Nov12

Double Arch in der Windows Section des Arches National Parks in Utah (USA)Natürliche Brücken aus Stein gibt es praktisch überall – Wasser ist bei der Bildung immer beteiligt, aber auf unterschiedliche Art und Weise. Weltberühmt sind die Steinbrücken im Arches National Park in den USA; dünne, dicke, kleine, grosse, lange und kurze Bögen aus rotem Entrada-Sandstein.

Vor 300 Millionen Jahren war die Region im Bundesstaat Utah von einem Meeresarm bedeckt, der allerdings immer wieder austrocknete, so dass fast 1000 m mächtige Salzablagerungen entstanden. Darüber folgten während der Trias- und Jurazeit vor 245 bis 144 Millionen Jahren küstennahe Ablagerungen von Kalken, Tonen und Sandsteinen. Die Salzschicht geriet unter Druck, das Salz wich entlang Schwachstellen aus und bildete Salzdiapire (Salzdome). Das überlagernde Gesteine zerbrach dabei. Entlang den Störungen konnte Wasser eindringen und das Salz lösen, so dass die Deckgesteine kollabierten.

Landscape Arch im Arches National Park in Utah (USA). Wie lange dieser steinerne Bogen wohl noch hält?Im Bereich des Nationalparks treffen zusätzlich zwei grosse Störungssysteme aufeinander. Entlang den parallelen Störungen dringt Wasser ein – im Winter Eis – und vergrössert die Ritzen stetig, so dass Kuppen und Grate entstehen. Besitzt ein Grat oben gut zementiertes, widerstandsfähiges Gestein, löst das herunter fliessende Wasser das Gestein seitlich weiter unten und es entsteht mit der Zeit ein Loch und eine Brücke.

So kommt es auch, dass laufend neue Bögen entstehen und immer wieder welche zusammenbrechen – die Natur arbeitet unaufhörlich.

Das vermutlich bekannteste Steinloch der Schweiz dürfte das Martinsloch ob Elm sein. Und demnächst werde ich noch eine andere Möglichkeit der Bogenentstehung im Gestein vorstellen. Kennen Sie diese?

Verwandte Artikel:

  1. Negative Erosion – die Steinerne Rinne aus Kalktuff
  2. Ein Hufeisen voll Wasser – die Niagara-Fälle
  3. Victoriafälle – ein Vorhang aus donnerndem Rauch
  4. Grand Canyon – internationaler Sitz der Götter
  5. Grosse Trockenheit lässt Salzkristalle wachsen

Einen Kommentar erfassen



Die Lösung

Archiv