehm wird mit Füllstoffen wie Sand und Kies gestreckt und stabilisiert.In der Region Basel gibt es gleich zwei Lehmhäuser zu bewundern. 2012 eröffnete das Lehmhaus im Merian Park, das aus gestampftem Lehm besteht und von einer Holzkonstruktion getragen wird. Anfang Mai 2014 nahm Ricola das neue Kräuterzentrum in Betrieb, welches als grösster Lehmbau Europas gilt. Der Lehm stammt aus nächster Umgebung, was zahlreiche Materialtransporte einsparte.

Lehmbauten bieten zudem ein ausgeglichenes Raumklima. Lehm speichert Wärme und gleicht die Luftfeuchtigkeit aus.

Wo gibt es noch weitere Lehmbauten in der Schweiz?

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