Jun25

Flüssigkeitseinschluss. schwarz-rund: Gasblase; klar-viereckig: Kristall. Bild-Quelle: USGSKein Kristall ist perfekt. Jeder Kristall enthält Wachstumsfehler. Solche Fehler können Flüssigkeitseinschlüsse sein, die 0,1 bis 1 mm gross sind und fast nur unter dem Mikroskop erkennbar sind. Die mikroskopisch kleinen Einschlüsse enthalten meist zwei oder mehr Phasen, d.h. neben einer Flüssigkeit sind häufig auch eine Gasblase und/oder ein kleiner Salzkristall zu erkennen.

Für die Wissenschaft sind solche Einschlüsse – auch Flincs (engl. Fluid inclusions) genannt – sehr interessant. Die Einschlüsse enthalten Informationen über die Bildungstemperatur oder sogar über die Zusammensetzung des ursprünglichen Fluids, aus dem sich der Hauptkristall bildete. Das ist besonders im Zusammenhang mit Erzvorkommen von grossem Interesse. Man will die Bedingungen (besser) verstehen unter denen sich grosse Erzvorkommen gebildet haben.

Primäre, sekundäre und pseudosekundäre FlincsWird ein Fluid-Gaseinschluss in einem Mineral aufgeheizt, mischt sich irgendwann die Gasblase mit dem Fluid. Diese Homogenisierungstemperatur entspricht der ursprünglichen Kristallbildungstemperatur in der Erdkruste.

Man unterscheidet primäre (a) Flincs, die während des Kristallwachstums parallel zu den Kristallflächen entstehen und sekundäre (b) Flincs, welche sich bei einem tektonischen Ereignis in heilenden Rissen bilden. Pseudosekundäre (c) Flincs enthalten ebenfalls Flüssigkeit aus der Zeit des Kristallwachstums.

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