Apr30

Hufförmiger Querschnitt durch eine Kuhtrittmuschel im DachsteinkalkKann es sein, dass es schon vor 210 Millionen Jahren Kühe gegeben hat? Nein, was aussieht wie der Abdruck eines Kuhhufs ist der Querschnitt durch eine fossile Muschel. Die Kuhtrittmuscheln, wie Megalodonten häufig genannt werden, lebten in der späten Trias-Zeit im flachen, warmen Meer. Sie dürften Riff-Ränder und Hinterriffbereiche besiedelt haben. Da Megalodonten oft in Lebendstellung gefunden werden, bei der beide Klappen noch aneinander sind, nimmt man an, dass die Muscheln halb im Sediment eingegraben lebten.

Die Kuhtrittmuscheln findet man vor allem in den Nördlichen Kalkalpen, im gebankten Dachsteinkalk. Den Namen verdanken die Muscheln ihrem Querschnitt; die dickschaligen Muscheln besitzen stark gewölbte Wirbel und dicke Schlossplatten, was bei einem entsprechenden Schnitt an den Hufabdruck einer Kuh erinnert.

Dachsteinkalk; gut sichtbar sind die zahlreichen Muscheln (Kuhtrittmuschel, Megalodon)Früher sprach man diesen Kalksteinen einen Abwehrzauber zu gegen Böses, weshalb man sie gerne als Fundamentsteine verwendete. Dies kann noch auf einigen Almhütten in Österreich und Oberbayern beobachtet werden, wo die Gesteine in der Nähe vorkommen.

Keine Megalodonten, aber den Ammoniten Leioceras können Sie an der BEA im TimeRide kennen lernen. Bea ist mir ihrer Kuh Lea bereits unterwegs.

Ob Kuh Lea im Berner Asphalt Abdrucke hinterlassen hat – oder nur (dampfend) auf dem Boden?

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1 Kommentar

  1. April 30th, 2013, 10:14
    Masterbrain ;-) sagt

    DAS ist doch mal eine lustige Form der Geologie … :-)

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