Jun18

gefächerte Blätter des Ginkgo bilobaHeute kennt ihn jeden – den Baum mit den geschlitzten fächerförmigen Blättern, der an vielen Orten unsere Strassen säumt. Die Rede ist vom Ginkgo biloba – der auch als lebendes Fossil in der Pflanzenwelt gilt.

Weil der schlanke Baum äusserst robust und tolerant gegenüber Umwelteinflüssen ist, wird er heute weltweit wieder entlang Strassen in Dörfern und Städten gepflanzt.

Die ältesten Vertreter der Ginkgophyten kennt man aus der Permzeit. Diese hatten meist sehr viel stärker geschlitzte Blätter, sahen aber sonst schon sehr ähnlich aus. Im Mesozoikum (Erdmittelalter; Trias-, Jura-, Kreidezeit) waren die Ginkgophyten praktisch auf allen Kontinenten verbreitet. In jüngerer Zeit existierten nur noch kleinere Restvorkommen in China. Daher stammt auch die Bezeichnung ostasiatischer Tempelbaum. Seit seiner Wiederentdeckung durch westliche Reisende im 18. Jahrhundert und vor allem nach Bekanntwerden seiner Widerstandsfähigkeit erobert der Ginkgo die Welt ein weiteres Mal – diesmal mit Hilfe des Menschen.

Beim Ginkgo gibt es männliche und weibliche Pflanzen. Die weiblichen Bäume haben den Nachteil, dass die reifen Samen im Spätherbst äusserst unangenehm riechen. So werden bei uns in Europa mehrheitlich männliche Bäume gepflanzt, während in Asien, wo die Früchte gegessen werden, eher weibliche Bäume angepflanzt werden. Damit aber die Samen befruchtet werden können, muss ein männlicher Baum innert 100 Meter Abstand stehen. Eine spannende Sache im Pflanzenreich wie ich finde.

Es gibt auch bei uns vereinzelt weibliche Ginkgobäume – kennen Sie einen Standort?

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