Okt01

Faserig gewachsene Harnische auf einer Gleitfläche in Nummulitenkalk.Gestein bewegt sich; in der Regel für uns unsichtbar und nicht spürbar. Rutschharnische sind Zeugen langsamer Gesteinsbewegung. Rutschharnische zeigen sich auf Gesteinsflächen, die unter Druck aneinander vorbei gleiten. Dabei werden gewisse Minerale wie Calcit oder Quarz auf den Störungsflächen durch Druck gelöst. Das gelöste Material kann wegtransportiert werden oder in unmittelbarer Nähe in neu entstandenen Rissen wieder auskristallisieren. Die Minerale kristallisieren faserartig parallel zur Richtung der Gleitbewegung. Aus der Länge der Fasern lässt sich ein minimaler Verschiebungsbetrag ableiten und anhand der Faserorientierung ein relativer Bewegungssinn. Der Bewegungssinn zeigt sich auch an der Lineation, einer Striemung, die auf der Gleitfläche parallel zu den Harnischen sichtbar ist.

Rutschharnische aus Calcitfasern in NummulitenkalkDie hier gezeigten Beispiele stammen von Nummulitenkalkblöcken, in denen sich Calcit gelöst und wieder ausgefällt hat. Im oberen Bild ist bei 4-5cm der Querschnitt durch einen Nummuliten (Einzeller) erkennbar.

Die Schönheit entsteht mit der Langsamkeit – wo trifft das sonst noch zu?

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Die Lösung

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