Mai07

Blick in die Ausstellung im Bergwerk Herznach. Lebensbild mit Jura-Ammoniten.Am letzten Sonntag war die neue Ausstellung im Bergwerk Herznach erstmals öffentlich zugänglich. Jetzt haben die Ammoniten ein neues schönes Zuhause erhalten und auch für die lokale Geologie und die Bergwerksgeschichte ist Platz.

Das Eisenerzvorkommen war schon in spätrömischer Zeit bekannt und wurde genutzt. Zwischen 1200 und 1750 bauten Bauern das Erz im Fricktal ab. 1932 wurde ein Bergwerk eröffnet, das 1967 aus wirtschaftlichen Gründen wieder geschlossen wurde. Der verhältnismässig hohe Gehalt an Schwefel und Phosphor machte eine weitere Verhüttung in der Schweiz unrentabel. In dieser letzten, gut 30-jährigen Abbauphase wurden im Bergwerk insgesamt 1,7 Millionen Tonnen Erz abgebaut; aus dem daraus resultierenden Eisen hätte man 67 Eiffeltürme bauen können. Das markante Betonsilo hatte ein Fassungsvermögen von 1000 Tonnen Erzgestein.

Wandprofil mit Eisenerzschicht von Herznach.Die 2 bis 7 m mächtige Erzschicht besteht aus Eisenoolith – 0.5 bis 1mm grosse Kalk-Kügelchen mit einem Eisengehalt von 25 bis 30%, die ihren Ursprung vor 160 Millionen Jahren im Meer der Jurazeit hatten. Ooide entstehen im wellenbewegten Strandbereich. Das Eisen stammt vom Festland, wo es aus Gesteinen herausgewaschen wurde und im Meer in Form winziger Limonit-Kristalle wieder auskristallisierte und sich an den Kalk-Kügelchen anlagerte. Wie viele andere Jura-Schichten ist auch die Erzschicht reich an Fossilien – die „rostigen“ Ammoniten sind auf jeden Fall schön anzusehen.

Das Bergwerksmuseum hat immer am ersten Sonntag im Monat geöffnet.

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