Mrz18

Der versteinerte Wald in Chemnitz auf einer Briefmarke aus DeutschlandVersteinertes Holz ist an und für sich schon faszinierend; man erkennt die Holzstrukturen, teils fast Jahrringe. Wenn aber die Baumstämme auch noch Zeugen einer grossen Katastrophe sind wird’s noch interessanter.

In Chemnitz im Osten von Deutschland wurden/werden immer wieder versteinerte, durch Kieselsäure (SiO2) ersetzte, Baumstämme gefunden.

Das Faszinierende daran ist nun, dass die Stämme in Chemnitz eine gemeinsame Ausrichtung haben. Wir haben also nicht einfach nur einen Ur-Wald aus Baumfarnen und riesigen Schachtelhalmen, dessen Stämme über Jahrzehnte gefallen sind und erhalten blieben, sondern die Bäume hier sind alle gleichzeitig gefallen. Welches Ereignis löst ein solches Baumsterben aus?

Ursache war ein Vulkanausbruch. Als der Zeisigwaldvulkan – im Nordosten des heutigen Chemnitz gelegen – vor rund 290 Millionen Jahren ausbrach, schickte er eine heftige Druckwelle vor, welche die Pflanzen wie Strohhalme knickte – ähnlich wie wir es 1980 am Mount St Helens beobachten konnten. Auf die Druckwelle folgte das Auswurfmaterial. Die Stämme wurden mit einer dicken Ascheschicht zugedeckt. Das Silikat, das darin enthalten war, drang über die Jahrmillionen in die Stämme ein und führte zur Versteinerung. Dank der Vulkankatastrophe erhalten wir an dieser Stelle nun Einblick in die Flora der Perm-Zeit.

Wie lange dauert es wohl, bis die Bäume am Mount St Helens verkieseln?

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