Okt29

Blick auf den SempacherseeWieviel Geologie steckt eigentlich in Kunst? Je nach Maler sogar ziemlich viel! Die Kunst ist voller Hinweise, Andeutungen und konkreter Darstellungen von geologischen Gegebenheiten. Vor allem die frühen Geologen mussten alle auch Künstler sein. Ohne Fotoapparat blieb einem gar nichts anderes übrig, als seine Beobachtungen und Interpretationen aufzuzeichnen; Berge, Decken, Falten, Bergstürze, Fluten, Vulkanausbrüche, Gletscher – alles finden wir in der Malerei.

Bilder lassen sich auch noch anders geologisch betrachten. Am Beispiel des Gemäldes „Am Sempachersee“ von Robert Zünd möchte ich Ihnen dies genauer erläutern. Was ist alles auf dem Bild zu sehen und wie alt sind diese Sachen erdgeschichtlich? Der namensgebende Sempachersee entstand am Ende der letzten Ausschnitt aus Robert Zünds Gemälde "Am Sempachersee". Quelle und Dank: Aargauer KunsthausEiszeit vor 12000 Jahren. Der Reussgletscher zog sich zurück und eine Endmoräne bei Sursee staute das Schmelzwasser zum See. Die im Hintergrund auszumachenden Alpen entstanden in der Zeit ab 80 Millionen Jahre und der Hund hat Vorfahren, die vor etwa 40 Millionen Jahren auftauchten. Das eigentliche Haushuhn ist seit 6000 v. Chr. bekannt, wenn man aber bedenkt, dass die Vögel von den Dinosauriern abstammen, dann hat es seinen Ursprung irgendwo im späten Jura um 140 Millionen Jahre. Und das schöne grüne Gras dürfte in der späten Kreidezeit entstanden sein, breitete sich aber erst viel später in der Erdneuzeit (Känozoikum) aus, nachdem die Dinos längst ausgestorben waren.

Welche „geologischen“ Gemälde gefallen Ihnen besonders? Und wenn Sie Kunst-interessierte Kinder haben, dann bietet das Aargauer Kunsthaus am 6. November die passende Veranstaltung.

Verwandte Artikel:

  1. Steine bestimmen – kommen Sie mit!
  2. Schweizer Seen in von Gletschern geschaffenen Tälern
  3. Wenn es viel regnet, rutscht der Berg
  4. Geologische Witze
  5. Rotkäppchen in der Innerschweiz

Einen Kommentar erfassen



Die Lösung

Archiv