Jun17

Sitzbänke aus italienischem Granit im neuen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse im Zürcher Hauptbahnhof.Haben Sie ihn sich auch schon angeschaut – den neuen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse in Zürich – den zugänglichen Teil der neuen Durchmesserlinie? Zwei breite Perrons sind bereit, die täglichen Ströme von Pendlern und Reisenden aufzunehmen. Das Bauwerk ist ganz jung, genauso wie der hellgraue Granit, der für Boden und Sitzbänke verwendet wurde. Geologische gesehen ist der Bergeller Novate-Granit, der unter dem Namen San Fedelino gehandelt wird, mit seinen 25 Millionen Jahren nämlich auch eher jung. Gut zu erkennen im Granit neben Quarz und Feldspat sind die beiden Glimmersorten, heller Muskovit und dunkler Biotit, die für ein edles Glitzern im Bahnhof sorgen. Das Magma drang erst in einer späten Phase der Alpenbildung in die bestehenden, übereinander geschobenen Decken-Einheiten im Bergell ein. Durch die gleichzeitige Bewegung entlang der Insubrischen Linie (hier auch Tonale-Linie genannt) wurde der Granitkörper in die Länge gezogen. In der Folge gelangte der Granit relativ schnell durch Erosion an die Oberfläche.

Novate-Granit San Fedelino am Boden im neuen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse in Zürich.Im bestehenden Shopville sind auch bereits Gesteine aus Italien verbaut; die Bodenplatten aus Granit stammen dort allerdings aus Sardinien. Mehr dazu finden Sie im Artikel vom 1. Mai 2012.

Das Projekt imponiert. Im Untergrund herrscht teilweise Gedränge an Bauwerken, so liegt ein Teil des neuen Bahnhofes unter der Sihl, die hier in fünf grossen Kanälen im Untergrund durch den Bahnhof geführt wird, bevor sie am Platzspitz in die Limmat mündet. Für den Bahnhof Löwenstrasse mussten 350000 Kubikmeter Gestein ausgehoben werden. Mit dem Aushubmaterial wurden Kiesgruben im Rafzerfeld und im grenznahen Ausland aufgefüllt.

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