Okt02

Zirkonkristall auf feinkörnigem Calcit. Quelle: Wikipedia; Rob Lavinsky, iRocks.comDer älteste bekannte Kristall ist ein Zirkon (4,4 Milliarden Jahre) aus Australien. Obwohl die Mineralformel auf ZrSiO4 lautet, werden hier auch andere Elemente eingebaut; vor allem Uran und Thorium, welche die Bestimmung des Kristallisationsalters aufgrund ihrer relativen Häufigkeit innerhalb eines einzelnen Kristalles ermöglichen. Gesteine und Minerale befinden sich in einem steten Kreislauf und werden dabei erodiert, abgelagert, umgewandelt etc. Besonders resistente Mineralien wie eben Zirkone werden auf ihrer Reise unzählige Male umgelagert aber nicht aufgelöst – wie beispielsweise Feldspat. Und mit riesigem Glück finden wir heute noch ganz alte Mineralkörner in jüngeren Sedimenten. Der Zirkon aus Australien dürfte in einem der ersten granitischen Gesteine entstanden sein und hat seither überlebt.

Zirkon besitzt die Härte 6,5 bis 7,5 und hat mit rund 4,6 g/cm3 eine sehr hohe spezifische Dichte, weshalb er zu den Schwermineralen gezählt wird.

Im Gesteinsdünnschliff ist Zirkon meist relativ leicht zu erkennen dank seiner Kristallform und dem hohen Relief. Wenn ein Zirkon zudem in Biotit eingebettet liegt, entsteht rundherum ein sogenannter pleochroitischer Hof. Durch die radioaktive Strahlung aus dem Zirkon wird das Kristallgitter des Biotits gestört, was unter dem Mikroskop im Dünnschliff als braun-schwarze Verfärbung sichtbar wird.

Wenn Sie jetzt denken, Sie hätten doch Zirkon am Ring, schauen Sie genau, Zirkon und Zirkonia – ein synthetischer Diamantersatz – sind nämlich nicht dasselbe!

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