Feb25

Briefmarke aus Nepal mit dem höchsten Berg der Welt, dem Mount EverestDa es bei uns im Mittelland schon keinen Schnee gibt, möchte ich Sie hier ins „Land des Schnees“ mitnehmen – in den Himalaya. Wer kennt diese Bilder nicht – riesige, verschneite Felsmonumente mit viel Platz für Fantasie und Sehnsucht. Alle 8000er der Welt liegen in dieser gigantischen Bergkette, die sich über 3000 km von Pakistan bis nach Burma erstreckt.

Die Geschichte des Himalayas beginnt vor etwa 130 Millionen Jahren, als sich der indische Subkontinent aus Gondwana herauslöste und mit 9cm pro Jahr nach Norden raste. Am Eurasischen Südrand wurde der Meeresboden verschluckt und über der Subduktionszone entstand eine aktive Vulkanzone. Das Tethysmeer wurde zusehends kleiner bis vor 50–40 Millionen Jahren die Kontinentalschelfe aufeinander trafen. Die Subduktion kam zum Erliegen und die Kontinentalmassen kollidierten miteinander. Seit 30 bis 25 Millionen Jahren wächst der Himalaya ununterbrochen. Der Hebung wirkt die Erosion entgegen, formt tiefe Täler; einige der mächtigsten Flüsse der Welt haben hier ihren Ursprung.

Geografisch lässt sich der Himalaya in drei Einheiten gliedern: Die Siwaliks bilden die südliche Vorgebirgskette, welche das Hochgebirge gegen die Ebenen Indiens abgrenzt; der Vordere Himalaya besteht aus verfalteten und überschobenen Tethyssedimenten; und der Hochhimalaya über 5500 m Höhe hat einen kristallinen Kern aus Granit und Gneis und eine Bedeckung aus Sedimenten auf den Gipfeln.

Auch der höchste Berg der Welt, der 8848 m hohe Mount Everest lässt sich geologisch dreiteilen. Die Basis bilden stark gefaltete und metamorphe Schiefer und Gneise. Darüber folgt eine Einheit aus zerklüfteten und dunklen metamorphen Tonschiefern und Sandsteinen – Reste des einstigen Meeres zwischen Eurasien und Indien einschliesslich Fossilien – mit Einsprenglingen von Granit. Über einem Band aus gelbem Kalkstein folgt der Gipfel aus grauem Kalkstein.

Da wurden also Sedimente aus vielleicht 2000 m Meerestiefe auf fast 9000 m Höhe gehoben – was da für Kräfte herrschen müssen, können wir uns kaum vorstellen.

Hat ein Bergsteiger eigentlich Zeit, sich die Gesteine anzusehen?

P.S. Der Titel ist die Antwort von George Mallory auf die Frage, warum diese grosse Gipfelsehnsucht da sei.

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