Jan14

Lochstein aus Kimmeridge-Kalk an der Hauptstrasse in Courgenay (Kanton Jura)Grosse Steine mit künstlichen Löchern, die noch aufrecht in der Landschaft stehen oder umgekippt liegend gefunden werden, sorgten einst für Verwunderung und Rätselraten. Heute kennt man solche Lochsteine von zahlreichen Orten. Sie dürften in der Regel Teil eines Dolmens gewesen sein. Dolmen sind Bauwerke aus meist riesigen Steinblöcken und dienten während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit vermutlich als Grabmäler für hochrangige Personen. Grosse aufgerichtete Tragsteine werden von einem oder mehreren Dachsteinen gedeckt.

Auch in der Schweiz findet man solche Megalithen mit einem „Seelenloch“. Durch das Loch im Stein konnte die Seele des Toten entweichen – oder die Toten wurden durch das Loch ins Grabmal geschoben. So genau weiss man das nicht. In Courgenay im Kanton Jura steht direkt an der Hauptstrasse der Pierre-Percée. Der Megalith besteht aus beigem Kimmeridgien-Kalk (ca. 155 Millionen Jahre alt), der aus der nahen Umgebung stammt, ist 2,5 m hoch und 2,3 m breit und dürfte aus der Zeit um 3000 v. Chr. stammen.

Seelenlöcher bzw. –fenster kennt man auch von Walserhäusern. Kennen Sie noch andere Beispiele von Seelenlöchern?

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