Aug20

Schwefelquelle im Luchsinger Tobel (GL). Foto: M. Feldmann, geo-life.chWeit hinten im Glarnerland gibt es etwas Einmaliges im Kanton – eine Heilquelle mit schwefelhaltigem Wasser. Schon 1542 wurde in Luchsingen gebadet und in den folgenden Jahrhunderten wurde der Badebetrieb lange Zeit an leicht unterschiedlichen Standorten aufrecht erhalten. Erst im 19. Jahrhundert scheiterte eine erneute Inbetriebnahme und damit war auch das Schwefelbad Geschichte.

Bei der Schwefelquelle im Luchsinger Tobel handelt es sich um eine kalte Quelle. Der Schwefel wird aus dem Gestein ausgewaschen.

Vor rund 230 Millionen Jahren war es ziemlich trocken und in den Lagunen des Tethysmeeres lagerte sich magnesiumhaltiger Kalkschlamm ab. Und wo die Verdunstung noch höher war, konnte sogar Gips ausfällen, ein schwefelhaltiges Mineral mit der Formel CaSO4.2H2O. Im Laufe der Jahrmillionen wurde aus dem Schlamm Dolomitgestein (CaMg(CO3)2) mit Gipseinschlüssen. Durch die Alpenbildung und die nachfolgende Erosion gelangten die gipshaltigen Gesteinsschichten ins heutige Glarnerland und näher an die Oberfläche. Regenwasser drang ins Gestein ein und löste den Gips aus dem Dolomit. Das saure Wasser frass sich so weit durch Kalkgestein in die Tiefe, bis es auf die wasserundurchlässigen Flyschschichten traf. Oberhalb dieser Flyschschichten tritt das schwefelhaltige, bläuliche Wasser nun aus und markiert gleichzeitig auch die Glarner Überschiebung. Neben Schwefelwasserstoffgas H2S, welches für den charakteristischen Geruch nach faulen Eiern verantwortlich ist, enthält das Quellwasser auch Bittersalz (Glaubersalz), womit es offiziell zum Heilwasser wird.

Am nächsten Samstag 24.8.2013 wird ein neuer Informationspfad im Luchsinger Tobel eingeweiht. Wer dabei sein will, findet die notwendigen Informationen hier.

Wasser, das nach faulen Eiern stinkt soll gesund sein? Würden Sie darin baden?

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