Jul23

Cliffs of Moher an der Westküste von IrlandDürfen auf keiner Irland-Rundreise fehlen: die Cliffs of Moher an der Westküste im County Clare. Die aufgeschlossenen Schichten aus zentimeter- bis meterdicken Sand-, Tonstein- und Mergelbänken entstanden in einem riesigen Delta vor 320 Millionen Jahren (Karbon). Von einer heute nicht mehr erhaltenen Landmasse im Südwesten wurden grosse Mengen Erosionsschutt mit Flüssen ins Meer getragen. In den weitgehend horizontal abgelagerten Schichten sind immer wieder sogenannte Channelfüllungen zu sehen, die entstehen, wenn ein Fluss mit grosser Erosionskraft frühere Schichten aushöhlt und sich ein neues Bett schafft.

Heute sind die Schichten leicht nach Südwesten geneigt. Damit steigen Schichten, die im südlichen Abschnitt auf Meereshöhe liegen im Norden bis fast an die Kliffkante. Sandsteine sind beständiger als Tonsteine und wittern hervor. Meer, Regen, Eis und Wind zehren ständig an der Küste. Wellen höhlen die Küste aus, überliegende Schichten stürzen ins Meer; teilweise entstehen auch Türme, die den Elementen noch länger trotzen, bis auch sie einstürzen. Hier lässt sich der Gesteinskreislauf gut nachvollziehen. Gesteinspartikel gelangten von einer Landmasse über Flüsse ins Meer, als Gestein wieder an die Oberfläche und jetzt wieder als Erosionsschutt ins Meer zurück.

Spurenfossilien unbekannten Ursprungs in Kalkstein bei den Cliffs of Moher in IrlandAufgrund der enthaltenen Spurenfossilien ist das Gestein begehrt als Dekorstein für Wege und Mauern. So wurden im 19. Jahrhundert fossilreiche Schichten abgebaut. Neben Grab- und Fressspuren von unbekannten Meerestieren findet man auch Goniatiten (frühe Ammoniten) und versteinerte Rippelmarken.

Die Geologie der Cliffs of Moher im Video vorgestellt finden Sie hier.

Finden Sie das auch so faszinierend; da spaziert man entlang von Gesteinsschichten und durchwandert zig Millionen Jahre?

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